Kreisschiedsrichterobmann verzeichnet noch keine Rücktritte

Theile setzt auf die Treue „seiner“ Schiris

Bisher fing er sich noch keinen „Korb“ ein: Harald Theile freut sich, dass die Bezirks-Aufsteiger aus dem Kreis weiter „oben“ pfeifen wollen.
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Bisher fing er sich noch keinen „Korb“ ein: Harald Theile freut sich, dass die Bezirks-Aufsteiger aus dem Kreis weiter „oben“ pfeifen wollen.

Landkreis – Es muss sich anfühlen wie ein monatelanges Fahrverbot kurz nach dem Erhalt des lang ersehnten Führerscheins: Vor mehr als einem Jahr freuten sich 39 Absolventen im Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst über ihre bestandene Schiedsrichterprüfung – doch nur die wenigsten durften seitdem auch nur ein einziges Spiel pfeifen. Die Corona-bedingten Lockdowns zwangen die frisch gebackenen Unparteiischen zur Untätigkeit.

Besonderer Blick auf die Neulinge

„Maximal fünf oder sechs von ihnen sind seitdem zum Einsatz gekommen“, schätzt Kreisschiedsrichterobmann Harald Theile: „Wir müssen zusehen, dass wir alle von ihnen möglichst schnell ans Laufen kriegen.“

Wie das allerdings nach der nun zweiten abgebrochenen Saison in Folge ohne konkrete Aussicht auf einen Start der neuen Serie funktionieren soll, weiß natürlich auch er nicht. Zudem treibt den 66-Jährigen die Ungewissheit um, ob alle seine etablierten Referees dem Fußball treu bleiben. Optimismus schöpft Theile aus der Tatsache, „dass sich bei mir noch niemand gemeldet hat, der aufhören möchte“.

Aufsteiger in den Bezirk

Ebenfalls zuversichtlich stimmt ihn das Feedback derjenigen Schiris, die der Kreis zu Beginn der nun abrupt beendeten Spielzeit als Bezirksschiedsrichter für die nächst höhere Ebene gemeldet hatte: „Ich habe alle noch einmal angeschrieben und gefragt, ob sie auch für die neue Saison im Bezirk pfeifen wollen würden, wenn wir sie erneut nominieren. Und die meisten haben sich schon zurückgemeldet – mit einer Zusage.“

Alles andere, als ihnen erneut diese Klassen oberhalb der Kreisliga zu ermöglichen, „wäre auch unfair gewesen“, findet Theile. Denn in der kurzen Zeit zwischen Wiederbeginn und erneutem Stopp des Amateursports kam nur Nico Menke vom TV Munderloh zu Einsätzen mit Beobachtungen. Die in solchen Spielen vom Beobachter vorgenommenen Benotungen dienen – in der Summe mehrerer Partien – als Grundlage für Klassenerhalt, Auf- und Abstieg.

Auf Ebene des Fußballkreises fällt Harald Theile die Einschätzung schwer, wie viele Unparteiische übrig bleiben. „Nach einem Jahr Stillstand werden das wohl erst die Ansetzer erfahren – und zwar frühestens dann, wenn sie sehen, ob der oder die Betreffende sich im DFBnet geblockt hat oder nicht“, schätzt der Obmann. Die Schiedsrichter können sich nämlich über diese Online-Plattform selbst herausnehmen – zum Beispiel für ein freies Wochenende oder einen Urlaub. Oder eben länger – was Theile natürlich nicht hofft.

Seit einem Jahr keine Fortbildungen möglich

Die Tatsache, dass sich die Kollegen nun schon seit mehr als zwölf Monaten nicht mehr zu Fortbildungen treffen konnten, macht es für die Verantwortlichen nicht leichter, den Kontakt zu allen zu halten: „Seit März letzten Jahres hatten wir keine Präsenzveranstaltungen mehr“, schildert Theile seufzend. Und Ersatz in Form virtueller Schulungen per Videokonferenzen seien seiner Meinung nach „nicht das Wahre“, um Praxiswissen zu vermitteln: „Längst nicht bei allen unserer 150 Schiedsrichter lässt die Technik derartige Angebote zu.“ Inzwischen liefen aber Überlegungen des Lehrausschusses, solche digitalen Lehrabende anzubieten.

Die Pflicht zum Nachrüsten in Sachen Soft- und Hardware bestehe dadurch aber nicht, versichert der Schiri-Boss: „Bisher musste jeder vier Lehrabende pro Saison besuchen und mindestens fünf Spiele leiten, um von uns als Schiedsrichter anerkannt zu werden. Diese Soll-Zahl haben wir wie in der Vorsaison nun ebenfalls ausgesetzt.“ Das wiederum erspare auch den Clubs Strafgelder für zu wenig gemeldete Unparteiische. „Bei der Berechnung waren wir schon vor der Coronakrise am unteren Limit, und jetzt wollen wir die ohnehin genug gebeutelten Vereine nicht noch zusätzlich schröpfen“, verdeutlicht der Großenkneter.

Nun hofft der pensionierte Polizeibeamte darauf, dass die neue Saison im Sommer ungestört beginnen und im kommenden Jahr ohne Zwischenfälle enden könne: „Dann kommt auch die Lust auf dieses Hobby wieder zurück.“ Die eingangs erwähnten jungen Schiris würden in Form der im Kreis bewährten Patenschaften an die Praxis auf dem Platz herangeführt: Erfahrene Referees begleiten die „Neuen“ während ihrer ersten Spiele und stehen ihnen beratend zur Seite.

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