Sechs Richtige

Neuverpflichtungen des Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen setzen einige Glanzlichter

 Timo Goldner nimmt einen Ball mit dem rechten Fuß volley.
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Bereicherung: Timo Goldner war vor dem Lockdown toll in Form.

Die neuen Spieler des Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen sind sehr gut eingeschlagen und hatten bereits mehrere starke Momente. Das Duell auf der Torwartposition ist weiterhin völlig offen.

  • Galavorstellungen von Timo Goldner
  • Steve Köster mit Siegtor und Verletzungspech.
  • Kevin Radke sofort eine feste Größe.

Wildeshausen – Bei der Verpflichtung neuer Spieler achtet der VfL Wildeshausen nicht nur auf die sportlichen Aspekte. Trainer Marcel Bragula betont dabei auch immer wieder, dass die Neuzugänge auch charakterlich zum Fußball-Landesligisten passen müssen. Fündig wurde der 46-Jährige dabei oftmals in unteren Spielklassen, formte Kreisliga-Akteure mit schöner Regelmäßigkeit zu Leistungsträgern. „Ich bekomme immer wieder Feedback von anderen Vereinen, dass man uns darum beneidet“, erzählt der bestens vernetzte VfL-Coach. Aufgrund seiner guten Kontakte hat der B-Lizenzinhaber aber auch schon einige Sensationstransfers tätigen können, obwohl beim VfL Wildeshausen nach eigenem Bekunden kein Geld zu verdienen ist. „Es spricht für uns, dass solche Leute wie Kevin Radke zu uns kommen“, freut sich Bragula. Um Radke hatten mehrere Clubs von der Landesliga bis zur Regionalliga gebuhlt. Der oberligaerfahrene Außenverteidiger entschied sich nach seinem Abschied vom Regionalliga-Aufsteiger SV Atlas Delmenhorst jedoch bewusst für die Krandel-Kicker – und wurde sofort zum Führungsspieler. Auch die fünf anderen Neulinge schlugen beim Tabellendritten der Nordstaffel sehr gut ein und setzten in den acht Pflichtspielen der aktuell unterbrochenen Saison schon einige Glanzlichter. So wie es aussieht, hat Bragula diesmal also gleich sechs Richtige erwischt. Selbst die schwerwiegenden Verluste von Mittelfeldmotor Jan Lehmkuhl (SC Melle 03) sowie des routinierten Torhütertrios Sebastian Pundsack, David Lohmann und Felix Dittrich (alle aufgehört) konnte die Wittekind-Crew auffangen.

Timo Goldner

Die Wette mit Timo Goldner war nicht ohne Risiko. Wegen einer hartnäckigen Schambeinentzündung hatte der schnelle Offensivmann in der Saison 2019/2020 lediglich zwei Bezirksliga-Spiele für BW Bümmerstede absolviert und war fast ein ganzes Jahr ausgefallen. Auch zum Zeitpunkt seines Wechsels war der 23-Jährige noch nicht wieder bei 100 Prozent. „Aber ,Goldi‘ hat sich durch hohe Eigeninitiative mit Physiotherapie und Einzeltraining zurückgekämpft“, lobt Bragula. Bereits im Vorbereitungsspiel gegen den Vechtaer Kreisliga-Vizemeister BW Langförden deutete Goldner seine Qualitäten an. Nach seiner Einwechslung in der 65. Minute sorgte er sofort für Belebung und erzielte den Treffer zum 3:1-Endstand. Inzwischen ist Goldner wieder in Topform. Beim 2:1-Zweitrundenerfolg im Bezirkspokal über den VfL Stenum war er erstmals der Wildeshauser Matchwinner: Goldner bereitete zunächst den Ausgleich durch Lennart Feldhus vor und erzielte dann nach einem tollen Solo selbst den Siegtreffer. Die Landesliga-Partie in Firrel wurde dann zur Goldner-Gala schlechthin. „Das Spiel hat Timo allein entschieden“, meint Bragula anerkennend. Zum 4:3 steuerte Goldner zwei Treffer und zwei Vorlagen bei. „Ich hatte von Beginn an ein gutes Gefühl. Aber dass ,Goldi‘ so schnell und so gut einschlagen würde, damit war nicht zu rechnen“, sagt Bragula. Goldner gebe nie auf, habe eine gute Einstellung zum Fußball und passe mit seiner witzigen Art gut in die Mannschaft.

Goldners Bilanz: sechs Landesliga-Einsätze (486 Spielminuten/zwei Tore); zwei Bezirkspokaleinsätze (180 Spielminuten/ein Tor)

Steve Köster

Steve Köster kam im Doppelpack mit Timo Goldner aus Bümmerstede nach Wildeshausen. An seinen Wechsel knüpfte Bragula hohe Erwartungen, „die sich auch erfüllt haben“. Dabei hatte der 23-Jährige bereits in der Vorbereitung einen Rückschlag einstecken müssen: Im Testspiel beim A-Junioren-Regionalligisten JFV Nordwest erlitt Köster einen Bänderriss im Sprunggelenk. Doch der Mittelfeldmann kämpfte sich schnell zurück. Mit seiner Körperlichkeit und Kopfballstärke kompensierte Köster den Weggang Jan Lehmkuhls. „Steve ist ein guter Box-to-Box-Spieler, und mit dem Siegtor in Papenburg hatte er auch einen richtig geilen Moment“, erinnert sich Bragula. In der vierten Minute der Nachspielzeit köpfte der Oldenburger das 2:1 gegen den Spitzenreiter. Dabei hatte sich Köster wenige Tage vorher einen Nerv eingeklemmt und sich erst wieder halbwegs bewegen können, nachdem er zwei Spritzen bekommen hatte. Das Verletzungspech blieb ihm auch weiterhin treu: Wegen eines im Training erlittenen Trommelfellrisses verpasste Köster die drei letzten Landesliga-Begegnungen vor dem Lockdown. Trotzdem: „Steve ist ein absoluter Zugewinn“, findet Bragula.

