Linkshänder trägt hohem Aufwand Rechnung

Sieg der Vernunft: Kevin Pintscher verlässt TV Neerstedt

Kevin Pintscher vom Handball-Verbandsligisten TV Neerstedt geht mit dem Ball auf die gegnerische Deckung zu.
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Er ist weg: Kevin Pintscher wird in der neuen Saison nicht mehr im Trikot des TV Neerstedt spielen.

Neerstedt – Am Ende siegte die Vernunft. Nach langer Bedenkzeit und reiflicher Überlegung hat sich Kevin Pintscher nun entschlossen, sein Engagement beim TV Neerstedt zu beenden. Damit ist der 1,83 Meter große Linkshänder nach Linksaußen Marcel Behlmer (HSG Schwanewede/Neuenkirchen) und Kreisläufer Philipp Hollmann (berufliche und private Gründe) der dritte Spieler, der den Handball-Verbandsligisten vor der Saison 2021/2022 verlässt.

Obwohl Pintscher seinen Lebensmittelpunkt bereits vor geraumer Zeit aus beruflichen und privaten Gründen ins ostfriesische Norden verlagert hatte, spielte er mit dem Gedanken, auch künftig für die Grün-Weißen auf Torejagd zu gehen. „Aber inzwischen hat Kevin eingesehen, dass der Aufwand zu groß ist“, erläutert Tim Gersner mit Verweis auf die mehr als 130 Kilometer, die zwischen der Gemeinde Dötlingen und der nordwestlichsten Stadt auf dem deutschen Festland liegen. Gleichwohl bedauert der Vorsitzende des TV Neerstedt Pintschers Abschied. Der 28-Jährige sei im rechten Rückraum „immer für eine überraschende Aktion gut gewesen“.

Trainer Andreas Müller, der bereits bei der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg mit Pintscher zusammengearbeitet hatte, holte seinen früheren Schützling im September 2019 nach Neerstedt. In den 19 Partien der coronabedingt abgebrochenen Spielzeit 2019/2020 erzielte Pintscher insgesamt 37 Treffer. In den beiden Begegnungen der Serie 2020/2021 kam er nicht mehr zum Einsatz.

In Michael Uken und Marcel Reuter gehören immerhin noch zwei Linkshänder zum Neerstedter Aufgebot. Marcel Reuters Bruder Mirko wäre der Dritte im Bunde. „Allerdings ist Mirko immer noch in der Ausbildung und kann uns keine feste Zusage geben. Er gehört als Stand-by-Spieler zum erweiterten Kader. Es kann sein, dass es im nächsten Jahr anders bei ihm aussieht“, berichtet Tim Gersner.

Hinter der sportlichen Zukunft von Eike Kolpack (29) steht laut Aussage des TVN-Chefs „immer noch ein großes Fragezeichen“. Als Grund nennt Gersner die schwerwiegenden Schulterprobleme, die der wurfgewaltige Rückraumshooter seit längerer Zeit mit sich herumschleppt. „Es wäre schön, wenn Eike weiterhin dabei wäre. Er ist der Mann für die einfachen Tore und wichtiger Bestandteil der Abwehr“, unterstreicht Gersner. Sobald es beim Training in der Halle wieder richtig zur Sache geht, will der 1,97-Meter-Hüne sein lädiertes Gelenk einem Härtetest unterziehen. „Dann führen wir weitere Gespräche“, meint Gersner.

Zudem ist die Neerstedter Führungscrew im Dialog mit weiteren potenziellen Verstärkungen. In Rückkehrer Niklas Lüdeke (TS Hoykenkamp), seinen künftigen Rückraumkollegen Thies Hermann (HC Bremen) und Jan Niklas Bruning (HSG Delmenhorst) sowie Linksaußen Marvin Auffarth (HSG Grüppenbühren/Bookholzberg) haben sich die Grün-Weißen bislang vier neue Akteure geangelt. „Wir sind noch nicht fertig und haben weitere Namen auf dem Zettel. Allerdings werden wir keine verrückten Sachen machen, sondern gucken vorzugsweise nach jungen Spielern aus der Region“, erläutert Gersner.

Coach Müller hatte sich für die neue Spielzeit gewünscht, dass sein Kader etwas breiter aufgestellt wird. Bislang halten sich Ab- und Zugänge in etwa die Waage. Um Müllers Forderung zu erfüllen, muss also noch ein bisschen was kommen.

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