Torhüter kommt vom SV Vorwärts Nordhorn

Nico Prieto-Falk ist für den VfL Wildeshausen ein „absoluter Zugewinn“

Torhüter Nico Prieto-Falk  ruft Anweisungen und gestikuliert mit der linken Hand.
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„Ich bin nicht auf den Mund gefallen“: Der neue VfL-Keeper Nico Prieto-Falk gibt lautstark Kommandos.

Wildeshausen – Die Kaderplanung beim VfL Wildeshausen gestaltet sich in diesem Frühjahr intensiver als sonst. Kein Wunder, denn beim Fußball-Landesligisten haben sich gleich sieben Akteure des bisherigen Kaders verabschiedet. Teammanager Sebastian Pundsack, Chefcoach Marcel Bragula und Co-Trainer Patrick Meyer fahnden nach adäquatem Ersatz. Und das bedeutet jede Menge Arbeit. „Ich habe bestimmt mit 20 Kandidaten gesprochen. Aber die meisten Gespräche waren schnell wieder beendet, sobald die Sprache aufs Geld kam“, berichtet Bragula.

Wer nicht mit üppigen Zahlungen dienen kann oder will, ist umso mehr auf gute Kontakte und auch ein bisschen Glück angewiesen. Die Kombination aus beidem bescherte den Krandel-Kickern nun die Zusage von Nico Prieto-Falk. Der Torhüter ist nach den Winterverpflichtungen Janne Ole Kay und Lucas Abel (beide BV Essen) und Offensivkraft Jan Stubbmann (TSV Ottersberg) der vierte „Neue“ für die kommenden Spielzeit.

„Ich habe immer darauf gedrängt, dass wir uns noch nach einem weiteren Torwart umsehen, denn auf dieser Position brauchen wir unbedingt Konstanz“, erläutert Bragula. Zwar standen ihm nach dem Weggang von Sören Willers in Janne Ole Kay und Miguel Förster noch zwei Keeper zur Verfügung. „Aber bei Miguel ist völlig unklar, wo für ihn beruflich die Reise hingeht“, erklärt Bragula. Dass Risiko, womöglich mit nur einem Schlussmann in die neue Serie zu starten, konnte und wollte er nicht eingehen. Da kam es wie gerufen, dass sich Prieto-Falk von selbst bei Bragula meldete. „Das ist ein Geschenk für uns! Wir wären mit dem Klammerbeutel gepudert, ihn nicht zu verpflichten“, betont der B-Lizenzinhaber.

Denn Prieto-Falk ist in Wildeshausen kein Unbekannter. Mit seinem Heimatverein SV Vorwärts Nordhorn gastierte der 28-Jährige bereits mehrfach als Gegner im Krandel. Er bringt die Erfahrung aus rund 80 Landesliga-Partien mit an die Hunte. Der Sohn eines spanischen Vaters und einer deutschen Mutter studiert inzwischen in Oldenburg im sechsten Semester Wirtschaft und Sport auf Lehramt. Bislang hatte er die 1:45 Stunden Fahrtzeit („Wenn es gut läuft“) in die Grafschaft Bentheim gern auf sich genommen. „Das habe ich für meine Freunde und den Verein gemacht – das war mir eine Herzensangelegenheit“, erzählt Prieto-Falk.

Schließlich hatte er von den Minis an nie ein anderes als das Vorwärts-Trikot getragen. In Nordhorn durchlief er sämtliche Jugendmannschaften. Bei den Herren entwickelte er sich dann zu einer festen Größe. Inzwischen hat er vier Landesliga- und sechs Bezirksliga-Spielzeiten absolviert. Neben der Bezirksliga-Meisterschaft 2015 gewann Prieto-Falk mit seinem bisherigen Team auch den Bezirkspokal 2016.

Da ihm der Aufwand zu groß geworden war, entschloss sich der Torhüter nun schweren Herzens, sich im Oldenburger Raum einen anderen Verein zu suchen. „Es tut weh, diesen Schritt zu gehen. Vorwärts wird immer einen Platz in meinem Herzen haben“, sagt Prieto-Falk. Seine Wahl fiel schließlich auf den VfL Wildeshausen. Zu Bragula stand er bereits länger in Kontakt. „Wir haben mal auf Mallorca eine Landesliga-Saison zusammen Revue passieren lassen“, erzählt der Übungsleiter. Bei einem Trainingslager in Nordhorn wurden die Beziehungen vertieft. „Schon da haben wir viel Spaß und gute Gespräche gehabt“, sagt Bragula. Dass er einen guten Draht zu seinem Nordhorner Kollegen Henning Schmidt pflegt, erleichterte den Wechsel zusätzlich.

„Der VfL Wildeshausen scheint ähnlich familiär zu sein wie Vorwärts Nordhorn – da stehen der Verein und der Zusammenhalt im Vordergrund und nicht einzelne“, meint Prieto-Falk. „Nico ist ein lockerer Typ. Er wird keine Anlaufschwierigkeiten bei uns haben“, ist Bragula überzeugt. Sportlich sei Prieto-Falk „ein absoluter Zugewinn: Er ist ein kompletter Torwart. Eine Schwäche fällt mir bei ihm nicht ein.“ Der 1,85 Meter große Schlussmann sieht bei sich selbst indes noch „Verbesserungspotenzial bei hohen Bällen“. Dafür findet er sich „ganz passabel“ mit dem Ball am Fuß und in Eins-gegen-eins-Situationen.

Bragula sieht Prieto-Falk im Vergleich mit seinen Mitbewerbern Kay (22) und Förster (20) „auf Augenhöhe“. Allein deshalb erwartet der VfL-Coach eine „spannende Vorbereitung“. Prieto-Falk freut sich auf die neuen Kollegen. „Ich gehe ganz offen an die Sache ran. Ich nehme den Konkurrenzkampf auf jeden Fall an und hoffe, dass ich mit Leistung überzeugen kann. Ich respektiere es aber auch, wenn ein anderer bessere Leistungen zeigt“, kündigt der gebürtige Remscheider an. Mit seinem neuen Verein will er „das Bestmögliche erreichen und auch für ein paar Überraschungen sorgen“.

Feierfreudiger Fänger

Besonders gespannt ist Nico Prieto-Falk auf das Gildefest. „Ich war noch nie da, habe aber gehört, dass es gut sein soll“, sagt der neue Torhüter des Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen. Bis er sich persönlich davon überzeugen kann, wird er sich allerdings noch etwas gedulden müssen. Frack, Zylinder und Holzgewehr müssen auch Pfingsten 2021 pandemiebedingt im Schrank bleiben. „Ich hoffe, dass ich dann im nächsten Jahr einen gebührenden Einstand geben kann“, sagt der feierfreudige Fänger und lacht.

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