Anzahl der Turniere im Pferdesportverband Weser-Ems hat sich in diesem Jahr halbiert

Pedersen plant gegen den Trend

Gegen den Trend: Der Däne Sören Pedersen (hier auf Tailormade Contou) plant für 2021 zwei internationale Springturniere auf seiner Anlage in Winkelsett.
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Gegen den Trend: Der Däne Sören Pedersen (hier auf Tailormade Contou) plant für 2021 zwei internationale Springturniere auf seiner Anlage in Winkelsett.

Landkreis – Für eine kurze Zeit war im Sommer das Gefühl aufgekommen, dass doch eine ganz normale Reitsaison stattfinden kann. Zumindest standen wieder vermehrt Turniere im Kalender. Ein Trugschluss: Insgesamt nahm die Anzahl der Veranstaltungen im Pferdesportverband Weser-Ems (PSVWE) nämlich deutlich ab. Laut Auskunft des PSVWE werden am Ende des Jahres vermutlich 165 Turniere ausgetragen worden sein. 2019 waren es etwa doppelt so viele. Ein Trend, der übrigens auch bundesweit zu beobachten war.

Nachdem der RV „der Montagsclub“ Anfang Mai in Luhmühlen die ersten Springprüfungen ausgerichtet hatte, zogen weitere Veranstalter nach. „Im Turniersport können wir trotzdem nicht von einer Rückkehr zur Normalität sprechen“, sagte Soenke Lauterbach, Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), im Gespräch mit dem verbandsinternen Medium „FN aktuell“. Denn während 2019 im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. August deutschlandweit 2700 Turniere ausgetragen wurden, waren es 2020 lediglich etwa 1160.

Aus Sicht der hiesigen Reiter dürfte vor allem die Absage des Oldenburger Landesturniers bitter gewesen sein. Für viele Reiter aus der Region ist die Veranstaltung im Schlosspark von Rastede schließlich der Höhepunkt des Jahres. Die Organisatoren um Torsten Schmidt, Geschäftsführer des Reiterverbandes Oldenburg, kämpften dabei bis zum Schluss um eine Ausrichtung, entschieden sich letztlich aber doch dagegen. Warum? Vor allem wegen der starken Begrenzung der Zuschauerzahl und der damit ausbleibenden Atmosphäre.

Das eine oder andere Highlight gab es im Landkreis Oldenburg trotzdem: Sören Pedersen richtete auf seinem Hof in Winkelsett etwa gleich drei Turniere aus. Eines davon diente sogar als Schauplatz des Deister-Springpferdechampionats. Und für das kommende Jahr hat der Däne bereits angekündigt, zwei internationale Springturniere ausrichten zu wollen. Sollte das gelingen, wäre das zweifelsfrei außergewöhnlich für die Region.

Bis zur nächsten Veranstaltung werden sich Reiter und Sportfans aber wohl noch in Geduld üben müssen. Ein Grund ist der seit Anfang November geltende „Lockdown light“ und das damit verbundene Sportverbot. Als Folge davon sind aktuell nämlich nur Prüfungen für Profis zulässig. Zum anderen stehen im Winter – unabhängig von Corona und Sportverbot – weniger Reitturniere an, wie auch Soenke Lauterbach feststellte. „Und ich befürchte, dass es noch weniger werden, weil der Aufwand für Turnierveranstalter größer ist und ständig neue Beschränkungen drohen“, sagte er im Oktober im Gespräch mit dem Verbandsmedium „FN aktuell“.

Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen sind im Reitsport zwar auch in der Halle umsetzbar, ob es aber viele Veranstaltungen nach dem Lockdown geben wird? Vermutlich nicht. Immerhin sind bereits jetzt einige bekannte Hallenturniere von den Organisatoren abgesagt worden: Zum ersten Mal in der 45-jährigen Geschichte findet die Verdinale – eigentlich für Januar 2021 geplant – nicht statt. 2022 soll es weitergehen. Der K+K-Cup in Münster ist ebenfalls schon abgesetzt worden. Die Organisatoren gaben in beiden Fällen die Beschränkung der Zuschauerzahl als Grund an.

Von Nico Nadig

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