Handball-Verband schlägt Fortsetzungsmodelle vor / Müller wünscht sich genügend Vorlauf

Re-Start Anfang Januar? „Das wäre sportlich“

Heiß auf Handball: Die Verbandsliga-Männer des TV Neerstedt würden am liebsten sofort wieder loslegen.
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Heiß auf Handball: Die Verbandsliga-Männer des TV Neerstedt würden am liebsten sofort wieder loslegen.

Neerstedt – Ginge es nach den Verbandsliga-Handballern des TV Neerstedt, wäre die Sache klar. „Die Mannschaft würde so schnell wie möglich wieder loslegen wollen“, sagt Trainer Andreas Müller. Denn momentan ist seine Crew zur Untätigkeit verdammt. Ende Oktober hatte der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) den Spielbetrieb in seinen Klassen bis zum Jahresende ausgesetzt. Aufgrund der von Bundes- und Landesregierungen beschlossenen Coronamaßnahmen ist mindestens noch bis Ende November auch kein Mannschaftstraining erlaubt. Doch nun gibt es immerhin eine Perspektive, wann und wie die unterbrochene Saison fortgesetzt werden könnte.

Die vom HVN-Präsidium installierte „Task Force Spielbetrieb“ hat erste Modelle zu einer möglichen Wiederaufnahme des Spielbetriebes der Ober-, Verbands- und Landesligen Mitte Januar beziehungsweise Anfang Februar vorgelegt. Eine Verlängerung des Amateursportverbots könnte die Pläne aber durchkreuzen. Wie der für den Bereich Spieltechnik zuständige HVN-Vizepräsident Jens Schoof erläuterte, sollen die Vorschläge mit den Vertretern der Ober- und Verbandsligisten der Frauen und Männer in einer für Sonnabend, 28. November, angesetzten Videokonferenz diskutiert werden. Das Meinungsbild der Männer-Landesligisten wird in einer Online-Umfrage ermittelt.

Für die Verbandsligisten könnte es demnach bereits am Wochenende 16./17. Januar wieder losgehen. „Es ist nicht absehbar, wann wir wieder in die Halle dürfen. Wenn wir erst Anfang Januar wieder trainieren können und schon zwei Wochen später das erste Punktspiel hätten – das wäre sehr sportlich“, sagt Andreas Müller. Neerstedts Coach veranschlagt „vier bis fünf Wochen Vorlauf, um annähernd auf das Level zu kommen, auf dem wir gewesen sind“. Das spräche eher für einen Beginn am 6./7. Februar.

Die Neerstedter waren im Oktober mit zwei Siegen über den TSV Daverden (36:17) und beim OHV Aurich II (30:28) in die Saison gestartet. Gut möglich, dass die Ergebnisse hinfällig sind. Denn das erste Modell, das die Task Force vorgeschlagen hat, sieht nämlich vor, am 16./17. Januar zu starten und die beiden Verbandsligen mit ihren insgesamt 29 Mannschaften in drei Staffeln aufzuteilen. Die jeweiligen Erstplatzierten sollen dann ab Mitte Juni die Aufsteiger ausspielen. Die Tabellenletzten jeder Staffel steigen ab, die Vorletzten bestreiten gegebenenfalls Relegationsspiele.

„Wir wären natürlich froh, wenn wir die Punkte mitnehmen könnten“, sagt Müller. Deshalb hat der 43-Jährige „persönlich eine leichte Tendenz“ zur zweiten vorgeschlagenen Variante. Dabei würde es ebenfalls Mitte Januar oder aber drei Wochen später zum Re-Start kommen. Die Staffelstärken blieben unverändert, allerdings würde nur eine Einfachrunde bis Mitte Mai gespielt, in der die bisherigen Ergebnisse berücksichtigt würden. Anschließend käme es zu einer Meister- und einer Abstiegsrunde. Falls die Coronapandemie erneut für Ausfälle oder Unterbrechungen sorgt, wäre eine Wertung der Einfachrunde per Quotientenregelung die Konsequenz. „Das ist für mich ein guter Ansatz. Dann hätte jeder einmal gegen jeden gespielt“, findet Müller. „Allerdings gehören mehrere Aspekte dazu. Ich werde mich in den nächsten Tagen intensiver damit beschäftigen.“

Cordula Schröder-Brockshus, die die Neerstedter Oberliga-Frauen trainiert, muss sich sogar mit drei Vorschlägen auseinandersetzen. Wobei: „Einer dürfte am Mittwoch schon gestrichen werden, wenn die Politik den Trainingsbetrieb bis Ende Dezember verbietet. Wir können nicht zwei Wochen später ein Punktspiel bestreiten – da wäre das Verletzungsrisiko viel zu groß“, sagt die 27-Jährige. Jenes Modell sieht vor, dass ab 16./17. Januar gespielt wird. Staffelstärken und Spielmodus blieben unverändert. Die Erst- und Zweitplatzierten der Staffeln ermitteln in Relegationsspielen die Aufsteiger. Die Vorletzten und Letzten steigen in die Landesligen ab.

Beim zweiten Vorschlag ginge es am 6./7. Februar wieder los. Die Staffelstärken blieben unverändert. Bis Ende April würde eine Einfachrunde absolviert, in die auch die bisherigen die Ergebnisse einfließen. Auf- und Absteiger würden ab Mai in einer Meister- und in einer Abstiegsrunde ermittelt, in deren Wertungen die Ergebnisse des direkten Vergleichs zweier Teams einfließen. „Das wäre meine Tendenz“, sagt Cordula Schröder-Brockshus, obwohl ihr Team in der Weststaffel mit der Hypothek von zwei Pleiten gegen die HSG Hude/Falkenburg (16:23) und die SG Neuenhaus/Uelsen (23:39) belastet wäre.

Das dritte Modell (Spielbeginn: 6./7. Februar) sieht die Neueinteilung der 31 Oberligisten in vier Staffeln mit sieben beziehungsweise acht Mannschaften vor. Die jeweiligen Erstplatzierten würden ab Mitte Juni in einer Hin- und Rückrunde die Aufsteiger ermitteln. Die jeweiligen Letztplatzierten steigen in die Landesligen ab. Die jeweiligen Vorletzten gehen in die Abstiegsrelegation.

„Die Vorschläge sind alle nicht optimal. Aber ich finde es gut, dass der HVN die Vereine einbezieht und nicht einfach den Fahrplan vorgibt“, meint Cordula Schröder-Brockshus. „Uns ist es wichtig, in den direkten Dialog mit den Vereinen zu treten, um so den Entscheidungsprozess im Präsidium zu unterstützen“, bestätigt HVN-Vizepräsident Schoof. Ziel sei es, den Spielbetrieb der Frauen und Männer im Zuständigkeitsbereich des HVN bis spätestens Mitte Juli zu beenden.

Für den Jugendbereich favorisiert der Spielausschuss laut Schoof einen Re-Start am ersten Februar-Wochenende. „Lediglich im Bereich der B-Jugend-Oberliga könnten schon vorher die Termine ab 16. Januar mitberücksichtigt werden, da in dieser Altersklasse ab Mai noch die deutschen Meisterschaften ausgetragen werden sollen.“

Von Sven Marquart

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