Peuker sehnt den großen Wurf herbei

Der Harpstedter TB will endlich in die Fußball-Bezirksliga

Die Kreisliga-Fußballer Daniel Wollenberg (links) vom VfL Wildeshausen II und Ole Volkmer vom Harpstedter TB liefern sich ein Laufduell.
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Talentiert und treffsicher: HTB-Youngster Ole Volkmer (r.) ist mit sieben Saisontoren der bislang erfolgreichste Kreisliga-Schütze.

Der Harpstedter TB hat vor der Aussetzung des Spielbetriebs erst drei Partien in der Fußball-Kreisliga absolviert. Dabei unterstrich die Mannschaft von Trainer Jörg Peuker durchaus ihre Aufstiegsambitionen.

  • Der Harpstedter TB ist in der Fußball-Kreisliga wieder oben dabei.
  • Diesmal soll der Aufstieg gelingen.
  • Youngster Ole Volkmer lässt aufhorchen.

Harpstedt – Normalität sieht anders aus. Trotzdem war im Corona-Spätsommer 2020 auch beim Harpstedter TB wieder eine gewisse Fußball-Routine mit regelmäßigem Mannschaftstraining und Pflichtspielen eingekehrt. Doch das Glück blieb nur von kurzer Dauer. Nach gerade einmal 26 Tagen mit drei Kreisliga-Partien und einer Pokalbegegnung war schon wieder Schicht im Schacht. Der bislang letzte HTB-Auftritt liegt inzwischen ein Vierteljahr zurück.

Schon der erste Lockdown im Frühling war für Jörg Peuker nur schwer zu ertragen. Damals war dem HTB-Coach, der nach eigenem Bekunden nicht viel mit Gartenarbeit am Hut hat, sogar „fast ein grüner Daumen gewachsen“. Den erneuten Fußball-Entzug empfindet der Visbeker als „medikamentenpflichtig“. So schön es auch sei, viel Zeit für die Kinder zu haben – der Sport fehlt, und die Unzufriedenheit wächst. „Meine Frau würde mich am liebsten wieder zum Platz treten“, gibt Peuker freimütig zu.

11:0-Ausrufezeichen gegen Hasbergen

Zumal die Saison für seine Crew vielversprechend begonnen hatte, auch wenn das Vorrundenaus im Kreispokal gegen den Ligarivalen TSV Großenkneten (2:4) aus Peukers Sicht „unnötig wie ein Kropf“ war. Doch bereits im Auftaktmatch der Kreisliga-Staffel B setzten die Harpstedter ein dickes Ausrufezeichen und fertigten den TuS Hasbergen gleich mit 11:0 ab. „Da gab es nichts zu meckern. Wir haben wie aus einem Guss gespielt, und es hätte durchaus in die 20er gehen können“, sagt Peuker. Doch nur eine Woche später folgte die Ernüchterung. Beim Aufsteiger FC Hude II kamen die hoch gehandelten Harpstedter nicht über ein 2:2 hinaus. „Damit war ich so gar nicht einverstanden! Allerdings muss ich den Jungs zugutehalten, dass sie nach dem 0:2-Rückstand noch einen Punkt geholt haben, auch wenn sogar noch Chancen zum 3:2 da waren“, sagt Peuker.

Aber umgehend besänftigte der HTB seinen Übungsleiter wieder: mit einer 6:0-Gala im Derby beim VfL Wildeshausen II. „Das war überragend! Da hatten wir den Wildeshauser Matchplan schon nach fünf Minuten ausgehebelt. Das war eines der besten Spiele, die ich von den Jungs gesehen habe“, schwärmt der 47-Jährige, räumt aber auch ein: „Konstanz sieht anders aus.“ Trotz der 19 erzielten Treffer konnte der HTB die altbekannte Abschlussschwäche aus den Vorjahren nicht wirklich ablegen. Bei Aussetzung des Spielbetriebs rangierte Harpstedt mit sieben Zählern hinter dem dreimal siegreichen TV Munderloh auf dem zweiten Tabellenplatz.

Saisonfortsetzung? HTB-Coach ist skeptisch

Der Turnerbund ist also oben dran – wie auch schon in den vergangenen drei Jahren. Doch zum ganz großen Wurf hat es bislang nicht gereicht. „Leider hatten wir immer einen Überflieger vor der Nase“, bedauert Peuker. Denn sein Team sei „vom Niveau her definitiv eine Bezirksliga-Mannschaft“, findet er: „Das Problem ist es, aus der Kreisliga rauszukommen.“ Ob es Peuker und seinen Mannen diesmal gelingt? „Das ist natürlich spekulativ. Aber ich bin der Meinung, dass wir es weiter aufs Parkett gebracht hätten“, geht der einstige Torwart davon aus, dass der HTB diesmal in der Aufstiegsfrage ein gewichtiges Wörtchen mitgeredet hätte. Wohlgemerkt: hätte. „Ich bin skeptisch, dass wir in dieser Saison überhaupt nochmal raus dürfen“, erklärt Peuker, der seit Juni 2016 im Amt und damit dienstältester Trainer in der Kreisliga ist.

Ich kann noch nicht weg. Ich will in Harpstedt bleiben. Schließlich habe ich noch ein Ziel vor Augen.

HTB-Trainer Jörg Peuker auf die Frage nach seiner sportlichen Zukunft.

Um jedoch für alle Fälle gerüstet zu sein, hat Peuker seinen Akteuren den eigenverantwortlichen Erhalt der Grundkondition zur Aufgabe gemacht, „damit wir möglichst schnell wieder in die fußballerische Vorbereitung einsteigen können, wenn es wieder losgeht“. Dann wird neben Merlin Janowsky, der sich inzwischen seiner Musikkarriere widmet, auch Steffen Vogeno nicht mehr zum HTB-Aufgebot gehören. Der Mittelfeldspieler, der erst zu Saisonbeginn vom TuS Syke nach Harpstedt gewechselt war, hat es in diesen Tagen beruflich nach Frankfurt am Main verschlagen. „Das ist total schade! Steffen hatte Startschwierigkeiten. Man hat gemerkt, dass er ein halbes Jahr gar nicht gespielt hat. Er wollte anfangs zu viel. Dann wurde es immer besser. Aber gerade, als er richtig in Tritt gekommen war, war schon wieder Schluss“, meint Peuker.

Peuker traut Volkmer die Oberliga zu

Dafür ist der Coach gespannt, wie die Entwicklung von Ole Volkmer weitergeht. Der Offensivmann war im Sommer von den Bezirksliga-A-Junioren der SG DHI Harpstedt aufgerückt. „Ole ist eine Maschine! Selbst körperlich hat er den Sprung zu den Herren sofort geschafft“, sagt Peuker. Und nicht nur das: Mit insgesamt sieben Treffern ist sein Youngster der bislang beste Schütze der beiden Kreisliga-Staffeln. Allein gegen Hasbergen langte Volkmer fünfmal zu. Dass der 19-Jährige „mit reichlich Talent gesegnet“ ist und längst höherklassige Vereine auf ihn aufmerksam geworden sind, ist auch Peuker bewusst: „Auch deshalb müssen wir schnellstmöglich in die Bezirksliga. Wenn Ole so weitermacht, traue ich ihm durchaus die Oberliga zu. Das Talent und den Einsatzwillen dazu hat er definitiv.“

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