Chawkat El-Hourani wegen Körperverletzung angezeigt

Handgreiflichkeiten bei der Futsal-Kreismeisterschaft

TSV-Coach Chawkat El-Hourani will zunächst abwarten, was auf ihn zukommt. - Foto: Marquart
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TSV-Coach Chawkat El-Hourani will zunächst abwarten, was auf ihn zukommt.

Sandkrug - Von Sven Marquart. Die Futsal-Kreismeisterschaft in Sandkrug hat für Chawkat El-Hourani ein straf- und sportrechtliches Nachspiel. Der Trainer des Fußball-Kreisligisten TSV Ippener hatte sich im Anschluss an die 0:2-Niederlage im Vorrundenspiel gegen den Bezirksligisten VfL Wildeshausen auf der Tribüne eine verbale und tätliche Auseinandersetzung mit Felix Otten vom Kreisliga-Rivalen VfR Wardenburg geliefert.

Otten erstattete daraufhin Strafanzeige wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung. Das bestätigte Désirée Krikkis, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch, auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Beamten ermitteln.

Der Stein war ins Rollen gekommen, als die Wildeshauser den 1:0-Führungstreffer erzielt hatten. Otten und seine Freude, die die Partie als Zuschauer von der Tribüne aus verfolgten, jubelten. Das wiederum schmeckte den TSV-Spielern gar nicht. Sie taten ihren Ärger lauthals kund. Es kam zu Wortgefechten. So weit deckt sich Ottens Version mit der El-Houranis. Was dann passierte, darüber gehen die Aussagen auseinander.

„Das war unterste Schublade!“

Ein Augenzeuge, der namentlich nicht genannt werden möchte, berichtet, dass El-Hourani nach dem Abpfiff „auf die Tribüne gestürmt“ sei und die Konfrontation mit Otten gesucht habe. Infolgedessen habe der Trainer den Wardenburger „mit einer Serie von Faustschlägen“ eingedeckt. „Drumherum standen Frauen und Kinder“, schildert der Zeuge fassungslos: „Das war unterste Schublade!“

Nachdem El-Hourani von ihm abgelassen hatte, blutete Otten im Gesicht, sein Hemd war „in drei Teile zerrissen“. Am Montag erinnerten den 23-Jährigen „eine Schramme am Unterkiefer, Schmerzen und ein dumpfes Gefühl im linken Ohr und ein Schwindelgefühl“ an den unschönen Vorfall. Nachmittags hatte der Student einen Termin beim Arzt, um seine Verletzungen untersuchen und sich gegebenenfalls krank schreiben zu lassen.

El-Hourani: „Geschlagen habe ich auf keinen Fall“

„Ich war sehr erschrocken, dass er so ausrastet. Ich kann die Attacke überhaupt nicht nachvollziehen“, sagte Otten. Er erstattete Anzeige bei der Polizei. Außerdem meldete Otten, der auch als Schiedsrichter für seinen Verein im Einsatz ist, den Vorfall schriftlich an Kreisschiedsrichterobmann Harald Theile.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, räumte El-Hourani die Auseinandersetzung ein. „Es war eine Schubserei, aber geschlagen habe ich auf keinen Fall“, betont der 51-Jährige und fragt: „Wie soll ich mit meinen 1,66 Metern jemandem ins Gesicht schlagen, der 2,10 Meter groß ist? Dafür bräuchte ich ja eine Leiter!“ Zum wiederholten Mal fühlt sich der Übungsleiter von Wardenburgern beleidigt. „Das war nicht der erste Fall. Schon beim Kreispokalfinale und beim Punktspiel in der Hinrunde haben sie provoziert bis zum Geht-nicht-mehr – das ist unfassbar!“ El-Hourani vermutet: „Die machen das gezielt. Das nervt mich gewaltig, und irgendwann reicht das.“

Meenken: „Sowas gehört nicht zum Fußball dazu“

Ippeners Trainer drohen nun straf- und zivilrechtliche Konsequenzen. Außerdem wird er sich vor dem Sportgericht des Fußballkreises Oldenburg-Land/Delmenhorst verantworten müssen. „Ich kenne den Vorfall auch nur vom Hörensagen. Trotzdem habe ich ein bisschen gebraucht, um mich zu sammeln“, sagte der Kreisvorsitzende Erich Meenken. Er stellte klar: „Sowas gehört nicht zum Fußball dazu.“ Der Kreisvorstand sei sich „einig, dass wir die Schrauben anziehen müssen“.

Weil der Spielausschuss maximal sechswöchige Sperren verhängen darf, wird dessen Vorsitzender Thomas Luthardt den Fall ans Kreissportgericht unter der Leitung von Torsten Dreesmann verweisen. Da El-Hourani laut Meenken sportjuristisch als „Wiederholungstäter“ gilt, muss er mit einer harten Strafe rechnen. Luthardt bemühte sich am Montag, beim Niedersächsischen Fußballverband (NFV) in Erfahrung zu bringen, „welche Sanktionen möglich sind“.

El-Hourani will zunächst „abwarten“, was auf ihn zukommt: „Wenn es zur Verhandlung kommt, gehe ich mit meinem Anwalt hin, und wir werden sehen, was rauskommt. Aber am Ende bin ich der Verlierer.“

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