Spielerisch schwache Wildeshauser schlagen das Liga-Schlusslicht mit 2:0

Nichts für Ästheten

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Jahns Okan Özcan erwischt Maximilian Seidel an der Hacke – die Pfeife des Schiedsrichter bleibt jedoch stumm. So musste Marcel Hesselmann kurze Zeit später mit seinem Kopfball nach einer Ecke für den Dosenöffner in der Partie sorgen. ·

Wildeshausen - Von Daniel WiechertHätte TV Jahns Keeper Thorben Riechers geahnt, dass er zunächst so wenig in Bewegung kommt, wäre die Wahl wohl nicht auf ein kurzes Beinkleid gefallen. So aber dürfte es ihm während der Bezirksliga-Partie beim VfL Wildeshausen recht frisch geworden sein. Auch wenn der VfL durch Tore von Marcel Hesselmann und Maximilian Seidel schlussendlich mit 2:0 (1:0) gewann, konnte die Elf von Klaus Ebel die Zuschauer angesichts von Temperaturen nahe der Gefriermarke spielerisch nicht erwärmen.

„Heute ist ja Totensonntag – ganz so weit waren wir davon nicht entfernt“, sagte ein schmunzelnder Ebel nach dem Pflichtsieg gegen das Schlusslicht der Liga.

Der VfL hatte tatsächlich anfangs erhebliche Probleme, in höhere Drehzahlbereiche zu kommen. So berührte Gäste-Keeper Riechers in der 20. Minute das erste Mal den Ball – bezeichnenderweise nach einem unbeabsichtigten Rückpass eines Jahn-Kollegen. In der 28. Minute hatte der VfL gar Glück. Lukas Schneider vertändelte in der Vorwärtsbewegung den Ball an Miles Meyer. Dann ging es schnell: Meyer bediente Mathias Gaster, der die Kugel an Bryan-Lee Garcia weiterreichte. Doch VfL-Torwart Sebastian Pundsack war zur Stelle und verhinderte mit seiner Parade den Rückstand.

Kurze Zeit später war die Fortune auf Delmenhorster Seite, als Okan Özcan VfL-Wirbelwind Seidel im Strafraum in die Hacke trat (36.), der Elfmeterpfiff blieb allerdings aus. Es lag vielleicht auch daran, dass Seidel ziemlich theatralisch zu Boden gesunken war. „Das lasse ich nicht gelten. Wenn der Spieler getroffen wird, sollte man auch pfeifen“, sagte Ebel. Weil der Strafstoß ausblieb, musste eine andere Standardsituation für die Wildeshauser Führung herhalten. Hesselmann war nach einer Ecke von Benjamin Bohrer zur Stelle und nickte den Ball sozusagen mit dem Pausenpfiff ins kurze Eck (45.).

Nach Wiederanpfiff stellte sich heraus, dass Riechers‘ Griff zur kurzen Hose doch keine so schlechte Entscheidung gewesen war. Der VfL suchte nun verstärkt den Abschluss aus der zweiten Reihe, Seidels trockenen Schuss aus 18 Metern konnte Riechers noch soeben mit den Fingerspitzen zur Ecke klären (56.), auch Tobias Düser versuchte es aus der Distanz (65.). Die Gäste warfen sich zwar immer noch in jeden Zweikampf, ihre Offensive war aber nur noch durch Standards existent. Eine Viertel Stunde vor dem Ende fiel die Entscheidung. Sascha Goerke tankte sich auf rechts durch, bei seiner knallharten Hereingabe musste Seidel nur noch den Fuß hinhalten – 2:0.

„Es ist immer schwierig, den Schalter umzulegen, wenn du haushoher Favorit bist. Es war natürlich nicht schön für die Zuschauer anzusehen – die haben auch leiden müssen“, sagte Ebel. Sein Gegenüber Stefan Blasy war trotz der Niederlage zufrieden: „Wir hatten fünf Spieler in der ersten Elf, die letzte Saison noch in der 1.  Kreisklasse gespielt haben. Am Ende haben individuelle Qualitäten entschieden, aber ich ziehe den Hut vor meinen Spielern.“

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