Brettorfer trainiert zusammen mit Kolja Meyer die deutsche U 18-Nationalmannschaft

Schere schlägt Papier: Lemke erhält den „Co“-Posten

Der Brettorfer Tim Lemke (l.) und Kolja Meyer sind seit dem 1. August als Bundestrainer für die deutschen U 18-Faustballer verantwortlich. - Foto: DFBL/Kadgien

Brettorf - Von Sven Marquart. Wachwechsel auf der Kommandobrücke des Weltmeisters: Wenige Tage nach dem Titelgewinn der deutschen U 18-Faustballer haben sich die bisherigen Bundestrainer Roland Schubert und Hartmut Maus zurückgezogen, um sich künftig voll und ganz auf die deutsche U 21-Auswahl zu konzentrieren. Seit 1. August sind ihre Nachfolger Kolja Meyer und Tim Lemke im Amt.

Maus und Schubert zeichneten mehr als zehn Jahre für die Geschicke des C-Kaders verantwortlich. „Es war seit Längerem bekannt, dass die beiden kürzertreten wollen“, berichtet Ulrich Meiners, der Präsident der Deutschen Faustball-Liga (DFBL). Der Dachverband schrieb die Stelle aus und machte sich auf die Suche nach geeigneten Kandidaten. Meyer und Lemke erhielten den Zuschlag. „Wir haben mit beiden schon im U 13- bis U 15-Bereich gute Erfahrungen gemacht – ihre Bewerbung hat das Präsidium überzeugt“, erläutert Meiners.

Meyer, Schlagmann des Süd-Erstligisten TV Vaihingen/Enz, und Lemke, Abwehrspieler des TV Brettorf, kennen sich von zahlreichen Aufeinandertreffen mit ihren Vereinsmannschaften. „Außerdem war Kolja bei meinem bisher einzigen Länderspiel während des Turnfestes in Frankfurt 2009 als Angreifer dabei – wir haben uns schon damals sehr gut verstanden“, erzählt Lemke. Deshalb musste er nicht lange überlegen, als Meyer anfragte, ob sie sich gemeinsam im Nachwuchsbereich engagieren wollen. „Das hat gut geklappt“, bilanziert der Brettorfer.

„Kolja und Tim treten in große Fußstapfen“, verdeutlicht DFBL-Chef Meiners. Er erhofft sich von den beiden Coaches „gute und verlässliche Jugendarbeit“, verbunden mit dem Ziel, Nachwuchsspieler an die A-Nationalmannschaft heranzuführen. Das traut der Ahlhorner dem Duo ohne Weiteres zu. Außerdem seien der 34-jährige Meyer und der 29-jährige Lemke „ein bisschen dichter an der Jugend dran“ als ihre Vorgänger.

Um alle Voraussetzungen zu erfüllen, bastelt Tim Lemke derzeit an seiner Trainerlizenz. „Das sollte ich bis Mai 2017 schaffen – 70 von 120 Stunden habe ich schon“, überschlägt er. Brettorfs Kapitän wird sich bei der deutschen U 18 hauptsächlich um die Abwehrspieler kümmern, während sein Partner die Angreifer unter seine Fittiche nimmt. In der offiziellen Sprachregelung gilt Meyer als Chefcoach, Lemke als Co-Trainer. „Die DFBL wollte gerne einen Hauptverantwortlichen haben“, erklärt Lemke. Die Entscheidung fiel bei einer Runde „Schnick, Schnack, Schnuck“: Meyer wählte die Schere, Lemke Papier – damit war die Sache geklärt.

Erste Amtshandlung der beiden neuen Bundestrainer wird die Sichtung von 30 Spielern der Jahrgänge 1999 bis 2001 sein. Aus diesem Kreis dürfte sich dann auch das deutsche Aufgebot für die Europameisterschaft 2017 rekrutieren.

Das erste Länderspiel ihrer Amtszeit werden Meyer und Lemke gleich mal verpassen. „Kolja ist als Vereinstrainer mit Vaihingen bereits für die U 16-DM in Wangersen qualifiziert – ich hoffe, dass ich nachziehe“, meint Lemke. Deshalb werde Hartmut Maus bei der Partie gegen Österreich am Rande des Jugendeuropapokals (1./2. Oktober) nochmal das Coaching übernehmen.

Der Mehraufwand durch die neue Aufgabe ist für Lemke, der hauptberuflich als Gruppenleiter in einer Behindertenwerkstatt arbeitet, kein Problem. „Da ich faustballverrückt bin, mache ich das gerne“, sagt er. Dafür werden ihn seine Mannschaftskollegen beim Fußball-Kreisligisten TV Dötlingen künftig seltener zu Gesicht bekommen. „Aber wenn sie anrufen, werde ich wahrscheinlich Ja sagen“, meint Lemke und grinst.

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