TV Neerstedt macht es auch in Delmenhorst spannend / Guter Einstand für Hüsener

Schützmann narrt Sawicki mit einem Dreher zum 26:25

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Nervenstark: Neerstedts Linksaußen Thomas Schützmann erzielte per Dreher das entscheidende 26:25.

Neerstedt - Die Hallenuhr in der Delmenhorster Stadionsporthalle zeigte nur noch wenige Sekunden Restspielzeit für das Derby zwischen den Oberliga-Handballern der HSG Delmenhorst und des TV Neerstedt an. Dann fasste sich Thomas Schützmann ein Herz, tankte sich auf linksaußen durch und narrte HSG-Schlussmann Olaf Sawicki mit einem Dreher. Es war der Treffer zum 26:25 (12:11)-Endstand.

Diese Dramatik war lange nicht abzusehen. Denn erst in der Schlussphase wurde es so richtig spannend. Das lag jedoch weniger an den Spielern beider Mannschaften, sondern eher am Schiedsrichtergespann Georg Hesselbarth/Stefan Schminke (Bremerhaven/Bremen). Die Unparteiischen sorgten mit ihrer Regelauslegung für Unruhe auf dem Spielfeld und den Bänken. Als Eike Kolpack das 20:15 erzielt hatte (41.), sahen die Grün-Weißen schon wie der sichere Sieger aus. Doch nun entschieden die Refeeres mehrfach auf technische Fehler, wodurch Neerstedt immer wieder den Ball verlor.

Bis dahin hatte alles nach einem ungefährdeten Erfolg des Tabellenfünften ausgesehen. Zwar führte Aufsteiger Delmenhorst durch Frederic Oetken (2), André Haake (2/1) und Benjamin Janssens schnell mit 5:1 (6.). Doch mit einer Auszeit brachte Trainer Jörg Rademacher den TV Neerstedt auf Kurs. Bis dahin hatte seine 3:2:1-Deckung inklusive Torhüter Christoph Kuper keine Bindung zum Spiel gefunden. Nun steigerte sich Kuper enorm und wurde mit 20 Paraden – unter anderem entschärfte er zwei Siebenmeter – zum Matchwinner.

Bei den Gästen feierte Matthias Hüsener einen gelungenen Einstand. Nach auskurierter Schulterverletzung kam der Ex-Oldenburger zu seiner Punktspielpremiere im Neerstedter Dress. Hüsener vertrat den angeschlagenen Kolpack auf halblinks und steuerte zwei Treffer zum Zwischenspurt bei, der Neerstedt die 7:5-Führung brachte (18.). Zur Pause lagen die Rademacher-Schützlinge mit 12:11 vorn.

Nach Wiederanpfiff folgte ihre beste Phase. HSG-Keeper Mirko Lettmann, der im ersten Durchgang noch einige Würfe pariert hatte, bekam nichts mehr an die Finger und machte später Platz für Sawicki. Neerstedt zog über 14:11 (33.) und 17:13 (38.) auf 20:15 (41.) davon, ehe es vor rund 560 Zuschauern noch einmal spannend wurde. Letztlich nahm der TV Neerstedt aber nicht unverdient die beiden Punkte mit auf die Heimreise und setzte sich in der Spitzengruppe der Oberliga Nordsee fest.

„Wir haben zwar glücklich gewonnen, aber dieses Glück haben wir uns in den letzten Wochen auch hart erarbeitet“, erklärte der sichtlich erleichterte Jörg Rademacher.

wz

TV Neerstedt: Kuper, Depenbrock - Goyert (1), Hüsener (3), Reuter (2), Tytus, Schulenberg (7/4), Schützmann (4), Kolpack (2), Kasper (2), Wolken (5), Busse, Kunz.

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