37-Jähriger neuer Abteilungsleiter der VfL-Kicker / Flutlicht und Kunstrasen erhitzen die Gemüter

Ruhle tritt in Jöckels Fußstapfen

Führungswechsel: Der Vereinsvorsitzende Wolfgang Sasse (r.) und der neue Fußballabteilungsleiter Matthias Ruhle (l.) dankten Ottmar Jöckel für seinen langjährigen Einsatz.
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Führungswechsel: Der Vereinsvorsitzende Wolfgang Sasse (r.) und der neue Fußballabteilungsleiter Matthias Ruhle (l.) dankten Ottmar Jöckel für seinen langjährigen Einsatz.

Wildeshausen – Mit einigen Monaten „Coronaverzögerung“ haben sich die Fußballer des VfL Wildeshausen zu ihrer Abteilungsversammlung getroffen. Rund 50 Sportler waren im Reitersaal der Gildestube zusammengekommen, um einen neuen Abteilungsleiter zu wählen. Außerdem waren die defekte Flutlichtanlage und der Dauerbrenner Kunstrasenplatz heiß diskutierte Themen.

Nach insgesamt 20 Jahren an der Abteilungsspitze stellte sich Ottmar Jöckel, wie bereits berichtet, nicht mehr zur Wiederwahl. Der 74-Jährige habe den Verein entscheidend geprägt, sagte der VfL-Vorsitzende Wolfgang Sasse. „In der Zusammenarbeit mit Ottmar hat es entweder geknallt oder funktioniert“, meinte der VfL-Chef mit Blick auf Jöckels Zielstrebigkeit. Vor der Wahl seines Nachfolgers spendeten die Anwesenden dem scheidenden Abteilungsleiter kräftigen Applaus. Jöckel war sichtlich gerührt.

Zum neuen Mann an der Spartenspitze wählten die Versammlungsteilnehmer einstimmig Jöckels bisherigen Stellvertreter Matthias Ruhle. „Ottmar hat mich eingeführt, und ich habe zuletzt immer mehr Aufgaben übernommen“, berichtete der 37-Jährige. Ruhle lobte seinen Vorgänger: „Was Ottmar geleistet hat, ist für eine Person schwierig zu schultern.“ Der neue Abteilungsleiter kündigte an, Jöckel „in einem angemessenen Rahmen auf dem Platz zu verabschieden“.

Auch im Spielausschuss, der sich an jedem ersten Montag im Monat trifft, gab es personelle Veränderungen. Neu dabei sind künftig Ann-Marie Tangemann und Sarah Kubitza sowie Sebastian Pundsack, der die Belange der ersten Herrenmannschaft im Gremium vertreten soll. Zum Spielausschuss gehören weiterhin Olaf Hansch, Hans Gralla, Malte Smolna, Helge Cordes, Daniel Pasker sowie Jugendkoordinator Selcuk Keyik.

Für den Tagesordnungspunkt „Flutlichtanlage“ war Manfred Meyer, der Baudezernent der Stadt Wildeshausen, in den Reitersaal gekommen. „Einen genauen zeitlichen Ablauf kann ich heute nicht vorstellen“, sagte Meyer im Hinblick auf die notwendige Erneuerung der defekten Anlage. Die Sportler waren erstaunt und ungehalten, denn die Probleme sind bereits seit März bekannt. „Vom Sicherungskasten bis zu den Lampen – es ist alles irreparabel kaputt“, erläuterte Ruhle. Um den Trainingsplan zu entzerren, hat er sich um Übungszeiten auf dem Gymnasiumsportplatz bemüht.

Die defekten Flutlichtmasten stellten für die Sportler ein unvertretbares Sicherheitsrisiko dar. „In der nächsten Woche soll eine Notbeleuchtung durch die swb aufgestellt werden“, erklärte Meyer. Als vorübergehende Lichtquelle soll ein 25 Meter hoher Mast dienen. Als voraussichtlichen Baubeginn für die neue Flutlichtanlage nannte der Baudezernent Februar oder März 2021. VfL-Chef Sasse steht der Übergangslösung offen gegenüber: „Damit hat Wildeshausen ein neues Wahrzeichen, und ihr könnt wieder trainieren.“

Ein weiteres Reizthema unter den VfL-Fußballern ist der langersehnte Kunstrasenplatz. Die Kosten für das witterungsunabhängige Geläuf dürften zwischen 600 000 und 700 000 Euro betragen. „Alle Pläne liegen in der Schublade – nur die Politik fehlt“, meinte Ruhle. „Mir platzt der Kragen, wenn ich dagegen ein Freibad für mehrere Millionen sehe. Woche für Woche haben wir 400 Fußballer auf den Plätzen. Wir müssen vor dem Rathaus stehen“, ärgerte sich Jöckel.

Derweil berichtete VfL-Geschäftsführer Hubert Schlüter, dass die Fußballabteilung des Vereins im vergangenen Jahr ein Plus von 1350 Euro erwirtschaftet hat. Da durch die Coronapandemie weniger Ausgaben angefallen seien, habe sich die finanzielle Situation eher entspannt. „Soweit nichts anderes gewünscht ist, werden wir die Mitgliedsbeiträge auch 2021 nicht erhöhen“, verkündete Schlüter. Die Fußballabteilung hat insgesamt 766 Mitglieder – zehn mehr als im Vorjahr.

Von Tamino Büttner

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