TV Neerstedt: Schulenberg sondiert den Trainermarkt

Freese und Rieken gehen im Guten

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Kai Freese

Neerstedt - Geschlagene zwei Monate hatten sich die Gespräche zwischen Dag Rieken, Kai Freese und dem Vorstand des TV Neerstedt hingezogen. Trotzdem schien es nur eine Frage der Zeit, bis die Trainer des Handball-Oberligisten ihre Verträge für die kommende Saison verlängern. Ein Irrtum, wie sich am Sonntag herausstellte.

Als Bedingung für ihre Zusage hatten die Coaches „strukturelle Verbesserungen“ gefordert, die ihnen der Verein aber nicht zugestehen konnte oder wollte. Neben einem Physiotherapeuten wünschten sich die Übungsleiter auch „zwei bis drei neue Spieler“, um mögliche Abgänge adäquat zu ersetzen, berichtet Kai Freese. Aus dem eigenen Nachwuchs käme nichts nach, und für externe Neuverpflichtungen habe der TV Neerstedt „nicht die Mittel“, um die drohenden Lücken im Kader zu schließen. Vor allem im rechten Rückraum, wo dem Tabellenvierten ein Linkshänder fehlt, gebe es Bedarf.

Nachdem sich der Vorstand „nicht in dem Maße bemüht hat, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagten Freese und sein Partner Rieken am vergangenen Donnerstag ab. Der Mannschaft verkündeten sie ihre Entscheidung nach dem 25:25 gegen die HSG Barnstorf/Diepholz in der Kabine.

„Der TV Neerstedt ist ein toller Verein, und wir gehen im Guten“, betont Kai Freese. Allerdings hätte der 41-Jährige „gern eine sportliche Perspektive gehabt“. Auf Dauer reiche es ihm nicht, in der Oberliga um die Plätze vier bis sechs zu spielen. „Ich möchte an der dritten Liga kratzen.“ Momentan hätte der TV Neerstedt das Maximum erreicht. Die ersten Drei – Tabellenführer ATSV Habenhausen, die HSG Barnstorf/Diepholz und der TSV Bremervörde – hätten allesamt wesentlich höhere Budgets. „Und immer nur hintenanzustehen – dazu habe ich auf Dauer keine Lust“, bekräftigt Freese. Für ein weiteres Engagement bei den Grün-Weißen „reicht es zum jetzigen Zeitpunkt nicht“.

Der TV Neerstedt sei ihre erste Option gewesen, sagt Freese. Ihm und Rieken sollen aber auch Angebote anderer Vereine vorliegen. Gut möglich, dass sie an neuer Wirkungsstätte wieder als Duo auftreten. „Die Zusammenarbeit mit Dag funktioniert perfekt“, schwärmt der Vechtaer.

Friedel Schulenberg wollte die Entscheidung der Noch-Trainer gestern „gar nicht mehr kommentieren“. Der Handballabteilungsleiter des TV Neerstedt war bis zuletzt davon ausgegangen, dass die Übungsleiter weitermachen und wurde von ihrer Absage „überrascht“. Nun muss er einen Nachfolger finden. „Das wird nicht einfach. Ich bin dabei, den Markt zu sondieren“, erklärt Schulenberg. Ob vereinsinterne Lösung oder jemand von außerhalb – er sei für alles offen. Fest stehe momentan nur: „Selbstverständlich wird der TV Neerstedt mit einem Trainer in die kommende Oberliga-Saison gehen – das kann ich garantieren.“

mar

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