Regisseur des Handball-Oberligisten TV Neerstedt macht Hobby zum Beruf

Tim Schulenberg sorgt für frischen Wind im BHV

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Tim Schulenberg (beim Wurf) hat sein Hobby Handball zum Beruf gemacht.

Neerstedt - Als Spielmacher zieht Tim Schulenberg beim Handball-Oberligisten TV Neerstedt die Fäden. Auch sonst dreht sich in der Freizeit des 32-Jährigen fast alles ums kleine runde Leder. Und nicht nur das: Inzwischen hat er Handball zu seinem Beruf gemacht.

Nach seinem Referendariat bekam Schulenberg das Angebot vom Bremer Handball-Verband (BHV), die vakante Stelle als Trainer-Lehrer Handball in der Hansestadt zu besetzen – und er griff zu. Neben seiner Arbeit beim BHV unterrichtet der Pädagoge noch 19 Stunden an der Oberschule an der Ronzelenstraße in Bremen-Horn. Überwiegend erteilt Schulenberg Sport, aber auch einige Stunden in seinem Zweitfach Geschichte.

„Mir macht die ganze Sache großen Spaß. Wobei ich die Rollen als Lehrer, Trainer und Spieler klar trennen kann“, berichtet Schulenberg, der nach mehr als einem Jahr „noch keine Verschleißerscheinungen feststellen“ kann.

In seiner Eigenschaft als BHV-Landestrainer hat er viele Talente, die er in den verschiedenen Auswahlmannschaften betreut, auch vormittags im Kadertraining der sportbetonten Schule. Schulenberg ist damit so etwas wie das Bindeglied zwischen Schule, Vereinen und Verband. „Wir wollen an der Ronzelenstraße den besten Talenten Bremens und aus der näheren Umgebung die Möglichkeit bieten, in ihrem Sport an die Leistungsgrenze zu gehen“, erläutert der 1,85 Meter große Rechtshänder.

Schulenberg hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Nachwuchs im kleinsten Landesverband unter dem Dach des Deutschen Handballbundes (DHB) voranzubringen. Dabei geht er durchaus ungewöhnliche Wege: Schulenberg besucht das Vereinstraining seiner Schützlinge oder nimmt einzelne Spieler zum Training des TV Neerstedt mit. Dort setzt Ex-Profi Jörg Rademacher im Übungsbetrieb noch einmal ganz andere Reize.

„Ich würde gerne noch viel mehr machen, aber die Mittel in Bremen sind begrenzt. Hier müssen wir neue Wege zur Finanzierung finden“, erklärt Schulenberg, der aber auch so schon für jede Menge frischen Wind im Bremer Jugendhandball gesorgt hat.

Der Lehrer jagt seit seiner frühesten Jugend dem kleinen runden Leder nach. Begonnen bei den Minis, durchlief er anschließend alle Neerstedter Jugendmannschaften. Auch im Herrenbereich trug er nie ein anderes Trikot als das seines Heimatvereins. Seine ersten Erfahrungen als Trainer sammelte der B-Lizenzinhaber ebenfalls bei den Grün-Weißen. Zu glorreichen Zeiten zeichnete er für die A- und B-Jugend verantwortlich, die damals mit Talenten gespickt war, darunter Yannick und Maurice Dräger, die inzwischen beim Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf spielen. Auch Schulenbergs heutige Teamkollegen Ole Goyert und Eike Kolpack gehörten einst zu seinen Schützlingen.

wz

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