Re-Start mit gemischten Gefühlen

Handball-Verband Niedersachsen will den Spielbetrieb im Januar wie geplant wieder aufnehmen

Eine Hand greift einen Handball, der auf einer Weichbodenmatte liegt.
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Genug pausiert: Der Handball-Verband Niedersachsen will den Spielbetrieb wie geplant im Januar fortsetzen.

Neerstedt/Harpstedt – Aktuell ruht der Spielbetrieb noch in den allermeisten Ligen des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN). Doch nach den Weihnachtsferien soll sich das zügig ändern. Auf Empfehlung des Spielausschusses hat das HVN-Präsidium entschieden, dass der Spielbetrieb im gesamten Verbandsgebiet nach dem Jahreswechsel wieder aufgenommen wird – unabhängig davon, welche Regelung (2G oder 2G plus) dann in den einzelnen Landkreisen gilt. Das schreibt der HVN in einer am Freitagmittag verschickten Pressemitteilung.

„Wir haben immer betont, dass wir das Handballspielen generell ermöglichen wollen und eine mehrmonatige Pause wie in der letzten Saison tunlichst zu vermeiden ist. Die Coronaverordnung des Landes Niedersachsen lässt Amateursport weiterhin zu, und dem wollen wir Rechnung tragen“, begründet HVN-Präsident Stefan Hüdepohl.

„Wir sind der Meinung, dass sich die Problematik bezüglich Testungen und Verfügbarkeit von Schnelltests, die ein Hauptargument für die Unterbrechung war, deutlich entspannt hat und bis Anfang Januar weiter verbessern wird, so dass wir den geordneten Spielbetrieb auf Verbandsebene wieder gewährleisten können“, ergänzt Vizepräsident Jens Schoof, der den Bereich Spieltechnik verantwortet.

Die Frauen und Männer kämpfen somit in den allermeisten Fällen wieder ab dem Wochenende 15./16. Januar um Punkte. Einige Spiele finden bereits am Wochenende zuvor statt. Davon betroffen sind unter anderem die Verbandsliga-Männer des TV Neerstedt – die Crew von Trainer Andreas Müller muss am Sonnabend, 8. Januar, 17.30 Uhr, zu ihrer Nachholpartie beim OHV Aurich II antreten.

Die Neerstedter Oberliga-Frauen sind erstmals am Sonnabend, 15. Januar, 17.30 Uhr, bei der SG SV Friedrichsfehn/TuS Petersfehn gefordert. „Durch die Aufhebung der Testpflicht war die Entscheidung des HVN zu erwarten“, sagt Cordula Schröder-Brockshus. Deshalb hatte Neerstedts Trainerin ihre Spielerinnen schon vor der offiziellen Ankündigung darauf vorbereitet, dass es bald weitergehen wird.

Grenzenlosen Jubel hat der HVN-Beschluss im Lager der Grün-Weißen jedoch nicht ausgelöst, sondern eher gemischte Gefühle. „Natürlich freue ich mich, dass wir wieder Sport treiben dürfen. Sport tut allen gut“, sagt Cordula Schröder-Brockshus. Allerdings hätte die 28-Jährige auch nichts dagegen gehabt, „wenn wir es nach Weihnachten noch ein paar Wochen länger ruhiger angehen lassen hätten“. Denn die Coronainfektionszahlen sind nach wie vor hoch. „Deshalb muss man sich schon fragen, ob das angemessen ist, wenn man die Situation in den Krankenhäusern sieht“, meint sie. „Aber letztlich entscheiden das andere.“

Für sich hatten die Neerstedterinnen nach der Aussetzung des Spielbetriebs Anfang Dezember entschieden, weiterhin zweimal wöchentlich zu trainieren. Dank der von der Gemeinde Dötlingen zur Verfügung gestellten Tests, sei das kein Problem gewesen, berichtet Cordula Schröder-Brockshus. Am Donnerstag hatte sie ihr Team letztmals vor dem Fest zusammengezogen. Jetzt gehe es darum, Kontakte zu reduzieren. Zwischen den Feiertagen soll es eine freiwillige Übungseinheit geben. „Am 3. Januar werden wir dann richtig loslegen“, kündigt die B-Lizenzinhaberin an.

Auf eine deutlich längere Zwangspause hatte sich Maik Bitter eingestellt. Jedenfalls zeigte sich der Handballabteilungsleiter des Harpstedter TB „überrascht“, dass der HVN so schnell wieder grünes Licht gibt, nachdem die Ampel erst vor zwei Wochen auf Rot gegangen war. „Das ist sportlich“, findet Bitter. Aus seinem Verein ist die männliche A-Jugend in der Landesliga West von der Entscheidung betroffen. Denn auch im Jugendbereich, wo aktuell nur die Oberligen der C- und B-Jugend aktiv sind, wird der Spielbetrieb fortgesetzt.

„Hier überwiegt aus unserer Sicht ebenfalls das Argument, das Handballspielen zu ermöglichen, um möglichst viele Kinder und Jugendliche weiterhin von unserer schönen Sportart begeistern zu können“, erklärt HVN-Jugendspielwart Olaf Bunge. Ähnlich sieht es offenbar auch HTB-Coach Werner zur Kammer. „Werner ist ganz froh, wenn es weitergeht. Je länger der Spielbetrieb ruht, desto schwieriger wird es, weil die Motivation bei den Jungs verloren geht“, berichtet Bitter. Beim HTB seien sie jedenfalls „nicht abgeneigt, die Spiele auszutragen“.

Laut Plan müsste der Harpstedter Nachwuchs am Sonntag, 16. Januar, 14.30 Uhr, zuhause gegen die HG Jever/Schortens ran. Die Hallenzeiten seien weiterhin geblockt, diesbezüglich gebe es keine Probleme. „Aber vielleicht sollten wir gleich für die erste Januar-Woche noch eine Einheit ansetzen“, überlegt Bitter. Der Keeper spielt selbst bei den Harpstedter Regionsoberliga-Männern, die gemeinsam mit der A-Jugend trainieren.

Nach zwei abgebrochenen Spielzeiten hat sich der HVN diesmal zum Ziel gesetzt, „eine sportliche Gesamtwertung in der Tabelle hinzubekommen“, unterstreicht Spieltechnik-Chef Schoof. Zu diesem Zweck seien die ausgesetzten Spieltage neu im Rahmenterminplan verankert worden. Die Vereine sind nun gefordert, die Partien bis zum 31. Dezember fest an den neu geplanten Wochenenden zu terminieren.

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