Viele Mannschaften haben erhebliche Verletzungsprobleme

Straffes Programm lässt Fußball-Kreisligisten ächzen

Porträtfoto von Jan Schindler
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Huntlosens Trainer Jan Schindler hätte sich eine Entzerrung des Spielplans gewünscht

Landkreis – Die Tage werden kürzer, die Plätze tiefer, die Beine schwerer. Einige Fußball-Kreisligisten pfeifen verletzungsbedingt aus dem letzten Loch, das straffe Programm mit bisher drei kompletten Wochen-Spieltagen setzte den Kickern zu. Beim Harpstedter TB hat Trainer Marcus Metschulat aber das Luxusproblem eines noch immer stattlichen Kaders. Nur Hendrik Glück hütet aktuell das HTB-Lazarett. Woran liegt’s?

Metschulat kann über die Gründe nur mutmaßen: „Es wird ja immer viel über die Trainingssteuerung geredet, aber da muss man die Kirche auch mal im Dorf lassen. Man kann dosieren, wie man will – wenn jemand am nächsten Tag auf dem Bau buckeln muss, hat er da natürlich ein anderes Risiko.“

Allerdings sieht sich der Coach dahingehend auf dem richtigen Weg, mit der Sommervorbereitung früh angefangen zu sein: „Die war intensiv, und unsere neun Testspiele waren auch nicht ohne. Aber ich wollte jedem in meiner Mannschaft die Chance geben, sich zu zeigen. Und weil wir so früh begonnen haben, hatten drei, vier meiner Jungs ihre muskulären Probleme eben schon vor dem Saisonstart.“

Georg Zimmermann hingegen sorgt sich angesichts des straffen Pensums um die Gesundheit seiner Spieler vom VfL Wildeshausen II: „Ich kann nicht verstehen, warum wir bis zum 13. November dieses Programm mit jetzt schon drei englischen Wochen durchziehen müssen. Unter Umständen hätten wir doch noch bis in den Dezember Zeit gehabt“, urteilt der Coach. „So aber haben wir schon sonntags, dienstags und dann wieder sonntags gespielt. Das ist nach dieser langen fußballfreien Zeit während der Pandemie nicht gut.“

Auch Jan Schindler hätte sich eine Entzerrung des Spielplans gewünscht: „Vielleicht wäre es möglich gewesen, diese drei englischen Wochen in den März zu legen“, meint der Trainer des FC Huntlosen, der wegen einiger Verletzter seit Wochen auf Verstärkung aus der Zweiten und der A-Jugend zurückgreifen muss.

Auch beim VfL Wildeshausen II stellt sich die Ausfallliste umfangreich dar. Anleihen aus dem Landesliga-Kader der personell ebenfalls gebeutelten Ersten waren für Zimmermann zuletzt kaum drin. „Dadurch hatte ich zwangsläufig die Möglichkeit, jetzt schon junge Leute aus der A-Jugend an den Herrenbereich heranzuführen. Das ist ja auch mein Anspruch als Trainer der zweiten Herren – und die Jungs haben das bisher auch gut gemacht“, findet der 67-Jährige.

Zudem freut er sich, dass ihm der Verein die nötige Zeit gibt: „Hier bleiben alle gelassen, obwohl wir unter normalen Umständen schon besser dastehen könnten als momentan auf Platz neun.“ Zimmermann könnte sich jedoch nicht nur aus dem vereinseigenen Nachwuchs, sondern auch bei der dritten Mannschaft bedienen, von denen einige Spieler zuletzt allerdings noch für das VfL-Flaggschiff in der Landesliga geackert haben.

Deutlich weniger Reserven hat der TV Dötlingen. Deshalb musste die Mannschaft von Trainer Joachim Puchler erst vor knapp zwei Wochen mangels Personal sein Heimspiel gegen den VfR Wardenburg kampflos herschenken. Inzwischen sind aber einige Akteure zurück aus dem TVD-Lazarett, „so dass ich denke, dass wir bald wieder eine schlagkräftige Truppe auf dem Platz haben“, sagt Puchler: „Auch wenn es für manche noch nicht über die vollen 90 Minuten reichen kann.“

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