Moto-Cross-Club hat Niedersachsencup noch nicht aufgegeben

Spannende Rennen? Nicht um jeden Preis

Action auf Abstand: MCC-Vorsitzender Lutz Opitz (l.) und Streckensanitäter Roland Hadeler (r.), gleichzeitig auch als Webmaster im Verein aktiv, beobachten hier ein freies Training auf ihrer Anlage in Aumühle.
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Action auf Abstand: MCC-Vorsitzender Lutz Opitz (l.) und Streckensanitäter Roland Hadeler (r.), gleichzeitig auch als Webmaster im Verein aktiv, beobachten hier ein freies Training auf ihrer Anlage in Aumühle.

Aumühle – Irgendwie scheint inmitten dieses Idylls am Rande der Autobahn 1 in Aumühle alles ein wenig entspannter abzulaufen. Auch Lutz Opitz ruht offenbar völlig in sich – obwohl dem Vorsitzenden des Moto-Cross-Clubs Wildeshausen schon in knapp drei Wochen ein Großereignis auf der vereinseigenen Bahn ins Haus steht: Am 1. und 2. Mai soll hier der VFM ADAC Moto-Cross-Niedersachsencup über die Bühne gehen.

„Das letzte Wort haben die Behörden“

Und den hat Opitz trotz der nach wie vor alles beherrschenden Pandemie-Lage noch nicht abgeschrieben: „Bisher haben wir die Hoffnung nicht aufgegeben. Wenn es klappt, ist es gut. Wenn nicht, ist das auch völlig in Ordnung“, verdeutlicht er: „Das letzte Wort haben die Ämter – und das respektieren wir.“

Damit meint der Club-Chef vor allem die Ordnungsämter des Landkreises Oldenburg und der Stadt Wildeshausen, mit denen er seit Beginn der Coronakrise in dauerhaft engem Kontakt steht. „Die Behörden haben von Anfang an klare Ansagen getätigt, wie sie sich die Abläufe hier vorstellen – und wir halten uns daran.“

Der große Vorteil der Motocrosser: Laut Corona-Verordnung zählt ihre Leidenschaft zu den Individualsportarten – und die sind nicht gänzlich ausgeschlossen, wenn sich alle an die Regeln halten.

In Aumühle sieht das unter anderem so aus: „Unsere Mitglieder kommen her, beziehen mit ihren Transportern und Anhängern ihre zehn mal zehn Meter große Parzelle, trainieren in kleinen Gruppen auf der Bahn, machen ihre Pause wieder auf ihrem Stellplatz und fahren irgendwann nach Hause“, schildert Opitz. Und es hätten ausschließlich Mitglieder Zutritt zum Gelände. „Das ist ja wohl auch logisch“, meint der Vorsitzende fast ein wenig entrüstet: „Wenn hier etwas nicht nach Vorschrift läuft, kann ich unsere Leute viel besser maßregeln als Fremde, die ich nicht kenne. Und sollte etwas schief laufen, bin ich der Erste, der als Vorsitzender den Kopf hinhalten muss.“

Idee: Vom Schnelltest direkt auf die Anlage

Für den geplanten Niedersachsencup müssen und sollen natürlich auch Aktive außerhalb des MCC hier starten. Dafür hat Opitz dem Club als Ausrichter selbst eine Bedingung auferlegt: „Meine Vorstellung ist, dass sich alle unmittelbar vorher im Wildeshauser Testzentrum auf Corona testen lassen – und bei einem negativen Befund direkt zu uns kommen. Aber dafür müssen die verantwortlichen Stellen mitspielen. Wenn das nicht funktioniert, ist es auch okay, dann machen wir es nicht.“

Doch vielleicht erhöhe solch eine Aktion ja auch die Akzeptanz in der Bevölkerung, sich ebenfalls regelmäßig untersuchen zu lassen. Auf jeden Fall wollen Opitz und seine Mitstreiter aber an den auf zwei Tage ausgelegten Planungen festhalten: „An einem Tag kommt das nicht infrage“, stellt er klar: „Bei einer zeitlichen Entzerrung kann ich die Startergruppen klein genug halten.“

Entscheidung soll am 18. April fallen

Am 18. April wollen die Behörden entscheiden, ob sie einen Niedersachsencup im Westen des Wildeshauser Stadtgebiets zulassen. „Wie sich die Lage aber bis dahin und bis Anfang Mai entwickelt, kann keiner abschätzen“, weiß auch Opitz. Doch er nimmt es anscheinend tiefenentspannt.

Lernprozess seit Corona-Beginn: Hygienekonzept und „mehr Struktur“

13 Monate nach Beginn der Corona-Pandemie und dem Verfassen des ersten Hygienekonzepts für die Motocrossbahn in Aumühle „hat sich einiges eingespielt. Bei uns steckt auf jeden Fall mehr Struktur drin als noch am Anfang“, sagt Lutz Opitz, Vorsitzender des Moto-Cross-Clubs Wildeshausen, mit ein wenig Selbstkritik in der Stimme. Wer sich die Regeln des Vereins durchliest, ahnt, wie viel Arbeit dahinter steckt. So dürfen nur Vereinsmitglieder auf das Areal – und das auch nur nach vorheriger Anmeldung per E-Mail samt entsprechender Bestätigung. Mehr als 40 Aktive pro Vormittag oder Nachmittag sind verboten, Zuschauer ebenso. Gleichzeitig die Bahn benutzen dürfen höchstens 20 Fahrer. Auf dem gesamten Gelände herrscht zudem Maskenpflicht, Rückkehrer aus Risikogebieten haben zwei Wochen nach ihrer Heimkehr keinen Zutritt.

Dennoch kann Opitz kritische Nachfragen von Spaziergängern oder Radlern am Streckenrand verstehen, die zweifeln, ob das alles so seine Richtigkeit hat, wenn sie die Motocrosser um die Kurven driften oder Luftsprünge über die Hügel vollführen sehen. „Natürlich hatten wir schon mal die Polizei bei uns zu Besuch. Denen mussten wir dann erklären, dass alles regelkonform abläuft. Die müssen selbst manchmal nachhaken, weil sich in diesem Vorschriften-Dschungel vieles so oft ändert“, berichtet der Club-Chef.

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