Handball: Linksaußen des TV Neerstedt drückt heute eher Polen die Daumen

Schützmanns Zwiespalt

Thomas Schützmann spielt seit der Saison 2007/2008 für den TV Neerstedt. ·
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Thomas Schützmann spielt seit der Saison 2007/2008 für den TV Neerstedt. ·

Neerstedt - Von Michael HillerWenn sich die Handball-Nationalmannschaften von Deutschland und Polen im „Zwischenrunden-Endspiel“ der Europameisterschaft in Serbien heute Nachmittag (16.15 Uhr) gegenüberstehen, stellen sich Thomas Schützmann gleich zwei schwierige Fragen: Zum einen muss sich der Linksaußen des heimischen Oberligisten TV Neerstedt überlegen, wie er die Live-Übertragung im Fernsehen mit einer parallel stattfinden Vorlesung im Rahmen seines Studiums vereinbart. Zum anderen muss sich der 26-Jährige mit der Frage auseinandersetzen, welchem der beiden Teams er in diesem Spiel die Daumen drücken soll.

„So lange die Polen noch im Turnier sind, drücke ich ihnen die Daumen. Erst wenn sie ausgeschieden sind, bin ich für Deutschland“, bekennt sich Thomas Schützmann vor dem so wichtigen EM-Spiel zwischen den beiden „Erzrivalen“ für sein Heimatland. Dort – genauer gesagt in Dirschnau in der Nähe von Danzig – wurde Schützmann am 24. Mai 1985 geboren, ehe er im alter von vier Jahren mit seinen Eltern und seiner ein Jahr jüngeren Schwester nach Wilhelmshaven zog.

Seit der Saison 2007/2008 geht der Rechtshänder für den TV Neerstedt auf Torejagd. Seine vorherigen Stationen waren von der D- bis zur A-Jugend die HSG Wilhelmshaven sowie die HSG Varel, wo „Tomek“ – wie er fast überall gerufen wird – sogar Erfahrungen in der zweiten Bundesliga sammelte. In dieser Zeit machte er auf dem Spielfeld unter anderem Bekanntschaft mit Tomasz Tluczynski, aktueller polnischer Nationalspieler und damals in Diensten des TSV Hannover-Burgdorf. Der Nationaltrainer Polens, Bogdan Wenta, ist für Schützmann ebenfalls kein Unbekannter. „Mein Onkel ging mit ihm zur Schule und hat mir einiges über ihn und ihre gemeinsamen Streiche erzählt“, verrät der 26-Jährige schmunzelnd.

Kein Wunder also, dass Schützmann zumindest im heutigen Spiel etwas stärker mit Polen sympathisiert. Den größten Schwachpunkt der Mannschaft sieht er in der fehlenden Konstanz während des EM-Turniers. „Gegen Dänemark spielen sie sensationell, gegen Mazedonien unterirdisch“, hat Schützmann beobachtet.

Die deutschen Handballer hätten sich hingegen nach schwacher Vorbereitung mit nur einem Sieg gegen Ungarn – den Thomas Schützmann übrigens in Bremen live verfolgte – zusammengerauft. „Deutschland hat aus der Not eine Tugend gemacht und über den Kampf ins Turnier gefunden. Jetzt ist alles möglich“, lautet Schützmanns Einschätzung. Denn auch er weiß, dass die Mannschaft von DHB-Trainer Martin Heuberger mit einem Sieg sicher im Halbfinale stünde und sich selbst im Fall eines Unentschiedens immer noch vage Hoffnungen machen könnte. Lediglich eine Niederlage wäre das „Aus“. Polen hingegen benötigt nicht nur einen Sieg über das DHB-Team, sondern auch noch Schützenhilfe von Schweden und Serbien. Dennoch tippt Schützmann auf einen Sieg von Wentas Team: „Polen gewinnt knapp mit 27:25.“

Bleibt nur noch die Frage, ob Schützmann das Spiel überhaupt sehen kann: „Vielleicht klappt es ja während der Vorlesung über den PC per Livestream...“

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