Fußballabteilungsleiter des VfL Wildeshausen hört nach 20 Jahren auf

Ottmar Jöckel reicht das Zepter weiter

Zeit zu gehen: Für Ottmar Jöckel ist nach 20 Jahren als Fußballabteilungsleiter des VfL Wildeshausen Schluss.
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Zeit zu gehen: Für Ottmar Jöckel ist nach 20 Jahren als Fußballabteilungsleiter des VfL Wildeshausen Schluss.

Wildeshausen – Eine Ära geht zu Ende: Von 1989 bis 1995 und seit 2006, also insgesamt 20 Jahre, leitete Ottmar Jöckel die Fußballabteilung des VfL Wildeshausen. Doch nun ist für ihn Schluss. Aus gesundheitlichen Gründen stellt sich der 74-Jährige bei der Abteilungsversammlung an diesem Freitag, 18.30 Uhr, im Reitersaal der Gildestube nicht mehr zur Wiederwahl. „Aber ich werde dem VfL natürlich weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen“, verspricht Jöckel.

Zu Beginn seiner zweiten Amtsperiode im Jahr 2006 dümpelte die erste Herrenmannschaft des Vereins in der Kreisliga herum. „Meine Intention war es immer, die Erste nach vorn zu bringen und als Aushängeschild zu etablieren“, erzählt Jöckel. Heute könne er sagen: „Ziel erreicht.“ Inzwischen spielen die Mannen um Kapitän Sascha Görke in der Landesliga. Dass die U 23 als Unterbau in der Kreisliga beheimatet ist, findet Jöckel nicht weniger wichtig. Ebenso, dass die B- und C-Junioren auf Bezirksebene antreten, wo auch die A-Junioren möglichst bald wieder hinwollen. „Da wir hier ein bisschen hinterm Berg leben und den Spielern kein Geld bezahlen, müssen wir auf lange Sicht auf Wildeshauser Jungs setzen“, erläutert Jöckel.

Im Rückblick könne er „mit der Zeit, die ich hatte, zufrieden sein“, bilanziert der scheidende VfL-Fußballboss, der selbst auch als Trainer tätig war. „Irgendwann während meiner ersten Amtszeit habe ich im Winter mal die zweite Mannschaft übernommen. Da hatte sie drei oder vier Punkte, am Ende sind wir auf 22 gekommen und dem Abstieg entronnen. Außerdem herrschte ein toller Teamgeist in der Truppe“, erinnert sich Jöckel an eines seiner schönsten Erlebnisse „abseits der Aufstiegssituationen“. Unangenehm wurde es für ihn, wenn er mal einen Trainer entlassen musste: „Das war absolut nicht leicht. Aber wer sich Ziele gesetzt hat, muss sich auch selbst treu bleiben“, lautet Jöckels Credo.

„Ottmar ist ein Unikat, ein Alphatier. Er führt den Laden nach seiner Art und macht sich damit nicht immer Freunde. Aber er steht dazu, wenn er mal in die falsche Richtung gerudert ist“, sagt Matthias Ruhle. Der stellvertretende Abteilungsleiter schätzt Jöckels Geradlinigkeit. Der wiederum sagt: „Wer vorwärts kommen will, eckt dabei immer mal an.“ Dank Jöckels unermüdlichen Einsatzes sei der Verein gesund und erfolgreich. „Was wäre die Fußballabteilung nur ohne diesen guten Mann?“, fragt Ruhle rhetorisch. „Ottmar begeistert Menschen für den Fußball und das seit 20 Jahren – davor kann man nur den Hut ziehen.“

Ruhle selbst verbindet mit Jöckel vor allem die Erinnerung an eine denkwürdige Trainingseinheit in der Saison 2011/2012. Der damalige VfL-Chefcoach Jürgen Gaden war erkrankt. „Da hat sich Ottmar in seinem Trainingsanzug von 1972, Adidas-B-Ware, auf den Platz gestellt. Dieses Bild hat sich für immer in meinem Kopf eingebrannt. Wir haben mehr über das Outfit gefeixt als alles andere.“

Äußerlichkeiten interessieren Jöckel allenfalls am Rande. Wichtiger sind ihm Werte wie Ehrlichkeit und Freundschaft. Auch zum aktuellen VfL-Coach Marcel Bragula pflegt er ein sehr persönliches, vertrauensvolles Verhältnis. „Wir hatten viele gute Gespräche. Sonst wäre Marcel schon einige Male weg gewesen, aber er ist bis jetzt immer geblieben“, gibt Jöckel preis. So zum Beispiel im Winter 2018, als der damalige Oberligist SV Atlas Delmenhorst den Übungsleiter heftig umwarb.

Am Freitag wird Ottmar Jöckel beim fünften Tagesordnungspunkt, wenn der neue Abteilungsleiter gewählt wird, das Zepter weiterreichen. Der bisherige Stellvertreter Matthias Ruhle kandidiert dann für den Chefposten. Der 37-Jährige weiß, dass Jöckel große Fußstapfen hinterlässt. Doch das schreckt ihn nicht ab. Neben seinem Vorstandsposten und der Tätigkeit als B-Junioren-Trainer hatte Ruhle bereits in den vergangenen Wochen „mehr und mehr Aufgaben übernommen“. Unter anderem kümmert er sich als Hygienebeauftragter auch um die Einhaltung der Coronaregeln im Krandel.  mar

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