„Gut organisierte Mannschaft“

Oliver Reck lobt VfL Wildeshausen nach Jeddelohs 1:0-Testspielsieg

Viel Ball, aber auch viel Gegner: Nach diesem Tackling von VfL-Kapitän Marius Krumland gegen Jeddelohs Fred MC Mensah Quarshie (vorne) gab Schiedsrichter Theodor Potiyenko Strafstoß für den Regionalligisten.
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Viel Ball, aber auch viel Gegner: Nach diesem Tackling von VfL-Kapitän Marius Krumland gegen Jeddelohs Fred MC Mensah Quarshie (vorne) gab Schiedsrichter Theodor Potiyenko Strafstoß für den Regionalligisten.

Wildeshausen – „Sehr gut! Klasse Jungs!“ Dass Marcel Bragula seine Mannschaft nach einer Niederlage derart lobt, ist noch nicht so oft vorgekommen und wird es auch wohl nicht wieder. Doch diese Anerkennung ihres Trainers hatten sich die Landesliga-Fußballer des VfL Wildeshausen nach dem 0:1 (0:1) gegen den SSV Jeddeloh redlich verdient. Die Krandel-Kicker boten gegen den Regionalligisten eine engagierte Teamleistung und ließen nur einen Gegentreffer zu, der auch noch aus einem Foulelfmeter resultierte. Selbst SSV-Coach Oliver Reck bescheinigte den Gastgebern, „eine gut organisierte Mannschaft“ zu sein.

Die Ammerländer mussten noch auf ihren „Königstransfer“ Konstantin Engel verzichten – der Ex-Profi des VfL Osnabrück und FC Ingolstadt war tags zuvor Vater geworden. Doch auch ohne den elfmaligen kasachischen Nationalspieler zog die Crew vom Küstenkanal gerade in der ersten halben Stunde ein extrem starkes Pressing auf, so dass die Wildeshauser kaum einmal über die Mittellinie kamen. Im Vergleich zum Regionalliga-Rivalen SV Atlas Delmenhorst, der zwei Wochen zuvor im Krandel gastiert und mit 4:0 gewonnen hatte, war das noch einmal eine Klasse besser. So kam die frühe Führung der Gäste vor rund 170 Zuschauern alles andere als überraschend. VfL-Abwehrchef Marius Krumland grätschte im Strafraum gegen SSV-Angreifer Fred MC Mensah Quarshie. Schiedsrichter Theodor Potiyenko (FC Hude) wertete die Aktion als Foul, und Bent Janßen ließ sich die Gelegenheit aus elf Metern nicht entgehen – 1:0 (12.). „Für mich geht Marius’ Aktion zum Ball, und er trifft den Ball auch“, haderte Bragula nach dem Abpfiff mit der Entscheidung des Referees. Zumal Potiyenko eine vergleichbare Szene von Jeddelohs Bastian Schaffer gegen Maximilian Seidel kurz vor der Pause ungeahndet ließ (43.).

Trotz ihrer großen Feldüberlegenheit kamen die Gäste nur zu handverlesenen Möglichkeiten. Einen Schuss von Alex Chiarodia, dessen jüngerer Bruder Fabio geraden beim SV Werder Bremen von sich reden macht, entschärfte VfL-Keeper Janne Ole Kay mit den Fäusten (23.). Dann traf Gentuar Durmishi nach schönem Zuspiel von Julius Zaher die Querlatte (28.). „Wir hätten es einfacher haben können, wenn wir unsere Chancen genutzt hätten. Aber insgesamt habe ich ein engagiertes Spiel von unserer Mannschaft gesehen“, meinte Reck. Allerdings hätte Michael Eberle den Verlauf der Partie beinahe auf den Kopf gestellt: Nach einem herrlichen Steilpass von Seidel lief der Flügelstürmer allein auf Tom-Lukas Bünting zu. Doch der SSV-Schlussmann vereitelte Eberles Tunnelversuch und somit den möglichen Ausgleich (36.).

Trotz zahlreicher Wechsel blieb es im zweiten Abschnitt beim gewohnten Bild: Jeddeloh diktierte das Geschehen, während der VfL gut und couragiert verteidigte. Miguel Coimbra Fernandes, der nach einem Solo knapp verzog (75.), und Ibrahim Temin, dessen Volleyschuss nicht weniger knapp am nun von Nico Prieto-Falk gehüteten VfL-Gehäuse vorbeirauschte (86.), hätten die Gästeführung weiter ausbauen können. Auf der Gegenseite kam Lucas Abel trotz seiner 1,99 Meter Körpergröße nach einer Linksflanke von Mattes Hehr um eine Schuhspitze zu kurz (58.). Und in der Schlussphase klärte Niklas von Aschwege nach einer Rechtsflanke von Jan Stubbmann gerade noch rechtzeitig vor dem einköpfbereiten René Tramitzke (88.). So blieb es beim 0:1.

„Das war ein typisches Vorbereitungsspiel“, bilanzierte Reck hinterher. In Sachen Wettkampfpraxis attestierte der frühere Bundesliga-Torhüter seinem Team einigen Nachholbedarf: „Wir brauchen diese Spiele, um in den Rhythmus zu kommen.“

„Auch das war nur ein Testspiel, wenn auch ein besonderes gegen einen namhaften Gegner“, erklärte Bragula. Er bescheinigte vor allem dem jungen Mika Ostendorf (20) in der Abwehrzentrale und Rechtsfuß Kevin Radke als Linksverteidiger starke Leistungen. Aber auch Mattes Hehr zeigte erst im Mittelfeld, dann in der Innenverteidigung, dass er ein echter Zugewinn ist. Gleiches gilt für Mittelfeldmann Marco Nakelski, obwohl er wegen hartnäckiger Leistenbeschwerden zwischen 2018 und 2020 fast anderthalb Jahre kaum Sport treiben konnte. Der Ex-Kapitän des Landesliga-Konkurrenten SC BW Papenburg erstickte viele SSV-Aktionen durch gutes Stellungsspiel und geschickte Zweikampfführung im Keim. Überdies sortierte Nakelski seine Nebenleute mit präzisen Kommandos.

VfL Wildeshausen: Kay (46. Prieto-Falk) - Rothe (46. Stolle), Krumland (66. Stubbmann), Nakelski (84. Tramitzke), Ramke (46. Kant), Hehr, Seidel (46. Abel), Radke, Eberle (75. Wollenberg), Lehmkuhl (46. Dreher), Ostendorf (84. Berger).

Ohne Bewertung

Beim Test in Wildeshausen probierte Jeddelohs Trainer Oliver Reck neben Verteidiger Moritz Ilg (23) vom Westfalenligisten SC Herford auch noch einen französischen Akteur unter Wettkampfbedingungen aus. Der Auftritt der beiden Gastspieler sei aber nicht zu bewerten, meinte der ehemalige Werder-Keeper. Auch wenn der SSV einen Stamm von 23 Akteuren beisammen habe, könnte sich bei der Kaderplanung aber „noch das eine oder andere tun“, ließ der 56-jährige Fußballlehrer durchblicken.

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