Yannis Brockmann vergibt nach 0:3 in Achternmeer vom Punkt den Ausgleich

Kai Schmale schiebt die Verantwortung weiter – 2:3

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Letzte Chance: VfL-Kapitän Tim Albus (2.v.l.) hatte in der Nachspielzeit per Kopf die Möglichkeit zum Ausgleich.

Achternmeer - Von Sven Marquart. Kai Schmale gilt als sicherer Strafstoßschütze. „Gefühlt hat er von den letzten 150 Elfmetern keinen verschossen“, sagte Marcel Bragula.

Deshalb war für den Trainer des Fußball-Kreisligisten VfL Wildeshausen II klar, wer antreten würde, als Schiedsrichter Felix Otten (SF Littel-Charlottendorf) im Auswärtsspiel beim SV Achternmeer auf den Punkt zeigte.

Kai Schmale hatte sich den Ball auch schon geschnappt und wartete darauf, dass es weiter gehen konnte, während Strafstoßverursacher Maik Wenzel noch behandelt wurde. Doch plötzlich fühlte sich der 31-jährige Routinier nicht mehr sicher. Schmale drückte dem 19-jährigen Yannis Brockmann das Spielgerät in die Hand, und es passierte, was passieren musste: Der Youngster schoss schwach, Max Heinen parierte (39.).

Es war die Schlüsselszene der Partie, die die Gastgeber am Ende mit 3:2 (3:2) gewannen. Der Elfmeter bedeutete nach einem 0:3 Rückstand für die Wildeshauser die große Chance zum Ausgleich. „Wenn der reingeht, bin ich sicher, dass Achternmeer wackelt“, sagte Marcel Bragula. Und auch sein Trainerkollege Kai Pankow wusste, bei wem er sich bedanken musste: „Dass Max hält, war wichtig für die Birne – dadurch sackst du nicht ganz zusammen.“

Der Tabellenvierte war durch eine verunglückte Flanke von Deniz Akman, die sich unhaltbar für Sebastian Pundsack ins lange Eck senkte, mit 1:0 in Führung gegangen (5.). „Das ist nicht normal: Der erste halbe Schuss aufs Tor, und der ist gleich drin“, schimpfte Marcel Bragula. Explizit hatte er seine Mannschaft darauf hingewiesen, dass der SV Achternmeer seine Treffer mit Vorliebe in der Anfangsviertelstunde erzielt. Als dann auch noch Daniel und Robin Johanning auf 3:0 erhöhten (13./25.) stand der VfL-Coach kurz vorm Tobsuchtsanfall: „Das ist doch albern, körperlos Fußball zu spielen!“

Nachdem Bragula auf vier Positionen getauscht und seine Formation kräftig durcheinandergewirbelt hatte, zeigten die Krandel-Kicker Moral. Oder war es die Angst davor, die 33 Kilometer heimlaufen zu müssen, wie ihr Übungsleiter gedroht hatte? Egal. Auf jeden Fall rissen sich die Wildeshauser zusammen und waren binnen kürzester Zeit drauf und dran, die Partie zu kippen. Philipp Finger vollendete eine Kombination über Kai Schmale und Norman Holzenkamp zum 1:3 (33.). Nach einem Pressschlag hatte Holzenkamp plötzlich freie Bahn – 2:3 (36.). Und wieder nur drei Minuten später der vergebenene Foul elfmeter – ein erneuter Nackenschlag für die verunsicherte VfL-Reserve.

Der Tabellenvorletzte hatte in der Schlussphase durch Alexander Kupka (89.) und Tim Albus (90.+2) weitere Chancen zum 3:3. Doch es sollte nicht sein. Allerdings hätte da auch schon alles klar sein können: Sebastian Pundsack klärte ein Mal per Fußabwehr gegen Andre Haake (54.), und Daniel Johanning schoss freistehend meterweit am Tor vorbei (86.).

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