Oberliga-Auswahl gewinnt Benefizspiel gegen „Gold Stars“ mit 31:29 / Kretzschmar krank im Bett

„Pumpe“ Krieter kann es immer noch

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Auf Tuchfühlung: Simon Carstens (l.) und Andrej Kunz (r.) kümmern sich liebevoll um Nils Lehmann.

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Ihre Körper sind nicht mehr total austrainiert, die Bewegungsabläufe nicht mehr ganz so dynamisch und auf dem Kopf sind manche von ihnen bereits in Ehren ergraut. Doch mit dem Handball können sie immer noch umgehen. Dass sie auch einige Jahre nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn nichts verlernt haben, demonstrierten einige ehemalige Nationalspieler bei einem Benefizspiel in der Wittekindstadt. Allerdings unterlag das sogenannte „Gold-Star-Team“ einer Auswahl der Oberligisten TV Neerstedt, TSG Hatten-Sandkrug und TV Cloppenburg mit 29:31 (14:14).

Vor dem Anpfiff musste Ex-Nationaltorhüter Michael „Pumpe“ Krieter den gut 600 Zuschauern in der ausverkauften Wallschul-Sporthalle gleich mehrere schlechte Nachrichten überbringen: Stefan Kretzschmar mit 40 Grad Fieber im Bett, Henning Fritz und Christian „Blacky“ Schwarzer mit der Jugendnationalmannschaft unterwegs, Pascal Hens und Thomas Knorr im Stau – damit fehlten den „Gold Stars“ einige ihrer namhaftesten Akteure. Auch Trainer Heiner Brand war nicht dabei.

Organisator Wolfgang Sasse hatte im Vorfeld ein Team mit der Erfahrung von „mehr als 1000 Länderspielen“ angekündigt. Die elf angereisten Akteure bringen es zusammen auf 422 internationale Einsätze. Allein 95 absolvierte Michael Krieter, der unter anderem vier Mal deutscher Meister mit dem THW Kiel war. „Die, die auf der Platte waren, haben tolle Kombinationen gezeigt – das ist das, was die Leute sehen wollen. Ich denke, keiner ist unzufrieden nach Hause gegangen“, sagte Sasse. Trotzdem wird auch er es mit Freude vernommen haben, als Krieter nach der Partie versprach, dass das Starensemble „spätestens im nächsten Jahr“ noch mal nach Wildeshausen kommen werde, um für einen guten Zweck zu spielen – dann aber mit dem kompletten Aufgebot: „Die Situation war auch für uns nicht ganz glücklich.“

Krieter, der aktuell beim Oberligisten Preetzer TSV zwischen den Pfosten steht, parierte mehrfach stark. „Wie der mit seinen 50 Jahren immer noch das Bein hochkriegt – mein lieber Herr Kokoschinski!“, staunte auch Wolfgang Sasse.

Außerdem sorgte Krieter für die erste spektakuläre Szene: Um einen Pass abzufangen, spurtete der 1,91-Meter-Hüne weit aus seinem Torraum heraus und dribbelte anschließend bis vor die Abwehr der Auswahl. Doch dann missriet Aaron Ziercke das Anspiel auf Christian Rose, und Andrej Kunz, der vom TV Cloppenburg zum TV Neerstedt wechselt, warf unter großem Gejohle zum 2:2 ins verwaiste Tor ein (4.). Aber auch die Oberliga-Auswahl setzte Highlights, zum Beispiel durch Linkshänder Stefan Timmermann, der einen Kempa-Trick zum 13:13 abschloss (30.).

Vor der Pause führten zumeist die „Gold Stars“. Nach Wiederanpfiff machte sich dann bemerkbar, dass sie nur drei Spieler zum Wechseln hatten. Die Oberliga-Auswahl zog mehrfach auf fünf Treffer davon, doch die Altinternationalen kämpften sich noch mal heran. „Das war eine enge Geschichte. Am Ende haben die Jungs zwei, drei Bälle zu viel verworfen“, meinte Neerstedts Spielmacher Tim Schulenberg. Und sein Teamkollege Bastian Carsten-Frerichs schwärmte: „Das war eine richtig coole Erfahrung.“ Der Rechtsaußen steuerte fünf Tore zum Sieg bei. „Aber ich wäre auch schon über eins glücklich gewesen.“

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