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Wildeshauser Notelf schlägt sich beim 1:3 gegen SV Holthausen-Biene achtbar

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Von: Sven Marquart

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Mehr Boden als Ball: Kevin Radke (links) trifft in aussichtsreicher Schussposition das Spielgerät nicht richtig.
Mehr Boden als Ball: Kevin Radke (l.) trifft in aussichtsreicher Schussposition das Spielgerät nicht richtig. © Tamino Büttner

Wildeshausen – Das Erreichen der Aufstiegsrunde war das Beste, was dem Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen passieren konnte. Auch Trainer Marcel Bragula macht „nicht drei, sondern zehn Kreuze“, dass seine Mannschaft den Klassenerhalt bereits seit dem 20. März in der Tasche hat. Somit konnte er es halbwegs verschmerzen, dass die aus vier Teams zusammengewürfelte Notelf der Krandel-Kicker das Heimspiel gegen den SV Holthausen-Biene mit 1:3 (1:1) verlor.

In Mattes Hehr, Lucas Abel, Steven Müller-Rautenberg, Marco Nakelski, Marius Krumland, Robin Ramke, Jan Stubbmann, Alexander Dreher, Janne Ole Kay, Luke Berger, Ole Lehmkuhl, Maximilian Seidel, Daniel Wollenberg und Timo Goldner fehlten Bragula nicht weniger als 14 (!) Akteure seines Kaders. „Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Wenn ich die Namen auf eine Taktiktafel malen würde, kommt dabei eine schicke Startelf raus“, meinte der VfL-Coach. Stattdessen beorderte er Lukas Schneider aus der dritten Mannschaft in die Anfangsformation. Auf der Ersatzbank nahmen Keeper Maik Backhus, Marius Meier und Yannis Brockmann aus dem Kreisliga-Team sowie die A-Junioren Noah Richter und Luca Stöver Platz. „Man muss sich nur mal vorstellen, dass wir in dieser Konstellation in der Abstiegsrunde gespielt hätten und dann gegen Gegner wie Dinklage und Voxtrup, wo es richtig was auf die Stöcker gegeben hätte“, sagte Bragula. Nicht auszudenken!

Unter diesen Voraussetzungen zogen sich die Wildeshauser gegen die spielstarken Gäste aus dem Emsland durchaus achtbar aus der Affäre. Der VfL überließ dem Tabellennachbarn den Ball und versuchte, mit einem Fünfermittelfeld das Zentrum engzumachen. „Wir wollten über Umschaltmomente kommen – in der ersten Halbzeit ist uns das auch einige Male ganz gut gelungen“, erklärte Bragula. Die erste Chance hatte jedoch der SV Holthausen-Biene: Christopher Schmitz traf das Außennetz (8.). Schmitz erzielte dann auch das 1:0, begünstigt durch Fyonn Rothe, der ausgerutscht war, anstatt energisch zu klären (33.). „Das will Fyonn zu schön lösen. Dabei braucht er den Ball nur rauszuschlagen“, rügte Bragula.

Nach dem Rückstand kam der VfL besser ins Spiel – und überraschend zum Ausgleich. Michael Eberle hatte sich stark auf dem rechten Flügel durchgesetzt, und René Tramitzke verwertete die präzise Hereingabe eiskalt zum 1:1 (33.). Kevin Radke (41.) und Tramitzke (42.) hätten aus aussichtsreichen Positionen nachlegen können. Doch Radke traf den Ball nicht voll, während Kapitän Tramitzke über das Tor schoss. „Dass wir nicht 15 solche Situationen bekommen würden, war klar“, sagte Bragula.

In der zweiten Halbzeit machte sich dann das Fehlen von Mattes Hehr bemerkbar, der die VfL-Abwehr gegen Hansa Friesoythe (2:1) und Sparta Werlte (3:1) vorzüglich organisiert hatte. Sowohl vor dem 1:2 durch Christopher Schmitz (51.) als auch vor dem 1:3 durch Rene Hillebrand (58.) hatte sich die Wildeshauser Innenverteidigung durch lange Bälle überrumpeln lassen. „Ich glaube, mit Mattes hätte das ein bisschen anders ausgesehen“, mutmaßte Bragula. Seine Schützlinge brachten in den zweiten 45 Minuten nur noch eine nennenswerte Aktion zustande: Mit einem tollen öffnenden Pass hatte Rothe Eberle in Szene gesetzt, bei dessen Flachschuss Bienes Keeper Florian Hillebrand aber rechtzeitig abtauchte (75.). Auf der Gegenseite stand Nico Prieto-Falk noch einige Male im Blickpunkt. „Kompliment an Nico, dass er sich in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. Nachdem er sich in Schüttorf am Oberschenkel verletzt hatte, konnte er zum Schluss nicht mal mehr Abschläge machen“, sagte Bragula.

Sein Trainerkollege Wolfgang Schütte leistete sich den Luxus, Amin Rahmani bis zur 86. Minute auf der Bank zu lassen. Bragula wechselte neben Brockmann (71.) und Meier (87.), deren bis dahin letzte Landesliga-Einsätze schon eine ganze Weile zurücklagen, kurz vor dem Abpfiff auch noch Stöver ein (90.). Für den Youngster war es die Premiere in der sechsthöchsten deutschen Spielklasse. Dabei dachte Bragula allerdings schon eine Woche weiter: „Ich habe Christoph Stolle nur rausgenommen, weil er mit vier Gelben Karten belastet ist – nicht, dass er mir in Melle auch noch ausfällt.“

Stenogramm

VfL Wildeshausen – SV Holthausen-Biene 1:3 (1:1)

VfL Wildeshausen: Prieto-Falk - Rothe, Schneider, Radke, Kant, Eberle, Kupka (87. Meier), Stolle (90. Stöver), Ostendorf, Tramitzke (90. Richter), Theuser (71. Brockmann)

SV Holthausen-Biene: F. Hillebrand - Bartling, Schmitz, Lammers, R. Hillebrand, Humbert (60. Brink), Lindenschmidt, Elfert (86. Rahmani), Kettler, Feldhaus, Mentrup (87. Christoph)

Tore: 0:1 (17.) Christopher Schmitz, 1:1 (33.) René Tramitzke, 1:2 (51.) Christopher Schmitz, 1:3 (58.) Rene Hillebrand

Schiedsrichter: Fynn Osseforth (SV Wietmarschen)

Zuschauer: 120

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