„Die Oberliga ist drin“

Volleyballer des VfL Wildeshausen knüpfen an frühere Glanzzeiten an

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Linh Nguyen (r.) hat beim VfL Wildeshausen nochmal für einen zusätzlichen Leistungsschub gesorgt.

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Wo soll das noch hinführen? Durch vier Aufstiege in den vergangenen fünf Jahren sind die Volleyballer des VfL Wildeshausen von den Niederungen der Kreisliga bis an die Spitze der Verbandsliga gestürmt.

„Ich denke, dass die Oberliga drin ist. Der Großteil der Jungs ist Anfang 20 und kann sich noch entwickeln. Ob wir den Schritt schon diese Saison schaffen, kann ich aber nicht sagen“, erklärt Spielertrainer Frank Gravel.

Nach dem direkten Durchmarsch von der Kreis- bis in die Landesliga drehten die Wildeshauser in der Saison 2015/2016 eine „Ehrenrunde“. In der vergangenen Spielzeit mussten sie dann als Vizemeister in die Relegation. Dort zahlten die VfL-Youngsters beim 0:3 gegen die Routiniers vom Oldenburger TB III kräftig Lehrgeld. Alles deutete auf ein weiteres Jahr Landesliga hin. Bis zur Staffeleinteilung des Nordwestdeutschen Volleyball-Verbandes (NWVV): Durch die Aufstockung der dritten Liga und den Verzicht anderer Mannschaften durften die Wildeshauser doch noch in die Verbandsliga nachrücken.

Neulinge orientieren sich in einer höheren Spielklasse naturgemäß erstmal nach unten. „Zielsetzung war, schnellstmöglich den Klassenerhalt zu schaffen. Wenn man erstmal in eine Negativspirale gekommen ist, kann es ganz schnell runter gehen“, bestätigt Gravel. Dazu kam es nicht. Stattdessen startete der VfL mit sechs Siegen in die laufende Serie. „Dass wir so gut einschlagen, hätte ich nicht erwartet“, staunt selbst Gravel.

Im Spitzenspiel geschlagen

Zwar mussten sich seine Schützlinge im Spitzenspiel gegen die TG Wiesmoor glatt mit 0:3 geschlagen geben, doch dieser „Betriebsunfall“ ist inzwischen wieder repariert: Durch das 3:1 im Rückspiel eroberte der VfL die Tabellenführung zurück und ist nun der Gejagte. „Ich muss mich immer noch kneifen. Mal gucken, wie die Jungs damit umgehen“, ist Gravel gespannt.

Für die zweite Saisonhälfte erwartet der 51-Jährige an der Tabellenspitze einen Dreikampf. „Wenn wir vom Verletzungspech verschont bleiben.“ Aktuell beträgt der Vorsprung des VfL Wildeshausen (24) auf die TG Wiesmoor (19) und den Oldenburger TB II (18) fünf beziehungsweise sechs Punkte. Allerdings hat der Klassenprimus auch schon eine Partie mehr absolviert als die beiden Verfolger. „Und man darf ältere Mannschaften nicht abschreiben. Die nutzen die vier Wochen Weihnachtspause zum Wundenlecken und kommen mit neuer Motivation wieder“, warnt Gravel.

Während die Konkurrenten vor allem von ihrem großen Erfahrungsschatz profitieren, sollte der VfL konditionelle Vorteile besitzen. Auch das Nervenkostüm ist stabil. „Wir haben in dieser Saison noch keinen Tiebreak verloren“, betont Gravel. Dreimal mussten seine Mannen bislang in den Entscheidungssatz, dreimal gingen sie als Sieger vom Feld.

Mannschaftliche Geschlossenheit als Plus

Ein weiteres Plus ist die mannschaftliche Geschlossenheit. Die Wittekind-Crew spielt größtenteils bereits seit der Jugend zusammen und kennt sich aus dem Effeff. Den Stamm des Teams bilden acht Ur-Wildeshauser, die alle bei Gravel das Volleyball spielen gelernt haben. „Es macht einen Riesenspaß zu sehen, wie sich die Jungs entwickeln“, schwärmt der Erste Polizeihauptkommissar.

Die Außenangreifer Fabian Muhle und Torben Dannemann stießen 2015 dazu. Seit dem vergangenen Jahr verstärkt Linh Nguyen Außenangriff und Mittelblock. „Linh hat nochmal für einen richtigen Leistungsschub gesorgt“, freut sich der Coach.

Mit dem jetzigen Kader könne der Verein „durchaus die Oberliga anpeilen“, erläutert Gravel: „Allerdings geraten wir dann auch allmählich an die Grenzen.“ Falls es höher hinaus gehen sollte, „müssten schon noch einige Leute dazukommen“, meint der Übungsleiter. Er weiß, wovon er spricht. Während seiner langen Volleyball-Laufbahn klopfte der Zuspieler mit dem VfL Wildeshausen zweimal an die Tür zur Regionalliga, damals noch die dritthöchste deutsche Spielklasse, scheiterte aber jeweils knapp in der Relegation.

Nach längerer Flaute knüpfen die VfL-Volleyballer inzwischen wieder an frühere Glanzzeiten an. „Dass wir so schnell wieder da ankommen, wo wir mal gewesen sind, ist schon toll“, strahlt Gravel. „Die Jungs sind heiß! Sie wollen mehr, und sie können mehr.“

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