Saisonfortsetzung im September?

Fußballverband will unterbrochene Spielzeit zu Ende bringen 

Meinungsforscher: Der Vorsitzende Erich Meenken soll abklopfen, wie die 42 Vereine des Fußballkreises Oldenburg-Land/Delmenhorst dem Verbandsvorschlag gegenüberstehen, die Saison 2019/2020 einzufrieren und Mitte August oder Anfang September fortzusetzen. Foto: Marquart
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Meinungsforscher: Der Vorsitzende Erich Meenken soll abklopfen, wie die 42 Vereine des Fußballkreises Oldenburg-Land/Delmenhorst dem Verbandsvorschlag gegenüberstehen, die Saison 2019/2020 einzufrieren und Mitte August oder Anfang September fortzusetzen.

Landkreis – Beim Blick aus dem Fenster wird Erich Meenken ganz schwer ums Herz. „Das Wetter verlockt dazu, gegen den Ball treten zu wollen“, seufzt der Vorsitzende des Fußballkreises Oldenburg-Land/Delmenhorst. Doch da ist ja „diese spezielle Situation“, die genau das verhindert. Aufgrund der Coronapandemie liegt der gesamte Spielbetrieb momentan auf Eis – und könnte nun sogar schockgefrostet werden.

Denn der Niedersächsische Fußballverband (NFV) plant, die aktuell unterbrochene Saison in seinen Spielklassen von der Oberliga abwärts in allen Männer-, Frauen und Jugendligen einzufrieren und ab einem Zeitpunkt zwischen dem 15. August und 1. September fortzusetzen. Diese Idee stellten NFV-Präsident Günter Distelrath, der Verbandsspielausschussvorsitzende Jürgen Stebani sowie die NFV-Direktoren Steffen Heyerhorst und Jan Baßler den Vorsitzenden der 33 niedersächsischen Fußballkreise am Freitag während einer Videokonferenz vor.

„Die Konferenzteilnehmer standen dem Vorschlag grundsätzlich positiv gegenüber. Es gab jedenfalls keine Negativstimme“, berichtet Meenken. Er selbst musste das Gehörte zunächst „einen Moment sacken lassen“. Sein erster Gedanke galt der „horrend langen Pause“, die entstehen würde. Sollte es tatsächlich erst Anfang September weitergehen, hätte der seit Mitte März ausgesetzte Spielbetrieb fast ein halbes Jahr geruht. „Das würde vielen Fußballern die Motivation rauben“, glaubt Meenken. Allerdings hält er die Zwangspause für zwingend erforderlich. „Die Einhaltung der Sicherheitsabstände ist im Training realisierbar, aber nicht im Spiel – Fußball ist ein absoluter Kontaktsport.“

Das Ansinnen der NFV-Oberen sei „noch kein Beschluss“, erläutert Meenken. Vielmehr sollen der Delmenhorster und seine Kollegen nun die Vereine in ihren Kreisen informieren und ein Stimmungsbild einholen. Zu diesem Zweck hat Meenken die 42 Clubs aus der Stadt Delmenhorst und dem Landkreis Oldenburg für diesen Dienstag, 19 Uhr, zu einer Videoschalte eingeladen. „Diese Meinungsbildung bildet die Basis für die finale Diskussion und Beschlussfassung des Verbandsvorstandes“, erklärt NFV-Präsident Distelrath. Die Entscheidung über das weitere Prozedere treffen die Verantwortlichen in Barsinghausen wahrscheinlich schon bei ihrer nächsten Sitzung an diesem Freitag.

Die Verbandsspitze habe sich auch mit dem Szenario eines Saisonabbruchs befasst, diese Variante nach eingehender juristischer Prüfung aber verworfen, erzählt Meenken. „Ein Abbruch würde zahlreiche Haftungsaspekte aufwerfen und den Verband mit Regressansprüchen konfrontieren“, schildert der 60-Jährige. Wie die Funktionäre auch entscheiden – es sei schwierig, allen Vereinen gerecht zu werden. In jedem Fall sei die „Gesundheit oberstes Gebot“.

Dass eine Verlängerung der Saison 2019/2020 Auswirkungen auf die folgende Serie haben würde, dürfte klar sein. „Auch die nächste Spielzeit wird nicht in gewohnten Bahnen stattfinden. Das wird allenfalls eine Rumpfsaison 2021 – zumal wir nicht wissen, ob wir wirklich im August oder September starten können. Ich bin mir nicht sicher, dass 2020 überhaupt noch Fußball gespielt wird“, sagt Meenken.

Vergleichsweise geringe Probleme bereiten dürfte die Wechselfrist, die bis nach dem Ende der Saison verschoben würde. Im Jugendbereich sehen die Planungen vor, dass die Teams ihre Saison mit den Akteuren beenden, mit denen sie auch begonnen haben – ungeachtet der Tatsache, dass etwa A-Junioren dann schon im Herrenalter wären.

Ottmar Jöckel könnte mit dem Vorschlag, die aktuelle Saison einzufrieren und später fortzusetzen, gut leben. „Wenn man will, dass die Saison für Meisterschaft und Abstieg relevant ist, muss man so verfahren“, bestätigt der Fußballabteilungsleiter des VfL Wildeshausen. Die Saison ohne Auf- und Absteiger abzubrechen oder nach dem gegenwärtigen Tabellenstand zu werten, sei „beides nicht befriedigend“ und bringe „rechtliche Schwierigkeiten“ mit sich. „In diesem Fall wäre mit Klagen zu rechnen“, meint auch Jöckel.

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