Talent vom TV Brettorf feiert mit Deutschlands U 18 Vize-Europameisterschaft

Silber gewonnen statt Gold verloren: Karen Kläner froh

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Karen Kläner vom TV Brettorf feierte am Sonntag mit Deutschlands U 18 die Europameisterschaft. Dieses Bild entstand im Finale.

Wildeshausen - Von Cord KrügerBRETTORF/AHLHORN · Nur kurz konnte sich ihre Trauer halten. Als Karen Kläner nach dem verlorenen EM-Finale auf ihre Silbermedaille hinab blickte, die über dem Nationaltrikot der Nachwuchs-Faustballerin vom TV Brettorf baumelte, „war ich natürlich schon enttäuscht“, gestand die 17-Jährige: „Wenn man in der Vorrunde alles so glatt gewinnt, rechnet man sich natürlich mehr aus.“ Doch sie und ihre Teamkolleginnen konnten schnell wieder lachen: Vize-Europameisterinnen der U 18, nur vom frenetisch angefeuerten Gastgeber aus Österreich geschlagen – da durfte die abendliche Party mit den Jungs der deutschen U 17, ihres Zeichens ebenfalls Silbermedaillen-Gewinner, steigen.

„Tja, das ging ganz schön lange – bis gegen zwei Uhr“, berichtete Karen Kläner gestern, am Morgen nach der Abschlussfeier des Turniers im österreichischen Vöcklabruck. Weniger ausgiebig zog sich allerdings das Endspiel hin, das Deutschland gegen Austria verlor. So einseitig, wie das 0:3 nach Sätzen aussieht, verlief die hochklassige Partie jedoch nicht: Nach dem 9:11 im ersten Durchgang ging's in Runde zwei in die Verlängerung – 10:12. Anschließend machten die Österreicherinnen mit 11:5 den Sack zu. „Am Ende konnten wir überhaupt nicht mehr an unsere Leistungen aus der Vorrunde anknüpfen“, urteilte die Zuspielerin: „Ob Angriff, Zuspiel oder Abwehr – da hat nicht mehr viel zusammen gepasst.“

Tags zuvor sah das noch ganz anders aus: Deutschland servierte Österreich mit 11:2, 12:10, 11:5 ab, gewann gegen Italien mit 11:2, 11:6, 11:6 und siegte über die Schweiz mit Schweiz 12:5, 11:5, 11:6. „Das war super, aber wir hatten auch beste Bedingungen“, schwärmte die Zwölftklässlerin des Wildeshauser Gymnasiums: „Der Platz war echt top, die Tribüne gut gefüllt – es hat Riesen-Spaß gemacht.“

Zu Beginn herrschte hingegen noch eine angespannte Stimmung: „Nur zwei aus unserer Mannschaft kannten ja das Gefühl, vor so vielen Zuschauern zu spielen“, berichtete die 17-jährige, für die es das erste Turnier im Nationaldress war. „Wir waren schon nervös – während der Anreise und auch kurz vorher auf dem Weg zum Stadion.“

Doch das Lampenfieber legte sich schnell. „Im Endspiel sind wir dann aber wohl mit dem Druck nicht so klar gekommen“, vermutete Kläner: „Da waren so viele Fans – und die haben die Österreicherinnen natürlich unheimlich laut angefeuert. Das hat sie richtig stark gemacht.“

Als sie und ihre Mitspielerinnen dann zur Siegerehrung antraten, hatten sich ihre Mienen bereits wieder aufgehellt: „Ein Vertreter des gastgebenden Vereins Vöcklabruck meinte in der Ansprache, dass in allen Mannschaftssportarten immer die Deutschen gegen Österreich gewinnen würden – und dass diesmal ruhig anders sein durfte“, berichtete Karen Kläner mit einem Schmunzeln.

Anschließend ging's zum gemeinsamen Mannschaftsfoto mit den Jungs der U 18, die an selber Stelle ebenfalls die Silbermedaille errungen hatten. Sie mussten sich nur der Schweiz geschlagen geben – sowohl im Endspiel (7:11, 7:11, 4:11) als auch am Samstag in der Vorrunde (5:11, 6:11). Dafür gewann die Mannschaft mit den beiden Ahlhornern Rico Lüdtke und Arne Grotelüschen gegen Italien mit 11:5, 11;2, schlug Namibia mit 11:6, 11:7 sowie Österreich 11:13, 11:4, 11:6. Im Halbfinale musste Österreich dann in 0:3 Sätzen den Kürzeren gegen Deutschland ziehen, doch am Ende reichte es für die Auswahl der Bundestrainer Hartmut Maus und Roland Schubert nicht zu Gold. Trotzdem genoss Grotelüschen dieses einmalige Erlebnis – und hofft nun auf weitere Einsätze mit dem Adler auf der Brust: „Ich würde gern wieder für Deutschland spielen“, verriet der 16-jährige Angreifer.

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