TV Neerstedt weiter verlustpunktfrei / Holthöfer muss auf Debüt warten

Kunz’ einziger Treffer bringt die Entscheidung – 25:24

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Traf nur ein Mal, dafür entscheidend: Andrej Kunz.

Neerstedt - Von Sven Marquart. Er war mit fünf Treffern der zweitbeste Werfer des Handball-Oberligisten HSG Schwanewede/Neuenkirchen und hatte gegen den TV Neerstedt eine insgesamt starke Leistung geboten. Sagen wollte Torben Kolpack hinterher trotzdem nichts. „Bitte nicht!“, wehrte der Linkshänder ab und verschwand in der Kabine. Verständlich, schließlich hatte der 23-Jährige mit seiner neuen Mannschaft gegen sein vorheriges Team eine 24:25 (11:14)-Pleite kassiert.

Dass Torben Kolpack gegen seine alten Kollegen dermaßen auftrumpfen würde, hatte Dag Rieken nicht unbedingt erwartet. „Torben hat ein gutes Spiel gemacht – das hatten wir so nicht auf dem Schirm“, lobte Neerstedts Trainer seinen früheren Schützling. Rieken hatte aber auch ein „großes Kompliment“ für seine eigene Crew parat, die nach drei Partien noch keinen Punkt abgegeben hat.

Dabei mussten die Grün-Weißen in der Schwaneweder „Heidehölle“ ohne Regisseur Tim Schulenberg (Trainerlehrgang) und Kreisläufer Malte Kasper (Bronchitis) auskommen. Stattdessen zog Neuzugang Andrej Kunz in der Rückraummitte die Fäden. Die Nahwurfzone beackerte Torben Quickert. Und beiden gelangen wichtige Treffer: Während Quickert seine Farben mit dem 19:20 und 21:21 im Spiel hielt, sorgte Kunz mit dem 25:23 (59.) für die Entscheidung – es war das einzige Tor des Ex-Cloppenburgers in der Partie.

Die Gäste machten der HSG das Leben von Beginn an mit einer 5:1-Deckung schwer. Auf der Spitze kümmerten sich Rechtsaußen Bastian Carsten-Frerichs und zeitweise auch Andrej Kunz personenbezogen um Shooter Andreas Szwalkiewicz. Das wirkte: „The Hammer“ schlug lediglich drei Mal zu. Beim 8:11 nahm HSG-Coach Malte Waldow eine Auszeit, doch direkt danach erhöhte Linksaußen Thomas Schützmann auf 12:8 (25.). Zur Pause führte Neerstedt vor 184 Zuschauern mit 14:11.

Der Vorsprung hielt bis zum 18:18 durch Torben Kolpack. Dem ließ der pfeilschnelle Rechtsaußen Nicolas Karnick, der insgesamt sieben Treffer erzielte, das 19:18 folgen – die erste HSG-Führung überhaupt (44.). „In der zweiten Halbzeit haben wir Schwanewede ins Spiel kommen lassen“, monierte Dag Rieken. Dazu trug auch bei, dass der zuvor treffsichere Torben Kruse nach dem 18:16 bei sechs Versuchen nur noch „Fahrkarten“ löste. In dieser Phase übernahmen dann Torben Quickert und Marcel Kasper Verantwortung.

Außerdem bot Torhüter Christoph Kuper erneut eine starke Vorstellung und zeigte insgesamt 17 Paraden – die wichtigste drei Sekunden vor Schluss gegen Torben Kolpack, der zwar das Duell gegen seinen Bruder Eike für sich entschied, aber erstmals in dieser Saison als Verlierer vom Feld ging.

„Mit einem Tor zu gewinnen – das sind die schönsten Siege“, freute sich Dag Rieken. Schon in der Vorwoche hatte seine Sieben gegen die HSG Bützfleth/Drochtersen den knappsten aller möglichen Erfolge eingefahren (24:23). Weil es diesmal wieder so eng wurde, wartete Sven Holthöfer vergeblich auf sein Debüt im Neerstedter Dress. Der Linkshänder wäre erstmals spielberechtigt gewesen. Doch Rieken und sein Trainerkollege Kai Freese wollten in der hektischen Schlussphase nichts riskieren. „Sven wird uns noch weiterhelfen“, vertröstete Rieken den früheren Nienburger.

TV Neerstedt: Kuper, Depenbrock (n.e.) - Carsten-Frerichs (4), Freese, Kruse (5), Marcel Kasper (4), Schützmann (5), Busse (n.e.), Wolken, Quickert (4), Kolpack (2), Kunz (1), Holthöfer (n.e.).

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