Faustballer des TV Brettorf gibt sein Debüt in der A-Nationalmannschaft

Hauke Spille: „Etwas ganz Besonderes“

„Es kam kaum Nervosität auf“, erklärte Hauke Spille nach seinem Debüt.
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„Es kam kaum Nervosität auf“, erklärte Hauke Spille nach seinem Debüt.

Christian Kläner, Lutz Meyer, Jens Kolb, Tobias Kläner und Tim Lemke: Die Faustball-Nationalspieler des TV Brettorf, die in der Vereinsgeschichte ein A-Länderspiel absolviert haben, bilden schon eine illustre Runde. Am vergangenen Wochenende ist zu dem Quintett ein weiterer Name hinzugekommen. Im Rahmen des Nations Cup in Schneverdingen absolvierte Hauke Spille seine ersten Länderspiele für den A-Kader.

Brettorf – Damit überholte er nicht nur Lemke (1) und Tobias Kläner (3) bei der Anzahl der Partien, sondern kehrte von der Veranstaltung auch mit der Bronzemedaille zurück.

Seit 2018 befindet sich der U 18-Weltmeister von 2016 im erweiterten Kader von Bundestrainer Olaf Neuenfeld, darf seitdem auf den Lehrgängen mit den besten nationalen Faustballern beweisen. Zum Nations Cup am vergangenen Wochenende verzichtete der Nationaltrainer nun auf seine Weltmeister von 2019, gab stattdessen den Spielern aus der „zweiten Reihe“ die Chance, sich für die Europameisterschaft und die World Games im kommenden Jahr zu empfehlen – so auch Spille, der am Freitag gegen Dänemark sein Debüt im Dress der A-Nationalmannschaft gab. „Es ist natürlich etwas ganz Besonderes, für die Nationalmannschaft zu spielen“, sagte der 22-Jährige nach der Partie. Die Aufregung vor dem ersten A-Länderspiel sei aber nicht allzu groß gewesen. „Die Stimmung im Team war super, da kam kaum Nervosität auf“, erzählt Spille: „Wir haben mit unseren vielen jungen Spielern eine echte Einheit gebildet.“

Das zeigte sich auch auf dem Platz. Nach dem Vorrunden-Auftaktsieg gegen Dänemark (11:3, 11:5) schlug das deutsche Team auch Italien (11:2, 11:5), die Schweiz (7:11, 11:8, 11:7) und Belgien (11:6, 11:4). Im Kampf um den ersten Platz in der Gruppe musste der Gastgeber sich aber knapp gegen Österreich geschlagen geben (7:11, 11:9, 10:12) – im Halbfinale kam es somit zum erneuten Aufeinandertreffen mit der Schweiz. Der Brettorfer Zuspieler fand sich dabei in der Startformation wieder und kämpfte sich mit dem Team – nach Satzrückstand – zu einer zwischenzeitlichen 2:1-Führung. Nach dem erneuten Ausgleich, kippte das Spiel. Spille, inzwischen ausgewechselt, musste nun vom Spielfeldrand mit ansehen, wie der amtierende Welt- und Europameister die Partie letztlich mit 2:4 (13:15, 11:7, 11:4, 6:11, 8:11, 7:11) verlor. „Es war ein super Spiel“, fand der 22-Jährige trotz der Niederlage: „Die Schweizer haben es am Ende geschafft, vielleicht noch mehr als ihr eigentliches Leistungsvermögen abzurufen. Das ist uns leider nicht gelungen.“

Immerhin sicherten sich Spille und seine Teamkollegen am Sonntag die Bronzemedaille – mit einem 4:0 (11:8, 11:6, 11:7, 11:7)-Erfolg gegen Italien. „Dass wir Österreich in der Vorrunde auch am Rande der Niederlage hatten, hat uns gezeigt, dass wir uns trotz des jungen Alters im Team nicht zu verstecken brauchen und das Niveau der drei Teams auf dem Podest ganz dicht beieinander lag“, zog Spille trotz der verpassten Finalteilnahme ein positives Fazit.

Ähnlich sah auch Nationaltrainer Olaf Neuenfeld das sportliche Abschneiden seiner Mannschaft. „Es war insgesamt schon okay: Gegen die Schweiz haben wir in der Vorrunde gewonnen, gegen Österreich Matchball gehabt. Aber natürlich fehlte es ein bisschen an der Abstimmung“, konstatierte er: „Defensiv haben wir schon ganz gut gestanden. Aber vorne haben wir zu viele Anläufe gebraucht, was für uns ja eigentlich ungewöhnlich ist.“

Im Kader für die World Games steht Hauke Spille nach der Nominierung von Bundestrainer Olaf Neuenfeld nicht – auch weil er es in Person von Fabian Sagstetter (TV Schweinfurt-Oberndorf), Tim Albrecht (Ahlhorner SV), Sebastian Thomas (TSV Pfungstadt) und Kevin Schmalbach (TSV Hagen 1860) auf seiner Position mit starker Konkurrenz zu tun hat. Fest steht aber: Das Wochenende mit den sechs Länderspielen hat beim Faustballer aus Haidhäuser Lust auf mehr gemacht. Gut möglich also, dass er in Zukunft im illustren Kreis der Brettorfer in Sachen Länderspielen noch weiter aufsteigt…

Bundestrainer Olaf Neuenfeld hat am Mittwoch seinen zehnköpfigen Kader für die World Games 2022 im US-amerikanischen Birmingham bekanntgegeben: Patrick Thomas, Jonas Schröter (beide TSV Pfungstadt), Nick Trinemeier, Felix Klassen (beide TV Käfertal), Philip Hofmann, Ole Schachtsiek (beide TSV Hagen 1860), Rouven Kadgien (TSV Lola), Fabian Sagstetter (TV Schweinfurt-Oberndorf), Tim Albrecht (Ahlhorner SV), Philipp Kübler (TSV Calw).

Nations Cup

Für die im Juni abgesagte Europameisterschaft in Kaltern (Italien) wurde der Nations Cup 2021 als Ersatzveranstaltung aus der Taufe gehoben. Initiator war der deutsche Bundestrainer Olaf Neuenfeld. „Gemeinsam mit meinem Schweizer Kollegen Oliver Lang entstand die Idee, einen Nationencup auszurichten, damit unsere Mannschaften endlich wieder in den Wettkampfmodus kommen“, hatte Neuenfeld im Vorfeld erklärt. Mit der Schweiz, Österreich, Italien, Dänemark und Belgien waren – neben Deutschland – fünf Nationen der Einladung nach Schneverdingen gefolgt. Den einmaligen Titel „Nations-Cup-Sieger“ sicherte sich Österreich. Der Vizeweltmeister von 2019 bezwang in einem hochklassigen Finale die Schweiz mit 4:2 (11:7, 11:9, 5:11, 8:11, 12:10, 11:9) und feierte damit den ersten Titelgewinn seit 2010. 

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