Aufsteiger sammelt in fünf Partien zehn Zähler und belegt zum Zeitpunkt des Lockdowns den zweiten Tabellenplatz

Reibert und GW Kleinenkneten bereichern die 1. Kreisklasse

Unterschiedspieler: Felix Reibert erzielte bis zum Lockdown sechs Treffer.
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Unterschiedspieler: Felix Reibert erzielte bis zum Lockdown sechs Treffer.

Kleinenkneten – Eigentlich müsste der SV GW Kleinenkneten sogar etwas traurig sein, dass die Saison in der 1. Fußball-Kreisklasse aufgrund der Coronapandemie unterbrochen wurde und erst im März fortgesetzt wird. Schließlich galt der Aufsteiger bis zum sportlichen Lockdown als echte Bereicherung der Liga und sammelte bis zum Abbruch in seinen fünf Partien stolze zehn Punkte ein.

Auch für Trainer Michael Wennmann eine kaum für möglich gehaltene Entwicklung: „Ich hatte uns zwar vor der Serie durchaus zugetraut, dass wir mithalten können, aber zehn Zähler und Platz zwei verblüffen mich schon etwas. Allerdings hatten wir manchmal auch das nötige Quäntchen Glück.“

Aber ganz sicher nicht nur: Der Neuling akklimatisierte sich blitzschnell und hatte in Felix Reibert einen absoluten „Unterschiedspieler“ in seinen Reihen. Stattliche sechs Treffer steuerte der Mittelfeld-Wirbelwind bislang zum GWK-Erfolg bei – alleine fünf davon in den letzten beiden Spielen. „Die Torquote von Felix war am Schluss schon richtig gruselig“, lacht Wennmann: „Aber er hat einfach den Kopf ausgeschaltet und sein ganzes Potenzial abgerufen. Angesichts seiner Jugend gehört Felix bei uns bestimmt die Zukunft.“

Als One-Man-Show will Wennmann die bisherigen Erfolge aber keinesfalls verstanden wissen: „Felix ist ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft. Aber wir funktionieren insgesamt nur als Team. Niemand ist bei uns wichtiger als der andere.“

Keine Frage, das Konzept des Kleinenkneter Coaches ging bis dato komplett auf. Herrscht beim Überraschungszweiten demnach etwas Wehmut, dass der Lauf unterbrochen wurde? „Auf gar keinen Fall!“, widerspricht Wennmann vehement: „Der Verein hat zwar tolle Hygieneregeln entwickelt, mit denen wir uns ziemlich sicher fühlen, und die Jungs waren zudem extrem vernünftig. Bei jedem Schnupfen wurde das Training sofort abgesagt. Trotzdem wäre ein Weiterspielen unverantwortlich gewesen. Der Lockdown bis März war die wohl einzig richtige Entscheidung.“

Von da an soll die Spielzeit mit einer einfachen Runde (ohne Rückspiele) zum Abschluss gebracht werden. Die richtige Maßnahme? „Auf jeden Fall“, stimmt Wennmann zu: „Wir sollten ja vorsichtig bleiben und hoffen, dass die Infektionszahlen wieder sinken. Eine komplette Serie im neuen Jahr durchzuziehen, wäre zu kompliziert geworden.“

Auch zum Thema Auf- und Absteiger hat Wennmann eine Meinung: „Eigentlich würde ich auf beides verzichten. Obwohl eine Play-off-Lösung ihren Charme hätte. Aber das hängt alles vom weiteren Verlauf der Pandemie ab.“

Sollte es tatsächlich Aufsteiger geben, käme nach derzeitigem Stand Kleinenkneten sogar ernsthaft dafür in Betracht. Sicherlich ein Anreiz, sich bis März nicht auf die faule Haut zu legen, wie Wennmann bestätigt: „Wer Zweiter ist, der will sich natürlich nicht verschlechtern. Also hoffe ich, dass sich die Jungs vernünftig fit halten. Joggen oder Rad fahren gehen ja auch während Corona.“

Von Carsten Drösemeyer

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