Tabellenführer gewinnt Derby gegen Ahlhorn nach Satzrückstand klar mit 5:1

Hollmann verwandelt Brettorfer Halle in Tollhaus

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Brettorfs Nachwuchsangreifer Malte Hollmann hatte einen starken Tag erwischt, machte kaum Fehler und punktete – wie beim Matchball – konsequent.

Brettorf - Von Sven Marquart. Klopapierrollen flogen von der proppevollen Tribüne aufs Spielfeld, Sirtaki-Musik dröhnte aus den Lautsprechern und animierte die Protagonisten zu einem Tänzchen – am Freitagabend herrschte im verschneiten Brettorf nahezu südländische Begeisterung. Und das aus gutem Grund: Hatten die Erstliga-Faustballer des heimischen TV „Gut Heil“ das Lokalderby gegen den Ahlhorner SV doch klar mit 5:1 (6:11, 11:7, 11:7, 11:4, 11:7, 11:8) gewonnen.

„Freitagabend, volle Halle – besser geht’s nicht“, sagte Olaf Neuenfeld vor Spielbeginn im Interview mit Hallensprecher Fabian Kahler. Auch der Bundestrainer wollte sich diese Partie nicht entgehen lassen, nachdem er das Hinspiel „geschwänzt“ hatte. „Das war das erste Derby in den vergangenen fünf Jahren, das ich verpasst habe“, entschuldigte sich der 44-Jährige.

„Ich erwarte einen Sieg!“, forderte Helmut Koletzek, der erst wenige Tage zuvor zum neuen Vorsitzenden des TV Brettorf gewählt worden war. Doch trotz einer 4:1-Führung sah der TVB-Boss, wie die Gastgeber mit 4:7 ins Hintertreffen gerieten und den ersten Satz mit 6:11 verloren. „Das war Arbeitsverweigerung!“, schimpfte Brettorfs Trainer Ralf Kreye. „Ahlhorn hat viele kurze, angeschnittene Bälle gespielt, und keiner wollte hingehen und die Drecksarbeit machen.“

Das änderte sich aber ab dem 1:3 im zweiten Durchgang. „Die Jungs haben kapiert, dass es keine Ausreden mehr gibt“, freute sich Kreye. Über 4:4 und 6:4 schaffte der Klassenprimus den Satzausgleich. Im dritten Durchgang machte Brettorf aus einem 2:6-Rückstand ein 7:6 und ging wenig später mit einer 2:1Satzführung in die Pause.

„Mindestens acht, eher neun Sätze“, prophezeite Olaf Neuenfeld dem geneigten Publikum. Doch mit dieser Prognose sollte der Bundestrainer völlig daneben liegen. Denn nach Wiederbeginn waren die Hausherren ganz klar das dominierende Team. „Zu deutlich, zu schnell, zu unbefriedigend“, ging das Match für Thomas Neuefeind und seine Mannen dahin. Der ASV-Coach lobte Brettorfs „überragende Vordermannschaft“ mit Schlagmann Tobias Kläner, der „sehr gut aufgelegt“ war, und Youngster Malte Hollmann: „Malte hat alles oder nichts gespielt und alles gewonnen.“

Dagegen kämpften die Gäste nun vermehrt mit Problemen im Zuspiel. Außerdem konnte ihr Angreifer Christoph Johannes nicht an die starke Leistung vom 5:1 gegen den VfK 01 Berlin anknüpfen. „Da hat man gemerkt, dass ihm noch ein bisschen die Kraft fehlt“, meinte Thomas Neuefeind. Während Johannes drauflos „bollerte“, hätte sich der ASV-Coach mehr Raffinesse gewünscht: „Brettorfs Abwehr musst du ausgucken!“

So hatte der ungeschlagene Tabellenführer überraschend wenig Mühe, die Sätze vier bis sechs für sich zu entscheiden. Am Ende war es Malte Hollmann vorbehalten, mit einem schönen Gewinnschlag den Matchball zu versenken und die Sporthalle am Bareler Weg in ein Tollhaus zu verwandeln. „Ich hatte Gänsehaut!“, gestand Ralf Kreye, nachdem sich der Trubel ein wenig gelegt hatte. „Ich genieße diesen Moment. Kompliment an die Zuschauer. Ich hoffe, dass sie uns auch bei der DM so unterstützen.“

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