3:1-Erfolg des VfL Wildeshausen

Schütte schockt Kickers Emden

Thorben Schütte (l.) springt höher als Marek Hinrichs und köpft das 2:1. - Foto: Marquart

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Dass er mit seiner Winterverpflichtung Thorben Schütte einen echten Glücksgriff gemacht hat, weiß niemand besser als Marcel Bragula. Erst in der vergangenen Woche hatte der Trainer des Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen den 24-Jährigen mannschaftsintern dafür gelobt, „wie toll er sich beim VfL einbringt“. Anschließend verloren die Krandel-Kicker mit 3:5 beim SV Bevern, und Schütte war an drei Gegentreffern beteiligt. „Aber das hat Thorben heute mit seinem Doppelpack wett gemacht“, sagte Bragula nach dem hart erkämpften 3:1 (1:0) über den BSV Kickers Emden.

Bis zu seinem Vereinswechsel hatte Schütte beim Kreisligisten TV Munderloh zumeist als Stürmer agiert. Den Sprung in die sechsthöchste Spielklasse meisterte er in Windeseile, obwohl ihn Bragula in der Abwehrzentrale einsetzt. Seine Torgefährlichkeit hat sich Schütte trotzdem bewahrt. Schon beim 2:1 gegen den SV Atlas hatte er zum Ausgleich getroffen. Gegen Emden war er nun gleich zweimal zur Stelle. Zunächst vollstreckte er nach Eckstoß von Lukas Schneider mit dem Fuß zum 1:0 (39.). Dann sprang er nach Freistoß von Jan Lehmkuhl höher als Marek Hinrichs und köpfte inmitten der Emder Drangperiode das 2:1 (77.).

Allerdings verhielten sich die Gäste in der Defensive auch so sorglos, dass Kickers-Coach Rudi Zedi „kaum Worte“ fand. Vor allem Schüttes zweiter Streich versetzte Zedi in Rage. „Der Ball ist gefühlte fünf Minuten unterwegs – da erwarte ich, dass der runtergepflückt wird“, ärgerte sich der Ex-Profi. Seine Crew blieb nach dem 0:1 gegen den SC Melle 03 auch in ihrer fünften Partie im Monat April ohne Sieg und dürfte sich bei nun elf Zählern Rückstand auf Spitzenreiter SV Atlas endgültig aus dem Titelrennen verabschiedet haben. „Ich weiß nicht, wo die Jungs in den letzten Wochen mit ihren Köpfen sind. Schaun wir mal, wer nächstes Jahr noch da ist beziehungsweise wer nächste Woche auf dem Platz steht“, grantelte Zedi.

Nachdem Andreas Kari eine Flanke von Ole Lehmkuhl per Direktabnahme knapp über die Latte des BSV-Tores gesetzt hatte (2.), übernahmen die Ostfriesen langsam das Kommando. Sebastian Bloem köpfte ans Außennetz (19.). Auf der Gegenseite lenkte Karsten Buß einen Schuss von Lennart Feldhus mit den Fingerspitzen über den Querbalken (24.). Dann unterzog Bastian Dassel das Aluminiumgestänge einem Belastungstest (35.). Augenblicke später rettete Sebastian Pundsack gegen Tido Steffens (36.). Der VfL-Kapitän hütete diesmal wieder das Wildeshauser Tor. In den ersten fünf Partien nach der Winterpause hatte Lauren Riedel den Vorzug bekommen. Die Entscheidung, zwischen den Pfosten zu wechseln, habe er erst am Vortag getroffen, berichtete Bragula. Sie sei ihm schwer gefallen, da beide Keeper absolut gleichwertig seien. „Aber ich wollte im Abstiegskampf nochmal ein Zeichen setzen. Sebastian ist als Kapitän der emotionale Anker für die Mannschaft“, erläuterte der VfL-Coach.

In der zweiten Halbzeit ging es für Sascha Görke (Oberschenkelprobleme) nicht mehr weiter. Der Mittelfeldmann war ebenso angeschlagen in die Partie gegangen wie Ole Lehmkuhl, der gelb-rot-gefährdet nach etwas mehr als einer Stunde für Frederik Dittmar Platz machte. Dittmar führte sich gleich gut ein, verzog aus spitzem Winkel aber knapp (63.). Praktisch im Gegenzug fiel der Ausgleich: Bloem flankte knallhart und flach von links, und Steffens vollstreckte zum 1:1 (64.).

„Danach haben wir es versäumt in Führung zu gehen“, monierte Zedi. Pundsack gewann das Eins-gegen-eins-Duell gegen Bloem (67.). Kurz darauf setzte Bundeswehrnationalspieler Holger Wulff den Ball aus sieben Metern neben das offene Tor. Stattdessen schockte Schütte die Gäste ein zweites Mal. Und in der Nachspielzeit sorgte René Tramitzke für die endgültige Entscheidung: Nach starker Vorarbeit von Jan Lehmkuhl musste der Sturmtank nur noch zum 3:1 einschieben (90.+2).

„Das war ein schmutziger Sieg. Jetzt hatten wir mal das Quäntchen Glück, das uns in den letzten beiden Spielen gefehlt hat“, bilanzierte Bragula und richtete den Blick direkt auf die kommende Partie gegen den VfR Voxtrup (Sonntag, 15 Uhr): „Dann müssen wir auch endlich mal nachlegen.“

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