Colnrades Ex-Coach brennt für neue Aufgabe

Stefan Rohde trainiert künftig die A-Junioren des TSV Ganderkesee

Trainer Stefan Rohde gibt den Fußballern des SC Colnrade vor dem Spiel Anweisungen.
+
„Die Zeit war prägend für mich“: Stefan Rohde (2.v.r.) im Mai 2013 als Trainer des SC Colnrade.

Ganderkesee – Beim SC Colnrade genießt Stefan Rohde Legendenstatus, seit er den Sportclub im nervenaufreibenden Abstiegskampf der Saison 2012/2013 zum Klassenerhalt in der Fußball-Kreisliga geführt hat. Das 0:0 gegen den VfL Wildeshausen II am letzten Spieltag wurde gefeiert wie eine Meisterschaft. „Die Zeit war prägend für mich“, sagt er. „Colnrade ist ein tolles Beispiel dafür, wie man auch mit ganz wenig viel erreichen kann. Es war schön da!“

So schön, dass der Coach im Juli 2014 für eine zweite Amtszeit am Kieselhorster Weg anheuerte. Allerdings musste Rohde sein Engagement krankheitsbedingt nach nur wenigen Monaten schon wieder beenden. Zur Saison 2016/2017 kehrte er auf die Trainerbank zurück – diesmal beim Harpstedter TB II. Doch bald zwangen ihn erneut gesundheitliche Probleme zum Aufhören. Seither war der Hoykenkamper komplett von der Bildfläche verschwunden.

„Ich habe viel Fußball im Fernsehen geguckt und jedes halbe Jahr klingelte das Telefon“, berichtet der inzwischen vollständig genesene Rohde. Es sei jedoch nie ein Angebot dabei gewesen, „das mich interessiert hat“. Bis jetzt. Denn in der neuen Spielzeit wird der 52-Jährige wieder an der Seitenlinie stehen, und zwar beim TSV Ganderkesee. Am Immerweg wird er die neuformierte A-Junioren-Mannschaft trainieren. Nach dem Bezirksliga-Abstieg 2018 hatte der TSV in den vergangenen drei Jahren kein Team in der ältesten Nachwuchsklasse mehr aufbieten können.

„Eigentlich wollte ich wieder eine Herrenmannschaft trainieren. Aber das Projekt interessiert mich, auch wenn ich den Verein überhaupt nicht kenne. Allein die Anlage ist schon toll“, schwärmt Rohde, der auch schon die Regionalliga-Frauen des TV Jahn Delmenhorst trainiert hat. Im Jugendbereich hat er dagegen bisher noch keine Erfahrungen gesammelt. Schmackhaft gemacht hat ihm die Aufgabe TSV-Fußballabteilungsleiter Andreas Heldner, mit dem Rohde gemeinsam beim TuS Heidkrug in der Ü 40 kickt. „Es ist also eine Win-win-Situation“, sagt Rohde, der im Hauptberuf Lokführer ist.

Die Signale für den Neuaufbau stehen auf Grün. Aus der letztjährigen Spielgemeinschaft mit dem VfL Stenum kehren sechs Akteure zum TSV Ganderkesee zurück. Hinzu kommen zwölf aufrückende B-Junioren. „Momentan haben wir also 18 Jungs auf dem Papier – das ist für eine A-Jugend, die es vorher jahrelang nicht gegeben hat, schon ein guter Start“, findet Rohde. Er hofft, „dass wir bald wieder auf den Platz dürfen und man auch mal ein Sichtungstraining machen kann“, um zusätzliches Personal zu rekrutieren. Wahrscheinlich wird Rohdes neue Crew in der 1. Kreisklasse starten. „Aber die Spielklasse ist mir erstmal egal“, meint der Übungsleiter.

Allein muss Chefcoach Rohde die Angelegenheit nicht wuppen. Emre Somuncu wird ihm als Co-Trainer zur Seite stehen. Der 19-Jährige hütete in der Coronasaison 2020/2021 beim A-Junioren-Landesligisten VfL Stenum das Tor und gehört in der neuen Serie zum Kader der Ganderkeseer Kreisliga-Herren. Darüber hinaus trainiert Somuncu, der außerdem gerade an seiner C-Lizenz bastelt, die zweite F-Jugend des Vereins. „Das ist ein sympathischer junger Mann. Ich glaube, wir ergänzen uns ganz gut. Ich freue mich jedenfalls auf die Zusammenarbeit“, sagt Rohde.

Seinen Ex-Club Colnrade hat er auch mehr als sechs Jahre nach seinem Abschied nicht aus den Augen verloren. „Mit André Sommerfeld schreibe ich mir heute noch“, erzählt Rohde. Seinem Nachfolger Sascha Albers attestiert er „einen guten Job“. Davon hatte er sich beim 5:2-Erfolg über den Delmenhorster TB – ein weiterer seiner ehemaligen Vereine – höchstpersönlich überzeugen können.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Puchler: „Shqipron ist eine Stürmer-Granate“

Puchler: „Shqipron ist eine Stürmer-Granate“

Puchler: „Shqipron ist eine Stürmer-Granate“
„Die Vorbereitung war ziemlich schlecht“

„Die Vorbereitung war ziemlich schlecht“

„Die Vorbereitung war ziemlich schlecht“
Alte Liebe rostet nicht

Alte Liebe rostet nicht

Alte Liebe rostet nicht
Kube nutzt strittigen Handelfmeter zum HTB-Siegtreffer

Kube nutzt strittigen Handelfmeter zum HTB-Siegtreffer

Kube nutzt strittigen Handelfmeter zum HTB-Siegtreffer

Kommentare