VfL Wildeshausen muss beim VfB Oldenburg II in letzter Minute das 1:1 hinnehmen

Stolle springt in die Bresche

Defensivallrounder Christoph Stolle (M.) war beim 1:1 gegen den VfB Oldenburg II ein guter Vertreter des verletzten Abwehrchefs Lennart Flege. - Foto: Marquart

Wildeshausen - Zwei Trainer, eine Meinung: Nach dem 1:1 zwischen den Fußball-Bezirksligisten VfB Oldenburg II und VfL Wildeshausen sprachen VfB-Coach Marco Elia und sein Wildeshauser Pendant Marcel Bragula unisono von einem gerechten Unentschieden. „Auch wenn der Zeitpunkt natürlich glücklich war“, gab Elia zu. In der Schlussminute egalisierte Frederik Voltmann die 1:0-Pausenführung der Gäste durch René Tramitzke (27.).

Beide Mannschaften wirkten überaus passsicher und boten den Zuschauern eine sehr ansehnliche Partie. Die Oldenburger Regionalliga-Reserve legte im Spiel mit dem Ball ein hohes Tempo an den Tag. „Das sah super aus!“, lobte Bragula die Crew seines ehemaligen Trainerpartners. „Neu für uns war, dass der Gegner schon tief in unserer Hälfte ins Pressing ging“, berichtete Bragula. Doch sein Team hielt nach einer Viertelstunde mit einem kompakten 4:4:2-System immer besser dagegen. Da hätten die Blauen allerdings schon führen können. Zunächst zielte Mechak-Lazolo Nankishi aus zehn Metern neben das Tor (7.). Dann lenkte VfL-Keeper Sebastian Pundsack einen gefährlichen Freistoß von Jannik Vollmer zur Ecke (10.).

Doch nun legte auch die Offensivabteilung des Spitzenreiters ihre anfängliche Zurückhaltung ab. Nach herrlicher Ballannahme bediente Torjäger Tramitzke seinen Sturmpartner Maximilian Seidel, dessen Schuss Fabian Klinkmann parieren konnte. Den Nachschuss von Ole Lehmkuhl pfiff Schiedsrichter Leonhard Nagl (Varel) ab, weil der VfB-Torhüter das Spielgerät bereits sicher in seinen Händen gehabt haben soll (20.). „Eine Fehlentscheidung! Der Ball war frei“, ärgerte sich Bragula.

Aber nicht lange. Dann fischte Klinkmann einen tollen 23-Meter-Freistoß von Michael Eberle mit den Fingerspitzen aus dem Winkel (26.). „Unglaublich!“, staunte Bragula. Beim folgenden Eckstoß von Sebastian Bröcker war Tramitzke zur Stelle und wuchtete den Ball per Kopf zum 1:0 in die Maschen (27.) – sein 13. Saisontreffer. „Da hat die Zuordnung nicht gepasst“, analysierte Elia.

Seine Elf schüttelte sich nur kurz. Jonathan Matondo schickte Voltmann auf die Reise, aber wieder hielt Pundsack glänzend (29.). Anschließend hätte Tramitzke erhöhen können, doch nach Flanke von Sascha Görke köpfte er diesmal um wenige Zentimeter am Tor vorbei (37.). „Das wäre auch nicht verdient gewesen“, bekannte Bragula. Stattdessen konnten seine Mannen von Glück sagen, dass sie den Vorsprung mit in die Kabine nehmen durften: Besir Rogaqi, für Bragula der beste Mann auf dem Platz, jagte den Ball freistehend aus Nahdistanz über den Querbalken (40.).

Die zweite Halbzeit gestaltete sich zunächst zäh. Elias Oldenburger hatten zwar mehr Ballbesitz, jedoch ohne zu klaren Chancen zu kommen. Auf die Einwechslung des regionalligaerfahrenen Christian Thölking reagierte Bragula mit einer Systemumstellung: „Das 4:1:4:1 mit Alexander Kupka auf der Sechs und Maxi Seidel in der Spitze hat gut gegriffen.“

Nachdem Andre Geiken einen Freistoß haarscharf neben den Wildeshauser Kasten gesetzt hatte (83.), verpassten die Gäste die Entscheidung: Seidel zielte bei einem Konter über Andreas Kari etwas zu ungenau (86.). Stattdessen fing sich der Tabellenführer doch noch den Ausgleich. Matondo leitete den Ball weiter auf Voltmann, dessen Schuss Thorben Schütte unhaltbar zum 1:1 abfälschte (90.). „Eine Frechheit! Matondo kommt zwei Meter aus dem Abseits“, schimpfte Bragula. Für seinen Spezi Elia war es indes „ein reguläres Tor“. Bei der Beurteilung dieser Szene waren sie ausnahmsweise einmal gegensätzlicher Meinung.

In der Nachspielzeit hätte Bragula nach einem vermeintlichen Foul an Andreas Kari gerne einen Strafstoß gehabt. Aber auch diesmal entschied Referee Nagl gegen die Wildeshauser (90.+2). Doch letztlich ging die Punkteteilung für Bragula „in Ordnung“.

Weniger gut konnte der VfL-Coach die Nachrichten aus seinem Lazarett verknusen. Bei Lennart Flege, der wegen einer Knieverletzung passen musste, besteht der Verdacht auf Anriss des Innen- und Außenmeniskus. „Das muss wohl operiert werden“, seufzte Bragula. Nicht ohne Grund: „Lennart ist das Herzstück der Mannschaft – sein Ausfall tut uns sehr weh.“ In Oldenburg sprang Christoph Stolle für den Abwehrchef in die Bresche. „Wie Christoph das gelöst hat, war stark. Er hat ein gutes Spiel gemacht“, lobte Bragula seinen Defensivallrounder. - mar

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