Schachtalent des SK Wildeshausen ist deutscher U18-Einzelmeister

Grigorian greift sich Gold

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Das Wildeshauser Schachtalent Spartak Grigorian (M.) verwies Jonas Lampert (l.) und Xianliang Xu bei der deutschen U18-Einzelmeisterschaft in Willingen auf die Plätze zwei und drei.

Wildeshausen - Riesenerfolg für Spartak Grigorian! Das Schachtalent sicherte sich bei der deutschen Meisterschaft in Willingen den Titel in der Altersklasse U18. Es war der erste Einzeltriumph des 17-Jährigen, nachdem er in der U12 (2010) und U14 (2012) Vizemeister geworden war. 2013 hatte er mit der U16-Mannschaft des SK Wildeshausen bereits DM-Gold gewonnen.

Im 28-köpfigen Feld an Position vier gesetzt, erwischte Spartak Grigorian einen optimalen Start in das siebentägige Turnier. Zum Auftakt bezwang er Arkadi Syrov (SK Frankenthal) und Christoph Peil (ESV Nickelhütte Aue). In der dritten Runde überraschte der Huntestädter den großen Turnierfavoriten Jonas Lampert (Hamburger SK) im fünften Zug, so dass der topgesetzte Hamburger nach 21 Zügen Remis anbot. Grigorian willigte ein und ließ anschließend gegen Mark Kvetny (Stuttgarter SF) einen weiteren Sieg folgen. „Im Vorfeld hatten wir uns durchaus Medaillenchancen ausgerechnet, aber spätestens da war klar, dass Spartak um den Titel spielen würde“, sagte Trainer Jens Kahlenberg.

In Runde fünf leistete sich Grigorian einen kleinen Wackler und stand gegen Xianliang Xu (SG Porz) ab dem 15. Zug mächtig unter Druck. Im Doppel-Turmendspiel leistete sich der Überraschungsdritte Xu jedoch einen Fehler, so dass der Wildeshauser noch zu einem glücklichen Remis kam. Auch mit Lev Yankelevich (SG Trier) und Benedict Krause (SK Norderstedt) teilte Grigorian anschließend schnell die Punkte. „Das ist der einzige Vorwurf, den ich ihm machen kann: Er hätte ruhig noch den einen oder anderen Zug mehr probieren dürfen“, meinte Coach Kahlenberg.

Durch den Sieg über Julius Grimm (Schachforum Darmstadt) eroberte Grigorian die Tabellenführung zurück. Vor der letzten Partie war laut Kahlenberg „zu 99 Prozent klar“, dass seinem Schützling im abschließenden Duell gegen Maximilian Ruff (SF Sasbach) ein halber Zähler zum Gesamtsieg reichen würde. „Deshalb war die Vorbereitung auch konsequent auf Remis ausgelegt“, erläuterte der Coach. Nach 20 Zügen hatten beide Kontrahenten nur noch ihre Schwerfiguren auf dem Feld, so dass alles auf ein ausgeglichenes Damenendspiel hinauslief – die ersehnte Punkteteilung.

Aufgrund der besseren Buchholzwertung hatte Grigorian (45,5) gegenüber seinen punktgleichen Titelkonkurrenten Jonas Lampert (44,5) und Xianliang Xu (42,5) die Nase vorn und darf im Oktober an der Weltmeisterschaft in Griechenland teilnehmen.

Grigorians Vereinskollege Minh Duc Ngo hätte in der ersten Runde der U16 beinahe für eine große Sensation gesorgt. Sein erst zehnjähriger Gegner Vincent Keymer (SK Gau-Algesheim) gilt als größte Schach-Hoffnung Deutschlands. „Duc hat ihn komplett überspielt, bis er sich einen groben Schnitzer geleistet hat“, berichtete Kahlenberg. Trotz der Niederlage gegen das Ausnahmetalent spielte der an Position 20 gesetzte Minh Duc Ngo bei seiner DM-Premiere ein gutes Turnier und wurde 16.

Bei Jari Reuker in der U14, sah Jens Kahlenberg in des „noch Luft nach oben“. Reuker war an Position zwölf gesetzt und spielte in den ersten sechs Runden sehr verhalten. Nach der „Katastrophenpartie“ gegen Gengchun Wong (SV Dresden-Leuben) blieb Reuker auch trotz eines starken Endspurts nur Platz 13.

Den 22. Rang von Madita Mönster bei den U14-Mädchen wertete Kahlenberg als Erfolg. In der B-Konkurrenz des offenen Turniers belegte Ronja Reuker Platz 43 und gewann fast 60 DWZ-Punkte hinzu. „Das hat sie sehr gut gemacht“, lobte Kahlenberg.

mar

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