Fußballbezirk Weser-Ems setzt alle Spiele ab

Ohls ruft vorzeitig Winterpause aus

Ein Ballsack steht vor der Ersatzbank des Landesligisten VfL Wildeshausen.
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Die Bälle bleiben im Sack: Ab sofort haben die Landesliga-Kicker des VfL Wildeshausen Winterpause.

Wildeshausen – Nichts geht mehr! Am Dienstagabend hat der Fußballbezirk Weser-Ems für seine sämtlichen Herren-, Frauen- und Jugendspielklassen den sofortigen Beginn der Winterpause ausgerufen. „Alle Spiele auf Bezirksebene werden aus bekannten Gründen abgesetzt und in das Jahr 2022 verschoben“, schreibt der Vorsitzende Dieter Ohls auf der Internetseite des Bezirks.

Die „bekannten Gründen“ sind die Coronapandemie und die seit Mittwoch geltenden verschärften Bestimmungen in Niedersachsen. So müssen bei Warnstufe 2 alle am Sportgeschehen Beteiligten unter freiem Himmel geimpft oder genesen sein (2G). In Duschen und Umkleiden kommt sogar die 2G-plus-Regelung zur Anwendung. Trotzdem hatte der Niedersächsische Fußballverband (NFV) am Dienstagabend mitgeteilt, dass die Saison nicht unterbrochen werde und „der Ball auf den niedersächsischen Amateurfußballplätzen weiterhin rollen“ könne.

In einem an alle niedersächsischen Fußballvereine versandten Brief erklärte der NFV hierzu: „Vor dem Hintergrund des nachweislich geringen Infektionsrisikos an der frischen Luft hat sich der Niedersächsische Fußballverband für die mögliche Fortführung des Spielbetriebes im Freien – unter Einhaltung aller Hygienevorgaben – entschieden.“ Gleichzeitig räumte der NFV seinen Bezirken und Kreisen aber die Möglichkeit ein, „Spiele (ggf. flächendeckend) abzusetzen und in Absprache mit den beteiligten Vereinen in das kommende Kalenderjahr zu verlegen“. Von dieser Option machte der Bezirk Weser-Ems Gebrauch. Landesligist VfL Wildeshausen, die Bezirksligisten VfL Stenum, SV Tur Abdin Delmenhorst, FC Hude, SV Atlas Delmenhorst II, TuS Heidkrug und SV Baris Delmenhorst sowie die Frauen-Bezirksligisten TV Jahn Delmenhorst II und VfL Wildeshausen können also ab sofort die Füße hochlegen.

„Ich begrüße jede Maßnahme, die dazu beiträgt, die vierte Welle zu brechen und die Pandemie in den Griff zu kriegen“, erklärt Marcel Bragula. Der Trainer des VfL Wildeshausen ist jedoch „skeptisch, dass Amateurfußball im Freien ein entscheidender Faktor ist“. Mit Ausnahme eines Spielers, der aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden dürfe, seien der Landesliga-Kader und das Funktionsteam komplett immunisiert. „Ein Drittel ist sogar schon geboostert“, berichtet Bragula. Auch wenn er seine Crew „gerne nochmal zusammengehabt hätte“, ruht ab sofort bis Mitte Januar der Trainingsbetrieb. Die für den 18. Dezember geplante Weihnachtsfeier habe Teammanager Sebastian Pundsack abgesagt.

Die Bemühungen, wegen der schlechten Bodenverhältnisse im Krandel für die Partie gegen Sparta Werlte und das Nachholspiel gegen Hansa Friesoythe einen Ausweichplatz zu finden, haben sich nun erübrigt. „Trotz der vielen Verletzten hätte ich die Spiele gerne noch durchgezogen – dann hätten wir einen sauberen Abschluss gehabt“, meint Bragula. Nach Studium des Rahmenspielplans rechnet der 47-Jährige damit, dass die beiden Begegnungen am letzten Februar- und ersten März-Wochenende nachgeholt werden, ehe am 13. März die Auf- und Abstiegsrunde beginnen.

Wie Bragula ist auch dessen Trainerkollege Sven Flachsenberger allmählich „genervt und zermürbt“. Der Coach der Wildeshauser Bezirksliga-Frauen, der außerdem beim TSV Großenkneten Tischtennis spielt, hatte es bereits geahnt, als der Tischtennis-Verband Niedersachsen am Montagabend den Spielbetrieb unterbrochen hatte: „Da war mir klar, dass Fußball nachziehen wird.“ Flachsenbergers Team hätte vor Weihnachten noch dreimal spielen sollen. Daraus wird nun nichts. „Die Gesundheit geht vor! Wir haben alle nur ein Leben“, sagt der 32-Jährige. „Aber natürlich blutet mein Fußballerherz. Jetzt muss ich es wieder hinkriegen, die Mädchen bei der Stange zu halten.“

Da die Krandel-Kickerinnen ihr erstes Punktspiel des Jahres 2022 nun wohl schon vor dem 20. März bestreiten müssen, wird Flachsenberger den für den 7. Februar geplanten Vorbereitungsstart um eine oder zwei Wochen vorziehen. Die vier bereits vereinbarten Testspiele wird er wahrscheinlich neu terminieren müssen. „Positiv ist aber, dass unsere ganzen Verletzten jetzt Zeit haben, sich auszukurieren. Dann können wir mit Volldampf in die Rückrunde starten und das Ruder noch rumreißen“, erläutert der Coach des Tabellenvorletzten.

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