VfL setzt durch Kantersieg über Ahlhorner SV ein Statement im Titelkampf

Jan Lehmkuhl findet im Derby den Dosenöffner – 8:0

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Dreifachtorschütze Jan Lehmkuhl (r.) zieht ab und trifft zum 6:0.

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Sebastian von Behren konnte einem leidtun. „Geht doch mal in die Zweikämpfe“, forderte der Torhüter des Fußball-Bezirksligisten Ahlhorner SV von seinen Vorderleuten, als er die Kugel wieder mal aus dem Netz holen musste. Und ASV-Verteidiger André Harmuth schimpfte: „Werdet langsam wach, sonst kriegen wir zehn Stück.“ Doch eine zweistellige Niederlage blieb dem Tabellenletzten beim VfL Wildeshausen erspart: Der Spitzenreiter begnügte sich im Derby mit einem 8:0 (4:0) und setzte auch so ein deutliches Statement im Titelkampf.

Dabei war der Wildeshauser Matchplan, mit einer Überfalltaktik ein schnelles Tor zu machen, nicht aufgegangen. Im Gegenteil: Die Krandel-Kicker wirkten anfangs fast ein wenig gehemmt, selbst wenn sie durch Jan Lehmkuhl (11.), Sascha Görke (11.) und Maximilian Seidel (18./Flugkopfball an den Pfosten) zu ersten Chancen kamen. Aber auch der ASV startete zwei, drei gefährliche Angriffe, brachte sie aber nicht konsequent zum Abschluss.

„In der Anfangsphase haben wir die Aggressivität vermissen lassen und keine Überzahl in Ballnähe bekommen“, monierte VfL-Trainer Marcel Bragula: „Aber zum Glück hat Jan Lehmkuhl den Dosenöffner gefunden – danach folgte ein fulminanter Sturmlauf.“ Lehmkuhl hatte das Spielgerät nach einer kurzen Eckballvariante mit Janek Jacobs wunderbar zum 1:0 ins Netz gezirkelt (23.), und der Bann war gebrochen.

„Als ich in die Gesichter meiner Jungs gesehen habe, wusste ich, was sich in der nächsten Viertelstunde abspielen würde“, ahnte ASVCoach Jörg Peuker das Unheil voraus. So nahm das Schicksal der Gäste seinen Lauf. Ailko-Hauke Meyer, Aushilfe aus der ASV-Reserve, foulte Maximilian Seidel. Kai Schmale ließ sich die Strafstoßchance nicht entgehen – 2:0 (28.). Seidel (38.) und Jacobs (41.) erhöhten zum 4:0-Halbzeitstand. „Es freut mich besonders, dass Maxi mal wieder getroffen hat. Er war zuletzt ein bisschen im Formtief. Wir wollten ihn da rausholen und haben ihm deshalb von Anfang an das Vertrauen geschenkt“, erläuterte Bragula.

Seidel legte nach dem Wechsel auch gleich noch das 5:0 nach (53.). Sein Doppelpack wurde aber noch vom Dreifachtorschützen Jan Lehmkuhl übertroffen, der zum 6:0 (56.) und 8:0-Endstand (76.) netzte. Das 7:0 besorgte der eingewechselte Ole Lehmkuhl in Co-Produktion mit seinem Zwillingsbruder (75.). „Wir haben endlich mal wieder kombiniert. Wer weiß, wofür die Tore noch gut sind?! Deshalb haben wir auch bis zum Ende nicht nachgelassen“, meinte Bragula.

„Der VfL spielt in einer anderen Liga“, musste Jörg Peuker anerkennen. Der A-Lizenzinhaber hatte sich die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte „ein bisschen anders vorgestellt“. In 90 Minuten brachte seine Crew nur einen Schuss auf das VfL-Tor zustande: Nach einer schnellen Kombination über den A-Jugendlichen Fadi Hezo und Hung Vong Qunc hämmerte Silvio Schröder den Ball laut scheppernd an den Pfosten (65.). „So schlecht wie ich geschlafen habe, war das vorher klar“, ächzte Peuker, dem es beim Gedanken an das Ergebnis „kalt den Rücken runter“ lief.

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