TV Neerstedt verpasst Oberliga-Titelträumen der HSG Barnstorf/Diepholz durch 25:25 einen herben Dämpfer

Wolken greift ganz tief in die Trickkiste – und sieht Rot

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Björn Wolken (l.) nimmt Maß und hämmert den Ball zum 16:13-Pausenstand in den Winkel.

Wildeshausen - Von Sven Marquart. NeerstedtWildeshausen - Von Sven Marquart. Was für ein Krimi! Die Hallenuhr zeigte 59:46 Minuten an, als Dag Rieken und Kai Freese die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt beim Stand von 24:25 zur Auszeit baten. Regisseur Tim Schulenberg streifte sich ein Leibchen über und kam für die letzten 14 Sekunden als siebter Feldspieler auf die Platte. Und tatsächlich: Drei Sekunden vor ultimo traf Torben Kruse durch die Beine von Keeper Donatas Biras zum Ausgleich.

Das 25:25 (13:16) gegen den Tabellenzweiten HSG Barnstorf/Diepholz war der erste Neerstedter Punktgewinn gegen eines der drei Spitzenteams in dieser Saison. Es könnte – aus Sicht der Gäste – ein entscheidender gewesen sein: Sechs Spieltage vor Saisonschluss hat die HSG nun zwei Zähler Rückstand auf Spitzenreiter ATSV Habenhausen, der sich zu einem 25:24 bei der TSG Hatten-Sandkrug zitterte. „Noch ist alles möglich, aber wir brauchen uns keinen Illusionen hinzugeben: Die Wahrscheinlichkeit ist gesunken“, sagte der konsternierte HSGCoach Mario Mohrland. Letztlich müsse sich seine Mannschaft aber an die eigene Nase fassen: „Wir haben nicht das gespielt, was wir besprochen hatten – dann wird es schwierig.“

Wesentlich zufriedener war sein Pendant Dag Rieken: „Aufgrund der kämpferischen Leistung haben wir uns den Punkt redlich verdient. Aus dem gebundenen Spiel haben wir nicht viel zugelassen.“

Auch wenn Torben Kruse den späten Ausgleich erzielte: Mann des Abends war ein anderer, nämlich sein Rückraumkollege Björn Wolken. Der Routinier, der heute seinen 33. Geburtstag feiert, hatte ganz tief in die Trickkiste gegriffen. „Es gibt Tage, da gelingt sowas. Das kann man definitiv nicht trainieren, das macht man, ohne groß nachzudenken“, sagte Wolken.

Seinen ersten großen Auftritt hatte er unmittelbar nach dem Halbzeitpfiff, als er einen direkten Freiwurf zum 13:16-Pausenstand in den Winkel schweißte. „Ich bin extra noch zwei Schritte weiter nach links gegangen, um über die kleineren Abwehrspieler werfen zu können und einen besseren Winkel zu haben“, berichtete Wolken.

In der zweiten Halbzeit traf er erneut direkt von der Neunmeterlinie, diesmal halbhoch durch die Mauer zum 21:20 (45.). HSG-Schlussmann Maik Schwenker war überrascht. Es war die erste Neerstedter Führung seit dem 1:0 durch Tim Schulenberg. Doch Wolken legte noch einen drauf und erzielte mit einem Rückhandwurf aus der Nahwurfzone das 23:22 (52.). „Ich hatte keinen Platz, um mich zu drehen und dachte sogar, dass ich schon im Kreis stehe“, erzählte der Rechtshänder.

Allerdings musste der vierfache Torschütze auch einen Wermutstropfen hinnehmen: Weil er nach Kruses Treffer zum 25:25 die schnelle Mitte der Barnstorfer verhindert hatte, sah Wolken die Rote Karte und dürfte am nächsten Sonnabend im Auswärtsspiel bei der SG SV Friedrichsfehn/TuS Petersfehn gesperrt fehlen. „Das ist natürlich doof! Ich habe nicht gewusst, dass das Rot und eine Sperre nach sich zieht. Aber wenn ich es nicht gemacht hätte, hätte es wahrscheinlich ein anderer getan“, ärgerte sich Wolken.

TV Neerstedt: Kuper, Depenbrock - Carsten-Frerichs (4), Kunz (4), Kruse (2), Schulenberg (7/4), Kolpack, Richter (n.e.), Dölemeyer (n.e.), Wolken (4), Marcel Kasper (4), Busse (n.e.).

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