TV Neerstedt verliert beim 20:33 gegen ATSV Habenhausen völlig den Faden

Kuper verhindert Debakel

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Der siebenfache Torschütze Torben Kruse (beim Wurf) zeigte gegen Tabellenführer ATSV Habenhausen als einziger Neerstedter neben Keeper Christoph Kuper Normalform.

Neerstedt - Von Sven Marquart. Auch wenn sie beim ATSV Habenhausen noch nicht viel davon wissen wollten: „Wir haben den kommenden Meister gesehen“, sagte Kai Freese. Der Trainer des TV Neerstedt attestierte dem Spitzenreiter der Handball-Oberliga beim 33:20 (14:10) eine „Eins-a-Körpersprache“.

Dagegen war der Tabellenvierte ein Schatten seiner selbst und gegenüber dem 28:23-Derbyerfolg beim TV Cloppenburg nicht wiederzuerkennen. Mal abgesehen vom siebenfachen Torschützen Torben Kruse und Keeper Christoph Kuper erreichte kein Neerstedter auch nur annähernd Normalform. „Wir können uns bei Christoph bedanken, dass wir keine Reise mit 40 Gegentoren gekriegt haben“, meinte Kai Freese kopfschüttelnd. Im Angriff habe sein Team nicht stattgefunden: „Bei 20 Fehlwürfen habe ich aufgehört zu zählen.“ Vor allem Eike Kolpack, der in Cloppenburg noch zehn Mal erfolgreich war, scheiterte ein ums andere Mal an ATSV-Schlussmann Olaf Abshagen oder am Gestänge und kam nur auf ein mickriges Törchen.

Durch einen Hattrick von Linksaußen Tim Steghofer legten die Südbremer ein schnelles 3:0 vor. Dagegen mussten die Neerstedter Anhänger geschlagene fünf Minuten warten, ehe Bastian Carsten-Frerichs der erste Treffer für die Grün-Weißen gelang. Zwar konnte sich der Klassenprimus beim 11:5 durch Steghofer und 12:6 durch Mittelangreifer Yannick Schäfer zeitweise bis auf sechs Treffer absetzen. Trotzdem waren die Gastgeber beim 10:14-Pausenstand durch Marcel Kasper noch in Schlagdistanz.

Kurz vor Ende der ersten Halbzeit sah Bastian Carsten-Frerichs von den Schiedsrichtern Johannes-Georg Temme und Stephan Rieck (Emden/Pewsum) die direkte Rote Karte. Der Rechtsaußen war in der Abwehr gegen Björn Wähmann zu spät gekommen und checkte den Habenhauser in bester Eishockey-Manier weg. „Das war hart, aber gleich Rot? Weiß ich nicht!“, meinte Carsten-Frerichs im Pausengespräch mit André Haake, dem Spielertrainer des Verbandsligisten HSG Delmenhorst.

„Zwei Minuten und Siebenmeter hätten gereicht“, fand Kai Freese. Er konnte auch „in vielen anderen Situationen nicht nachvollziehen, was die Schiedsrichter gepfiffen haben“. Die Niederlage musste sich seine Schützlinge jedoch selbst ans Revers tackern. „Ab der 40. Minute haben wir völlig den Faden verloren – da kannst du hinten noch so viel investieren, wenn du vorne nicht triffst.“

So trennten die beiden Teams beim Schlusspfiff satte 13 Treffer. Diese Deutlichkeit hatte Lars Müller-Dormann vor der Partie „durchaus erwartet“. Allerdings nervte den ATSVCoach, dass sich seine Mannschaft „das Leben selbst schwer gemacht“ und „von der Hektik anstecken lassen“ hatte. „Außerdem schießen wir Christoph Kuper noch zum Weltmeister!“ Stolze 21 Paraden hatte Neerstedts Torwarttrainer Michael Schäfer für den starken Schlussmann notiert.

TV Neerstedt: Kuper, Depenbrock (n.e.) - Carsten-Frerichs (2/1), Kunz (4), Freese (2), Kruse (7), Schulenberg, Schützmann (n.e.), Kolpack (1), Wolken (3/1), Marcel Kasper (1), Busse (n.e.), Richter (n.e.).

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