TV Dötlingen ist Kreispokalsieger / Torhüter hält insgesamt vier Elfmeter

Schultz’ Sonderschicht zahlt sich aus

Die Entscheidung: Dötlingens Keeper Max-Philipp Schultz (Bild) pariert den Elfmeter von Wildeshausens Florian Düser.  
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Die Entscheidung: Dötlingens Keeper Max-Philipp Schultz (Bild) pariert den Elfmeter von Wildeshausens Florian Düser. Foto: Marquart
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Hasbergen – Die Sonderschicht hat sich gelohnt. Am Tag vor der Entscheidung im Fußball-Kreispokal, die aufgrund der Coronabeschränkungen diesmal nur per Elfmeterschießen herbeigeführt werden konnte, hatte Max-Philipp Schultz mit einigen Teamkollegen extra noch Strafstöße geübt. „Ich war schon immer ein großer Fan des Elfmeterschießens, und unser Trainer Joachim Puchler weiß, dass ich dafür nicht der Verkehrteste bin“, sagte der Torhüter des TV Dötlingen. Tatsächlich war der Keeper auf dem Sportplatz des TuS Hasbergen nicht nur wegen seines knallig orangen Outfits der auffälligste Akteur. Denn sowohl im Halbfinale gegen den Ahlhorner SV (4:2) als auch im Finale gegen den VfL Wildeshausen II (5:4) parierte Schultz jeweils zwei Schüsse und sicherte seinem Team damit den „Corona-Cup“ sowie den Einzug in den Bezirkspokal.

Dabei hatte der 21-jährige Schlussmann seit dem 3:2-Viertelfinalerfolg über den Harpstedter TB Ende Oktober kein Pflichtspiel mehr für den Kreisliga-Vierten bestritten. Dass er am Tell zwischen die Pfosten durfte, war auch dem Umstand geschuldet, dass Patrick Stefan wegen einer Bänderverletzung im Fuß passen musste. „Eigentlich ist ,Paddel‘ unsere Nummer eins“, bestätigte Schultz.

Nachdem Enis Stublla im Halbfinale gegen den Kreisliga-Vizemeister aus Ahlhorn zum 1:0 vorgelegt hatte, entschärfte Schultz gleich den ersten ASV-Versuch von Torjäger Stefan Rupprecht. Zwar scheiterte Niclas Schemionek gleich darauf an ASV-Keeper Nicklas Rieken, doch mit einer sensationellen Fußabwehr im Stile von Nationaltorwart Manuel Neuer beim Schuss von Pierre Ritter brachte Schultz die Dötlinger wieder in Vorteil. Letztlich war es TVD-Abwehrchef Bartosz Drozdowski gegen seinen Ex-Club vorbehalten, den entscheidenden Elfmeter zum 4:2 zu versenken. Das Duell zwischen Schultz und Shqipron Stublla, die seit Schulzeiten besten Freunde sind, war damit überflüssig geworden.

Im Finale gegen den VfL Wildeshausen II, der sich zuvor mit 5:3 gegen den FC Huntlosen durchgesetzt hatte, schien Drozdowski dann in die Rolle des Pechvogels zu schlüpfen. Nachdem die ersten vier Schützen beider Teams getroffen hatten, scheiterte der 36-jährige Routinier an VfL-Keeper Maik Backhus. Doch Schultz wetzte die Scharte wieder aus, indem er die folgenden Versuche der Wildeshauser Robin Landgraf und Florian Düser parierte, während Enis Stublla die Nerven behielt.

„Gegen den Ex-Verein zu gewinnen, ist immer etwas Besonderes“, sagte Schultz freudestrahlend. Von 2010 bis 2018 war er selbst bei den Krandel-Kickern aktiv und spielte in dieser Zeit mit vielen Akteuren aus der Wildeshauser U 23 zusammen.

Deren neuer Coach Georg Zimmermann nahm die Niederlage mit Humor. „Wir hätten es in der regulären Spielzeit machen müssen“, flachste er. Eigentlich hätte Zimmermanns Vorgänger Mete Döner, der die VfL-Reserve mit Siegen über den TuS Heidkrug II (8:1), den TV Munderloh (9:8 nach Elfmeterschießen) und den SC Dünsen (3:1) ins Halbfinale geführt hatte, die Wildeshauser nochmals betreuen sollen. Doch wegen eines Krankheitsfalls in seiner Familie musste Döner kurzfristig absagen.

Im Gemeindeduell um Platz drei behauptete sich der FC Huntlosen mit 4:2 gegen den Ahlhorner SV. Dabei hielt FCH-Keeper Niko Eilks die Elfmeter von Shqipron Stublla und Zidan Arslan.

Vor den Herren hatten in Hasbergen schon die Altherren ihren Kreispokalsieger ausgeschossen. Kurios: Unter den vier Halbfinalisten waren mit dem SV Atlas und dem TV Jahn zwei Teams, die im laufenden Wettbewerb noch kein einziges Spiel absolviert hatten. Nachdem beide Delmenhorster Clubs zum Auftakt ein Freilos hatten, waren ihre Zweitrundengegner SV GW Kleinenkneten (Jahn) und Ahlhorner SV (Atlas) nicht angetreten.

Atlas um die oberligaerfahrenen Florian Urbainski und Dominik Entelmann war eigentlich klarer Favorit, enttäuschte dann aber auf der ganzen Linie. Die Blau-Gelben verloren erst das Halbfinale gegen den DTB (2:4) und danach auch das „kleine Finale“ gegen die SG Döhlen/Großenkneten (5:6).

Den „Pott“ schnappte sich der DTB, der wie schon gegen Atlas auch beim 3:1-Finalsieg über den TV Jahn ohne jeden Fehlschuss blieb. Dafür behielt Torhüter Luis-Alberto Wilchez in den Duellen mit Atlas’ Dariusch Azadzoy und Jahns Rene Brandenburg die Oberhand. Und das als „Ungelernter“, denn normalerweise ist Wilchez Feldspieler. Doch mit starken Trainingsleistungen hatte sich der 35-Jährige für den Shootout empfohlen.

Von Sven Marquart

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