„Nun haben alle Planungssicherheit“

Nach EM-Absage fokussiert sich ein Faustball-Trio vom TV Brettorf auf die Heim-DM

Malte Hollmann vom TV Brettorf beim Angriffsschlag.
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Im erweiterten Kader der deutschen Faustball-Nationalmannschaft: Malte Hollmann vom TV Brettorf.

Brettorf – Der Saisonhöhepunkt fällt aus, gemeinsame Trainingseinheiten sind aber dennoch geplant: Nach der Absage der Faustball-Europameisterschaft der Männer will Bundestrainer Olaf Neuenfeld sein Nationalteam in den kommenden Monaten trotzdem wieder zusammenziehen – schließlich hat er bereits ein Fernziel im Blick. Neben dem Ahlhorner Tim Albrecht, der sich in den vergangenen Jahren als feste Größe im Team etabliert hat, hatten auch drei Brettorfer Außenseiterchancen auf einen Platz im EM-Kader.

Endlich dürfen Hauke Spille, Malte Hollmann und Hauke Rykena wieder gemeinsam aufs Feld: Das Trio vom Erstligisten TV Brettorf hat nach den Lockerungen im Landkreis Oldenburg vor eineinhalb Wochen das Training wieder aufgenommen und kann nun mit seinem Vereinsteam langsam die Vorbereitung auf die Heim-DM intensivieren. „Wir hoffen, dass wir in naher Zukunft wieder regulär trainieren können, um uns dann optimal auf die DM vorzubereiten“, sagt Angreifer Malte Hollmann.

Während die „Deutsche“ weiter im Terminkalender steht, ist dort ein anderes Event, zu dem es Hollmann und seine beiden Teamkollegen hätten schaffen können, bereits gestrichen. Der Europäische Faustballverband (EFA) hatte bei den Vorbereitungen für die Europameisterschaft der Männer in Italien frühzeitig die Handbremse gezogen und das eigentlich schon für 2020 geplante Turnier erneut abgesagt. „Die Absage ist aus meiner Sicht nachvollziehbar und richtig“, sagt TVB-Angreifer Hollmann. „Es wäre vermutlich bis kurz vor Schluss nicht absehbar gewesen, ob die EM hätte stattfinden können. So haben nun alle Beteiligten Planungssicherheit.“

Große Chancen auf einen Platz im Aufgebot hatten sich die drei Brettorfer ohnehin nicht ausgerechnet. „Mein Ziel ist vielmehr, mich dieses Jahr in den engeren Kreis zu spielen, um so vielleicht in den kommenden Jahren den Traum von einer Teilnahme an einem großen Turnier zu verwirklichen“, sagt Hollmann. Ähnlich sieht es Hauke Spille: „Die Konkurrenz im Kader ist groß, ich habe auf meiner Position starke Konkurrenten vor der Brust. Aber natürlich fährt man zu den Lehrgängen, um es in den Kader zu schaffen oder sich weiterzuentwickeln.“

Immerhin: Die Chance, sich bei den Auswahlmaßnahmen zu empfehlen, wird es für sie trotz der EM-Absage geben. Bundestrainer Olaf Neuenfeld hat bereits angekündigt, an den für Mai und Juni geplanten Zusammenkünften festzuhalten. „Wir möchten die beiden Lehrgänge in Hohenlockstedt und in Waldkirchen unbedingt wie geplant durchführen“, erklärt er in einem Interview auf der Internetseite der Deutschen Faustball-Liga (DFBL). „Von den Ausrichtern und der DFBL haben wir zum Glück schon grünes Licht bekommen – auch wenn die Bundesliga-Saison vielleicht erst später beginnen kann. Es geht ja nicht nur um dieses eine Jahr, sondern wir haben einen Fahrplan bis zur WM 2023 in Mannheim und möchten bis dahin so viele Maßnahmen wie möglich bestreiten.“

Und: Eine Ersatzveranstaltung für die abgesagte Europameisterschaft könnte es auch noch geben. Wie die EFA mitteilte, wird derzeit an Alternativlösungen gearbeitet. Denkbar wären demnach als Ersatzveranstaltung ein Nationencup Ende September oder eine erneute Verschiebung der EM mit der Ausrichtung durch Italien Anfang Juni 2022. Dann würde es für die deutschen Männer neben den World Games im US-amerikanischen Birmingham eine zweite Veranstaltung in nur einem Jahr geben – vielleicht die Chance für die Brettorfer, in den EM-Kader zu rutschen? „Ich glaube kaum, dass in diesem Fall zwei unterschiedliche Teams nominiert werden“, sagt Spille. Hollmann sieht es ähnlich. „Aus meiner Sicht macht es keinen Sinn, beide Turniere nicht mit der besten Mannschaft zu spielen. Ich glaube daher, dass sich der Kader höchstens aufgrund von Verletzungen bei den beiden Turnieren unterscheiden wird“, meint der TVB-Kapitän.

Gemeinsam mit dem erweiterten Kader der Nationalmannschaft haben sich die drei Brettorfer während des Lockdowns intensiv fit gehalten. Neben einem Fitnessprogramm gab es auch eine Teamchallenge. Die Spieler mussten laufen und verschiedene Aufgaben erledigen – samt Blitz- und Schlusstabelle. „Für das Teambuilding war das richtig gut“, berichtet Spille. „Die Challenge war eine gelungene Abwechslung, endlich mal wieder einen Wettbewerb zu haben“, ergänzt Hollmann.

Noch größer ist die Freude aber darauf, mit dem erweiterten Kader beim Lehrgang im Mai wieder auf dem Feld zu stehen. Denn da bietet sich für Hauke Spille, Malte Hollmann und Hauke Rykena wieder die Chance, sich mit den besten Faustballern Deutschlands zu messen, an sich zu arbeiten – und vielleicht einen Platz im Nationalteam zu erkämpfen.

Frauen und U 18 hoffen auf WM-Austragung

Während die Männer-Europameisterschaft in Italien abgesagt worden ist, halten die Organisatoren der Faustball-Weltmeisterschaften der Frauen in Jona (Schweiz) und der U 18 in Grieskirchen (Österreich) an ihren Planungen fest. Der Internationale Faustballverband (IFA) geht weiterhin davon aus, dass beide Turniere ausgetragen werden. Aus dem Landkreis Oldenburg machen sich Michaela Grzywatz (Ahlhorner SV) und Ida Hollmann (TV Brettorf) bei den Frauen sowie Jordan Nadermann, Mieke Kienast (beide Ahlhorner SV), Christin Hirsch und Merle Meves (beide TV Brettorf) bei der U 18 Hoffnung auf eine Teilnahme.

Von Sönke Spille

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