Kreisliga: Trainer Höttges geschockt: „Das hatte mit Fußball nichts zu tun“

Spielabbruch nach Schlägerei in Großenkneten

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Auch Alexander Abeln traf beim 8:0-Kantersieg des Harpstedter TB in Heidkrug. ·

Grossenkneten - Gewalt auf dem Fußballplatz – das sehr betrübliche Thema reißt in der heimischen Sportszene nicht ab. Gestern Nachmittag musste das Fußball-Kreisligaspiel zwischen dem TSV Großenkneten und RW Hürriyet kurz vor Ablauf der Spielzeit nach Jagdszenen und Schlägereien abgebrochen waren. Da traten der Heimsieg des Harpstedter TB – der Aufsteiger festigte mit einem 8:0 beim TuS Heidkrug II seinen dritten Tabellenplatz – und die 1:4-Heimniederlage von GW Kleinenkneten gegen den SV Tungeln in den Hintergrund.

TSV Großenkneten - RW Hürriyet:Es lief beim Stand von 2:2 bereits die vierte Minute der Nachspielzeit, als sich die folgenschwere Szene ereignete: TSV-Akteur Ludwig Behr wurde auf der Außenbahn von Tolga Üzüm gefoult. Der Großenkneter sprang – Augenzeugenberichten zufolge – daraufhin auf seinen Gegenspieler zu und streckte diesen mit einem Faustschlag zu Boden. Anschließend stürzten sich sofort einige Hürriyet-Spieler auf Behr. „Danach überschlugen sich die Ereignisse“, erklärte Schiedsrichter Conrad Ammermann, der bei seinen Schlichtungsversuchen selbst noch einen Schlag abbekam und sich eine blutige Nase zuzog. „Wer mich geschlagen hat, konnte ich gar nicht sehen. Die Szene war so emotional, da sind so viele Spieler und Zuschauer losgelaufen“, berichtete Ammermann, der somit die Partie abbrach. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Schiedsrichter während der Partie übrigens nie den Eindruck, dass es zu einer solchen Eskalation kommen könnte: „Im gesamten Spiel deutete nichts auf ein solch unrühmliches Ende hin.“ Schockiert ob der Tumulte war auch TSV-Trainer Andree Höttges. „Das hatte mit Fußball nichts zu tun. Alle sind auf unseren Spieler losgegangen. Diese Reaktion darf nicht sein“, meinte Höttges, der aber gleichzeitig auch für seinen Spieler Konsequenzen ankündigte. Hürriyets Spielertrainer Murat Turan wollte die Reaktion seiner Spieler zwar nicht schönreden, sah den Ursprung der Tumulte aber im Verhalten des Großenkneter Spielers. „Die Schuldfrage ist eindeutig, der Faustschlag war der Auftakt zum Spielabbruch“, meinte Turan, der auch einige TSV-Zuschauer in die Tumulte verwickelt sah. Zur Schlichtung war schließlich noch die Polizei mit mehreren Einsatzwagen angerückt und nahm eine Strafanzeige wegen Körperverletzung auf. Auf das Sportgericht wartet nun hinsichtlich der Spielwertung, aber auch hinsichtlich der Aufarbeitung der Vorfälle, sicherlich jede Menge Arbeit.

TuS Heidkrug II - Harpstedter TB 0:8 (0:1). „Es war von beiden Seiten kein tolles Spiel“, relativierte HTB-Trainer Marc Wulferding den klaren Auswärtssieg seiner Mannschaft. Dennoch war Wulferding mit seiner Elf sehr zufrieden. „Die Jungs haben immer weiter nach vorne gespielt und wollten Tore schießen. Mit ein bisschen mehr Konsequenz hätten wir sogar noch höher gewinnen können“, berichtete der HTB-Coach. Vor allem die Lehmkuhl-Zwillinge schienen richtig Spaß am Toreschießen zu haben. Gleich drei Mal war Ole erfolgreich (54./77./82.), Jan trug sich zwei Mal in die Statistik ein (77./90.). Mit dem ersten Treffer von Ole Lehmkuhl zum 0:2 brach der Widerstand der Heidkruger zusehends. Im ersten Abschnitt hatte Markus Würdemann den HTB per Handelfmeter in Führung geschossen (34.). Die Szene, die zum Strafstoß führte, brachte Heidkrug zudem in Unterzahl: Feldspieler Mirko Silber klärte mit der Hand auf der Linie und sah berechtigterweise die Rote Karte. In der 61. Minute war es mit Alexander Abeln ein Defensivspieler des HTB, der mit seinem ersten Saisontor auf 3:0 erhöhte. Zum 4:0 (69.) war Hauke Glück erfolgreich, ehe sich die Lehmkuhls die weiteren Tore „brüderlich“ teilten.

GW Kleinenkneten - SV Tungeln 1:4 (1:1). „60 Minuten lang haben wir wieder einmal richtig gut mitgehalten“, meinte GWK-Trainer Karl-Heinz Bährens. Jan Kreienborg hatte die Gastgeber sogar nach 18 Minuten in Führung gebracht, zehn Minuten vor der Halbzeitpause erzielte Jan Majewski den Ausgleich. Im zweiten Abschnitt boten sich den Grün-Weißen gleich zwei gute Möglichkeiten, erneut vorzulegen. Doch erst verzog Kevin Pintscher knapp (60.), und kurz darauf traf Kreienborg nur den Außenpfosten (61.). Genauer zielten da schon die Gäste, und der eingewechselte Stefan Kämmerer sorgte fast im Gegenzug für das 1:2 (63.). Mit zwei weiteren Treffern machte Kämmerer nicht nur einen lupenreinen Hattrick (71./82.) perfekt, sondern füllte auch die Jokerrolle gleichermaßen aus. · him

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