Joachim Puchler steigt aus, Markus Welz kehrt zurück

Fußball-Kreisligist TV Dötlingen wechselt in der Winterpause den Trainer

Joachim Puchler (links) bei einer Ansprache.
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Schlussstrich: Joachim Puchler (links) ist nicht mehr Coach des TV Dötlingen.

Dötlingen – Es hat nicht mehr gepasst. In einem offen und ehrlich geführten Gespräch sind der Mannschaftsrat des TV Dötlingen und Trainer Joachim Puchler übereingekommen, ihre Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung zu beenden. Als neuen Coach verpflichtete der Fußball-Kreisligist einen alten Bekannten: Puchlers Nachfolger Markus Welz ist zugleich auch dessen Vorgänger. Er trainierte die Mannschaft bereits von 2016 bis 2019 und führte sie in diesem Zeitraum zweimal auf Platz zehn und einmal auf Rang vier.

„Unsere Erwartungshaltung stimmt nicht mehr überein. Da muss man dann nicht mehr groß rumeiern und bis zum Sommer warten, sondern zieht besser gleich einen Schlussstrich. Es muss für beiden Seiten passen, sonst hat es keinen Sinn“, erklärt Puchler, wie es zur Trennung kam. „Wir haben festgestellt, dass wir uns in gegensätzliche Richtungen entwickeln. Trotzdem sind wir Joachim wirklich dankbar. Der Mann hat echt Ahnung. Er ist ein richtig geiler Trainer, und wir haben einiges von ihm gelernt“, sagt Mannschaftskapitän Gerrit Schüler. Zum Abschied bekam der Übungsleiter einen Meter Weizenbier geschenkt.

Mit seinem Lieblingsgetränk war Puchler damals auch geködert worden, als Markus Welz sein erstes Engagement beim TV Dötlingen aus persönlichen Gründen beendet hatte. Puchler war der erklärte Wunschkandidat für dessen Nachfolge. Coronabedingt konnte der 53-jährige Dünsener mit seiner Crew jedoch nicht eine komplette Saison absolvieren. Welche Qualität im Kader steckt, zeigte der TVD in der Spielzeit 2019/2020, in der er zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs den vierten Tabellenplatz belegte. Zudem triumphierte der Club im Elfmeterschießen um den Kreispokal. In der annullierten Serie 2020/2021 gewann Dötlingen eine von insgesamt vier Partien, ehe die Pandemie wieder dazwischengrätschte.

Aktuell rangiert das Team um Torjäger Shqipron Stublla als Achter jenseits von Gut und Böse. „Vor der Saison hatte ich mich gefreut, dass ich 30 Leute auf dem Zettel habe und es einen ordentlichen Konkurrenzkampf gibt. Aber das war schon mit dem ersten Punktspiel hinfällig“, verweist Puchler auf das immense Verletzungspech. Es nahm so große Auswüchse an, dass der TVD sein Heimspiel gegen den VfR Wardenburg kampflos abgab.

Zwischen den Zeilen lässt sich herauslesen, dass es die Kicker offenbar etwas lockerer angehen lassen wollten als ihr Ex-Trainer. Was Gerrit Schüler jedoch bestreitet. „Uns fehlt es nicht an sportlichem Ehrgeiz“, betont der 29-Jährige. So machte sich der Mannschaftsrat umgehend auf die Suche nach einem neuen Coach. „Ich hätte kein gutes Gefühl gehabt, ohne Trainer in die Winterpause zu gehen“, gibt Schüler zu. Dementsprechend froh waren er und seine Teamkollegen, Welz für eine zweite Amtsübernahme gewinnen zu können: „Markus lebt den TV Dötlingen!“

Als die Anfrage kam, sei er „überrascht“ gewesen, gibt Welz zu. Nach drei, vier Tagen Bedenkzeit gab er das Okay. „Ich fühle mich motiviert – das war das Wichtigste“, findet der 53-jährige Dötlinger. Seit seinem Ausstieg hatte er den Amateurfußball vorwiegend als Zuschauer genossen – „wenn es denn ging“. Unterstützt wird Welz von seinem Sohn Maximilian als Torwarttrainer und Co-Trainer Tim Lemke. „Damit sind wir gut aufgestellt“, glaubt der alte und neue Chefcoach.

Mit einigen TVD-Spielern hat Welz bereits telefoniert. „Am Montag gibt es dann einen gemeinsamen Videocall zum Schnacken und Kennenlernen“, berichtet Schüler. Ein großes gegenseitiges Beschnuppern dürfte aber nicht vonnöten sein. „Mit 75 Prozent der Mannschaft habe ich ja schon zusammengearbeitet“, erläutert Welz: „Die Jungs wissen also, wen sie sich da eingekauft haben.“ Zunächst hat der Berufssoldat für anderthalb Jahre zugesagt. Am TV Dötlingen schätzt Welz die familiäre Atmosphäre und den guten Zusammenhalt.

In der zweiten Saisonhälfte werde es für den Tabellenachten hauptsächlich darum gehen, „vernünftig zu performen“, sagt Welz: „Schließlich ist nach oben nicht mehr viel zu holen, und nach unten haben wir schon ein gutes Polster.“ Das trifft es angesichts von 27 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Harpstedter TB und zwölf Zählern Vorsprung auf Schlusslicht TV Falkenburg.

Unterdessen ist Joachim Puchler nicht abgeneigt, eine neue Aufgabe anzunehmen. „Ich habe schon Bock, wieder was zu machen“, erklärt der B-Lizenzinhaber. Sein großer Vorteil sei, dass er als Dünsener „schon mit einem Fuß im Kreis Diepholz stehe: Da ist es egal, ob ich nach Dötlingen fahre oder nach Bassum oder Twistringen“. Die Spielklasse sei nicht der ausschlaggebende Faktor. „Aber wenn ich auf den Platz gehe, darf es ein bisschen ambitionierter sein. Nur Gemeinschaft und easy kicken sind nicht mein Ding“, betont Puchler.

Fühlt sich motiviert: Markus Welz (rechts) übernimmt zum zweiten Mal das Traineramt beim Kreisligisten.

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