Kösters Bilanz: drei Landesliga-Einsätze (270 Spielminuten/ein Tor), ein Bezirkspokaleinsatz (36 Spielminuten/kein Tor)

Kevin Radke

Obwohl sich Kevin Radke erst kurz vor dem Saisonauftakt für den VfL Wildeshausen entschieden hatte, war der 30-Jährige sofort eine feste Größe. Neben Thorben Schütte ist Radke der einzige VfL-Akteur, der sämtliche 540 Landesliga-Minuten auf dem Platz stand. Gleich in seinem ersten Pflichtspiel für die Huntestädter servierte der gelernte Außenverteidiger zwei echte Hingucker: Beim 4:0 über den TV Dötlingen in der ersten Bezirkspokalrunde markierte Radke die ersten beiden Treffer. „Man hat gleich gemerkt, dass uns Kevin guttut, auch wenn er immer noch nicht bei 100 Prozent ist“, sagt Bragula. Aufgrund der Personalnot musste Radke immer wieder im Mittelfeld aushelfen – für einen Mann mit seinen Fähigkeiten kein Problem. „Kevin ist erfahren, zweikampfstark, robust, taktisch intelligent, hat ein gutes Passspiel und eine tolle Ruhe am Ball – man sieht, dass er ein paar Oberliga-Spiele mitbringt“, zählt Bragula die Vorzüge des Stuhrers auf.

Radkes Bilanz: sechs Landesliga-Einsätze (540 Spielminuten/kein Tor); zwei Bezirkspokaleinsätze (180 Spielminuten/2 Tore)

Daniel Wollenberg

Daniel Wollenberg wartet noch auf sein Landesliga-Debüt. „Das ist so gewollt, weil es noch zu früh käme“, begründet Bragula. Schließlich kickte der 19-Jährige in der vergangenen Saison noch für die Wildeshauser A-Junioren in der Kreisliga. Der Sprung ist groß. „Daniel ist ein Junge, der uns Spaß macht. Er bringt viel Freude und Engagement mit. Aber er muss Geduld haben und körperlich zulegen“, sagt Bragula. Zumindest im Pokal durfte das Mittelfeldtalent schon für eine gute halbe Stunde ran und leitete dabei den Siegtreffer gegen Stenum ein. Ansonsten soll Wollenberg in der U 23 Spielpraxis sammeln.

Wollenbergs Bilanz: kein Landesliga-Einsatz; ein Bezirkspokaleinsatz (31 Spielminuten/kein Tor)

Miguel Förster

Im Kampf um den Stammplatz zwischen den Pfosten hatte Miguel Förster zu Saisonbeginn zunächst die Nase vorn. Dabei hatte der Delmenhorster, der seine fußballerische Ausbildung in der Nachwuchsabteilung des SV Werder Bremen genossen hatte, wegen eines Kreuzbandrisses zuletzt anderthalb Jahre pausieren müssen. „Miguels Torwartspiel ist etwas moderner. Er hat gute Leistungen gezeigt, es waren aber auch Fehler dabei. Aber das war uns vorher klar und ist bei jungen Torhütern völlig normal“, erläutert Bragula. Beim 4:3 in Firrel patzte Förster mehrfach. Anschließend fiel der 19-Jährige verletzt aus. „Miguel plant eventuell ein Studium bei der Bundeswehr. Deshalb müssen wir uns auf der Torhüterposition vielleicht breiter aufstellen“, berichtet Bragula.

Försters Bilanz: vier Landesliga-Einsätze (360 Spielminuten/sieben Gegentreffer); ein Bezirkspokaleinsatz (90 Spielminuten/kein Gegentreffer)

Sören Willers

Sören Willers hatte den Zwei-Klassen-Sprung vom Kreisligisten TSV Großenkneten in die Landesliga gewagt. Der 20-Jährige liefert Miguel Förster einen offenen Konkurrenzkampf. „Beide sind auf einem Niveau. Sören ist ruhiger und interpretiert seine Position etwas konservativer“, erklärt Bragula. Während Förster in vier Punktspielen sieben Gegentreffer kassierte, musste Willers bei nur zwei Einsätzen ebenfalls siebenmal den Ball aus dem Netz fischen. Sein Pech: beim 1:5 gegen Aufsteiger TuRa 07 Westrhauderfehn hatte die komplette Mannschaft einen rabenschwarzen Tag erwischt.

Willers’ Bilanz: zwei Landesliga-Einsätze (180 Spielminuten/sieben Gegentreffer); ein Bezirkspokaleinsatz (90 Spielminuten/ein Gegentreffer)

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