Serienmeister TSV Pfungstadt verteidigt Titel bei Hallenfaustball-DM in Oldenburg

Bronze für Brettorf – und Kreye „vorm Herzinfarkt“

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Jubelbild mit Fans: Trainer Ralf Kreye (v.v.l.), Christian Kläner, Patrick Poppe-Hirsch, Timo Kläner, Marc Lange, Tobias Kläner, Malte Hollmann, Tim Lemke und Jörn Büsselmann feiern mit den Brettorfer Anhängern die DM-Bronzemedaille.

Oldenburg - Von Sven Marquart. Auf diesen Moment hatten die Faustballer des TV Brettorf sehnsüchtig gewartet: Bei der deutschen Hallenmeisterschaft in Oldenburg durften sie endlich wieder eine DM-Medaille bejubeln. Durch das 3:1 (11:9, 11:9, 14:15, 11:9) im Bronzematch über den TV Schweinfurt-Oberndorf beendeten die Brettorfer eine zweijährige Durststrecke. Zuletzt hatten sie 2013 bei der Hallen-DM in Coburg Silber geholt.

Aus den Lautsprechern dröhnte „Tage wie diese“ von den Toten Hosen, während Ralf Kreye seinen Co-Trainer Lutz Meyer in die Luft hob und die Spieler vor der Tribüne den „Diver“ machten. Trotz der ohrenbetäubenden Musik waren die „Ralf-Kreye“-Sprechchöre des Brettorfer Anhangs nicht zu überhören. Nur langsam entlud sich bei Fans und Aktiven die Spannung.

Gegen die unbequemen Schweinfurter hatte die Kreye-Crew zuletzt zwei Mal beim IFA-Pokal in Wardenburg und schließlich vorgestern im Gruppenspiel den Kürzeren gezogen. Im kleinen Finale boten die Brettorfer eine konzentrierte Leistung und gewannen die ersten beiden Sätze jeweils knapp mit 11:9. Wie im zweiten Durchgang bogen die Lokalmatadoren auch im dritten einen 4:8-Rückstand um und hatten beim Stand von 10:8 zwei Matchbälle. Doch die Unterfranken wehrten beide und in der dramatischen Satzverlängerung noch vier weitere ab und schafften so den Anschluss (15:14).

„Aber trotzdem waren wir im dritten Satz die bessere Mannschaft – das war wichtig zu wissen“, sagte Lutz Meyer. Seine Schützlingen blieben auch in Durchgang vier ihrer Linie treu. Mit einem Treffer auf den Körper von Schweinfurts Schlagmann Oliver Bauer machte Angreifer Tobias Kläner schließlich den Sieg perfekt.

Nachdem sich der erste Jubel gelegt hatte, ging die Party in der Brettorfer Umkleidekabine weiter. „Treibstoff, Männer!“, brüllte Ralf Kreye und knallte eine Kiste Weizenbier auf die Bank. Er sei „kurz vorm Herzinfarkt“ gewesen, gestand der Übungsleiter. Seine Aufregung war mittlerweile der Freude über das „schöne Geburtstagsgeschenk“ gewichen: Der Wardenburger feiert am Montag sein 46. Wiegenfest.

Während es sich der Vereinsvorsitzende Helmut Koletzek nicht nehmen ließ, mit einem Tablett Hopfenkaltschale zu gratulieren, kürte Ralf Kreye Malte Hollmann zum Matchwinner: „Das wird mal ein ganz Großer“, lobte er den Youngster. Hollmann wirkte für seine 18 Jahre und trotz der großen Kulisse ziemlich abgezockt. Doch der Nachwuchsangreifer gab das Kompliment artig weiter: „Die ganze Mannschaft hat gut gespielt. Die Abwehr hat starke Dinger rausgeholt, und Tobi hat gegen Schweinfurt sein bestes Spiel gemacht.“

Dabei hätte Malte Hollmann im kleinen Finale – wie wohl viele andere auch – „eher mit Berlin gerechnet“. Doch die Hauptstädter hatten sich im Halbfinale überraschend deutlich mit 3:1 gegen Schweinfurt durchgesetzt. Die Berliner verpassten dann sogar nur knapp eine Sensation: Erst nach einer Fünf-Satz-Schlacht mussten sie sich im Endspiel dem Serienmeister TSV Pfungstadt geschlagen geben.

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