Torverhältnis entscheidet Bezirksliga-Meisterschaft gegen VfL Wildeshausen

Ottmar Jöckel verbeugt sich vor der Mannschaft

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Zufrieden auch ohne Meistertitel: die Fußballer des VfL Wildeshausen. ·

Wildeshausen - Von Sven MarquartWIEFELSTEDE · „Das ist Wahnsinn!“, dröhnte es ohrenbetäubend aus den Lautsprechern. Während Schlagerbarde Wolfgang Petry die „Hölle, Hölle, Hölle“ beschwor, flog die Kabinentür auf. Als sich der Wasserdampf verzogen hatte, bot sich den Außenstehenden ein Blick auf ausgelassenes Treiben. Nach dem 2:0 (0:0) am letzten Spieltag der Fußball-Bezirksliga beim SVE Wiefelstede hatte der VfL Wildeshausen allen Grund zum Feiern.

Zwar wurde der Meistersekt in Abbehausen getrunken, wo der TSV Oldenburg dank eines 4:0 den Titel perfekt machte, doch auch die Wildeshauser hatten sich nach dieser famosen Saison das eine oder andere gehopfte Kaltgetränk verdient. Dass am Ende lediglich das Torverhältnis gegen den VfL entschied – Pech!

Durch Liveticker und Telefonkontakt waren Beteiligte und Zuschauer im Ammerland bestens über die Ereignisse in Abbehausen informiert. Auch deshalb hielt sich die Enttäuschung bei Trainer Klaus Ebel und seiner Mannschaft in Grenzen. Jedenfalls machten die Krandel-Kicker und ihr  Coach einen zufriedenen Eindruck, während sie sich bei ihren Anhängern bedankten. „Warum sollen wir traurig sein?“, fragte Innenverteidiger Daniel Pasker, der wieder die Kapitänsbinde trug. „Wir haben alles getan, was wir tun konnten. Natürlich ist es schade, dass wir hier jetzt nicht rumspringen können.“ Klaus Ebel sah ebenfalls „keinen Grund für Frust“, auch wenn es zweifelsohne ärgerlich sei, mit 70 Punkten nicht aufzusteigen. „Das habe ich zuletzt vor 15 Jahren mit Cloppenburg erlebt.“ Zum Vergleich: Dem SV Brake genügten in der vergangenen Spielzeit 57 Zähler.

Die junge Wildeshauser Mannschaft wirkte auch beim Saisonfinale wieder erstaunlich abgeklärt. Von Beginn an bemühte sie sich um konstruktiven Spielaufbau. Torgefährlicher war zunächst allerdings die Eintracht. Doch nach rund 20 Minuten hatten auch die Gäste ihr Visier scharf gestellt. Dann kam erstmals Kunde aus Abbehausen: Oguz Deniz hatte das 1:0 für den TSV Oldenburg erzielt. Sascha Görke hätte es ihm gleichtun können, doch seine beiden Schüsse gingen knapp am Tor von Jannes Potthoff vorbei (45./45.+2). Kurz danach bat der Stadionsprecher die bei herbstlichen Temperaturen und Dauerregen bibbernden Zuschauer zu Heißgetränken und Bratwurst in den „Gourmettempel“.

Vom Wiederanpfiff weg drängte der Tabellenzweite auf die Führung. Rene Tramitzke (53.), Marcel Hesselmann (59.), Sascha Görke (61.), Tobias Düser (65.) und Maximilian Seidel (65.) brachten den Ball aber nicht über die Torlinie. Dafür musste dann ein – etwas schmeichelhafter – Foulelfmeter herhalten. Michael Behrens hatte Maximilian Seidel im Strafraum attackiert, und Seidel fiel leicht. Direkt von der Seitenlinie lief Kai Schmale, der für den verletzten Sascha Görke ins Spiel kam, zum Punkt. Abgezockt ließ der 30-Jährige SVE-Keeper Jannes Potthoff ins Leere fliegen – 0:1 (69.). „Da hilft kein Jammern und kein Klagen: Der Ball hat leider eingeschlagen“, reimte der Mann am Mikrofon, während die Wildeshauser auf dem Rasen wie toll jubelten.

Und es hätte sogar noch besser kommen können: Der TSV Abbehausen sei am Drücker und kurz vor dem Ausgleich, hieß es aus Nordenham. Doch dann folgte der Dämpfer: das 2:0 für den TSV Oldenburg, und dann sogar das 3:0. Schluss, aus, vorbei! Daran änderte auch das 2:0 von Rene Tramitzke nichts mehr (81.).

Nach einem „kleinen Moment der Enttäuschung“ überwog schließlich auch bei Ottmar Jöckel die Freude über das Erreichte. Zumindest verbal machte der VfL-Fußballabteilungsleiter „eine ganz tiefe Verbeugung“ vor der Mannschaft, die fast ausschließlich aus Wildeshauser Eigengewächsen besteht. „Ich bin stolz darauf, Leute wie Maximilian Seidel und Janek Jacobs bei uns zu haben“, bekannte Jöckel. Mögliche Neuzugänge müssten „vom Charakter zur Mannschaft passen“, betonte er. Für die Spielzeit 2013/2014 erwartet Jöckel noch mal eine Steigerung. „Der Druck wird nicht weniger. An dieser wunderbaren Saison werden uns alle messen“, ahnt Klaus Ebel.

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