Handball-Oberliga: TVN-Regisseur verwandelt Siebenmeter zum 31:30-Endstand

Schulenbergs Nervenstärke sichert Neerstedt den Sieg

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Der entscheidende Siebenmeter: Tim Schulenberg verwandelt.

Neerstedt - Von Michael HillerDrei Mal war Tim Schulenberg bereits während der regulären Spielzeit zum Siebenmeter angetreten. Mit allen drei Versuchen – jeweils hoch geworfen – hatte der Regisseur des Handball-Oberligisten TV Neerstedt die Keeper der HSG Schwanewede/Neuenkirchen überlistet. Zum großen „Showdown“ mit Neerstedter Happy End kam es aber erst, als die 60 Minuten schon abgelaufen waren.

Wenige Sekunden vor der Schlusssirene beim Spielstand von 30:30 war Stefan Timmermann auf der rechten Seite durchgebrochen, wurde aber von Jan Mühlbrandt gefoult. Das souverän leitende Schiedsrichtergespann Kaiser/Kaiser entschied auf Siebenmeter. Klar, dass auch dieses Mal Schulenberg antreten würde. Doch während HSG-Torhüter Hendrik Schreiner wohl mit einem weiteren hohen Wurf rechnete, setzte „Schlitzohr“ Schulenberg den Ball als Aufsetzer in die Maschen – das war der glückliche, aber keinesfalls unverdiente 31:30 (16:14)-Sieg, der anschließend ausgiebig gefeiert wurde.

„Das war ein intensives Handballspiel, und ich bin sehr glücklich über die zwei Punkte“, meinte TVN-Trainer Dag Rieken nach einer von Spannung und Einsatz geprägten Begegnung. Allerdings – und das wusste auch Rieken – hätten sich die Neerstedter das große Zittern auch ersparen können. „Wir hatten genügend Möglichkeiten, frühzeitig den Sack zuzumachen, haben uns in diesen Phasen aber zu ungeschickt angestellt“, gab Dag Rieken zu. Zum anderen kämpften die Gäste eben bis zu jenem letzten Wurf, ehe sie doch mit leeren Händen die Heimreise antreten mussten. „Schwanewede hat wirklich stark gespielt“, lobte Neerstedts Trainer den Gäste-Auftritt.

Vor einer enttäuschenden Zuschauerkulisse brauchten beide Teams etwas Zeit, um in Schwung zu kommen. Erst nach 3:42 Minuten traf Tim Schulenberg zum 1:0. Diese Führung konnte Thomas Schützmann per Tempogegenstoß auf 6:3 (10.) ausbauen. Danach schlichen sich bei den Gastgebern jedoch schon die ersten Fahrlässigkeiten im Angriff ein, so dass der weitere Verlauf der ersten Halbzeit zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen wurde, in dem Schwanewede vor allem dank ihres starken Linksaußen Mirko Ahrens (9 Tore) zwischenzeitlich sogar mit 13:12 (25.) vorne lagen. Mit einem gewaltigen Unterhandwurf holte Andre Willmann die Führung zurück, ehe der treffsichere Bastian Carsten-Frerichs mit einem seiner insgesamt sechs Tore zum 16:14-Pausenstand traf.

Ähnlich schläfrig wie die erste begann danach auch die zweite Halbzeit. Erst nach dem 18:16 zogen die Hausherren das Tempo an, und als Schützmann wiederum per Gegenstoß das 22:17 (40.) erzielte, schien sich ein sicherer Heimsieg anzubahnen. Doch eine Umstellung in der Gäste-Abwehr – Ole Harms nahm Tim Schulenberg in Manndeckung – führte dazu, dass Neerstedt wieder vom Weg abkam. Außerdem bekam der im Neerstedter Tor eingewechselte Olaf Sawicki nicht eine Hand an den Ball. Die HSG nutzte dies eiskalt aus, kämpfte sich mit drei Toren hintereinander zurück und ließ sich auch nach dem 26:22 (Malte Kasper/50.) nicht abschütteln. Beim 28:28 hatte Andreas Szwalkiewicz den Ausgleich hergestellt und die dramatische Schlussphase eröffnet. Neerstedt legte zwei Mal durch Eike Kolpack und Thomas Schützmann vor, Schwanewede glich im Gegenzug aus. Die letzten 20 Sekunden reichten dann den Neerstedtern, um noch den entscheidenden Siebenmeter herauszuholen.

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