Seidel löst die Anspannung

Nach dem 1:0 durch Maximilian Seidel (Nummer 12) stürmten Trainer und Ersatzspieler zum Jubeln aufs Feld. - Foto: Marquart

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Die Anspannung bei Marcel Bragula war groß. So groß, dass der Trainer des Fußball-Bezirksligisten VfL Wildeshausen nach dem hart erkämpften 2:0 (0:0) über den SV Tur Abdin Delmenhorst sogar beinahe die obligatorische Presserunde vergessen hätte. Nach den nervenaufreibenden 90 Minuten musste der 43-Jährige erst einmal Dampf ablassen.

„Abdin war topmotiviert und ein extrem bissiger Gegner. Wenn man dann noch eine ganze Halbzeit in Unterzahl spielen muss und trotzdem gewinnt, fällt alles von einem ab“, beschrieb Bragula seine Gemütslage.

Den ersten großen Aufreger der Partie gab es in der zehnten Minute. Ole Lehmkuhl hatte den Ball an Daniel Karli vorbei gelegt und landete unsanft im Strafraum. Während die Wildeshauser lautstark Elfmeter forderten, ließ Schiedsrichter Christian Flitz (SG Hüllstede) weiterlaufen. Der Referee ließ auch sonst eine klare Linie vermissen und legte bei der Bewertung vergleichbarer Szenen bisweilen sehr unterschiedliche Maßstäbe zugrunde.

Keine zwei Meinungen gab es hingegen beim Platzverweis von Ole Lehmkuhl. Der bereits wegen eines Fouls verwarnte Mittelfeldspieler stoppte Manuel Celik beim Konter mit einem Griff an den Hals und sah dafür Gelb-Rot (45.+2). „Der Platzverweis ist berechtigt. Da darf Ole nicht hingehen“, bestätigte Bragula. Gleich darauf ging es torlos in die Pause. Auch nach Chancen stand es unentschieden. Für die Krandel-Kicker hatte Sascha Görke zweimal die Führung auf dem Fuß (21./41.), für Abdin war es jeweils Can Blümel (17./30.). Bei dessen erster Gelegenheit verhinderte nur der Pfosten einen Treffer.

„In der ersten Halbzeit läuft eigentlich alles gut. In der zweiten kommen in drei, vier Szenen die Pässe nicht richtig an – und dann verliert man so ein Spiel halt. Wildeshausen hat das eiskalt ausgenutzt“, sagte Abdin-Coach Christian Kaya. Dass seine Mannschaft nun einen Mann mehr auf dem Feld hatte, fiel überhaupt nicht auf. „Da kann man sehen, was taktische Disziplin ausmacht“, betonte Bragula. Während der Tabellenführer in der Abwehr kaum in Bedrängnis geriet, erspielte er sich vorne weiterhin Chancen. Die Versuche von Görke (52.) und Lukas Schneider (70.) waren noch nicht von Erfolg gekrönt. Nach Flanke des diesmal eher unglücklich agierenden Alexander Kupka klärte Abdin-Keeper Ehsan Ehsani Tabar per Fußabwehr vor dem lauernden Görke (76.).

Doch dann zappelte der Ball im Netz: Michael Eberle setzte sich auf der linken Seite durch und bediente Maximilian Seidel. Nachdem dessen Schuss vom Innenpfosten zum 1:0 hinter die Linie gesprungen war (79.), löste sich bei den Wildeshausern die Anspannung. Trainer und Ersatzspieler stürmten zum Jubeln aufs Feld. Die Entscheidung war das aber noch nicht. Zunächst bekam Seidel den Ball nicht zum mitgelaufenen Andreas Kari (85.). Im direkten Gegenzug rettete VfL-Schlussmann Sebastian Pundsack großartig gegen David Uyar. „Ansonsten haben wir in der zweiten Halbzeit nichts zugelassen“, unterstrich Bragula.

Dann behauptete sich Seidel im Laufduell gegen George Celik, setzte die Kugel aber nur um eine Winzigkeit neben den Pfosten (86.). Kurz vor Schluss ging Görke im Strafraumduell mit Karli zu Boden. Diesmal zeigte Schiedsrichter Flitz auf den Punkt. Michael Eberle trat an und verwandelte sicher zum 2:0-Endstand (90.).

„Ich glaube, die Zuschauer haben ein geiles Fußballspiel gesehen. Es war immer hochspannend. Indem wir René Tramitzke ausgewechselt und auf einen Konterstürmer gesetzt haben, sind wir ins Risiko gegangen. Deshalb ist unser Sieg verdient“, bilanzierte Bragula.

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