TV Neerstedt beim 31:22 gegen SVGO Bremen lange konfus und drucklos

Wolken sorgt für Struktur

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Ordnende Hand: Björn Wolken (am Ball) brachte Struktur und Ruhe ins Neerstedter Angriffsspiel.

Neerstedt - Von Sven Marquart. Auf ihre Abwehr können sich die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt verlassen. Gestützt auf eine energisch zupackende 6:0-Formation, kochten die Grün-Weißen den SVGO Bremen mit 31:22 (13:10) ab und eroberten den vierten Tabellenplatz zurück.

„Hauptsache gewonnen!“, atmete Dag Rieken auf. Denn Neerstedts Trainer hatte „kein schönes Spiel“ gesehen. Zwar war er mit der Deckungsleistung seiner Mannschaft zufrieden, doch vorne blieb vieles Stückwerk. „Zu wenig Struktur, zu viele Einzelaktionen – das können wir besser“, monierte Rieken.

Seiner Crew fehlte offensichtlich die ordnende Hand von Tim Schulenberg. Der Regisseur weilte mit der BHV-Auswahl beim Länderpokal in Rostock. Außerdem musste Thomas Schützmann passen: Der Linksaußen hatte beim 29:32 gegen den TSV Bremervörde einen Schlag aufs Knie abbekommen – die daraus resultierende Schleimbeutelentzündung machte seinen Einsatz unmöglich.

Die Gastgeber lagen nur beim 1:2 durch Bengt Kohrt und beim 2:3 durch Thies Kohrt im Rückstand. Trotzdem taten sie sich gegen den Tabellenelften lange Zeit schwer. Ihre Angriffsbemühungen wirkten drucklos und bisweilen konfus. Schulenberg-Vertreter Andrej Kunz schaffte es nicht, seine Nebenleute in aussichtsreiche Positionen zu bringen. Stattdessen warfen die Neerstedter SVGO-Keeper André Franke warm. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir mehr von den Außenpositionen abschließen“, sagte Dag Rieken.

Erst als Björn Wolken in die Rückraummitte wechselte, agierte Neerstedts Offensive strukturierter. „Vorher war zu viel Hektik, und es kam zu wenig dabei rum – Björn hat Ruhe reingebracht“, lobte Rieken den 32-Jährigen. Darüber hinaus schraubte der Routinier in typischer Manier fünf Unterhandwürfe ins Netz und verwandelte auch noch zwei Siebenmeter. Abgesehen von Youngster Joop Dölemeyer, der 50 Sekunden vor Schluss von rechtsaußen an Daniel Schimske scheiterte, trugen sich alle Neerstedter Feldspieler in die Torschützenliste ein.

Bei den Gästen trafen Linksaußen Marc Krüger (6) und der Halblinke Erik Brandt (6/4) am besten. Dagegen blieb Nils Zittlosen mit nur einem Treffer blass. Sein direkter Gegenspieler Malte Kasper trat immer wieder gut auf den Linkshänder heraus und machte ihn fest, bevor er hochsteigen oder ins Eins-gegen-eins gehen konnte. Zudem war die Partie für Zittlosen nach der dritten Zeitstrafe vorzeitig beendet (44.).

Unterdessen haderte Gerd Anton mit der vermeintlich überharten Neerstedter Gangart, die der SVGO-Trainer vom Schiedsrichtergespann nicht ausreichend geahndet sah. „Das hatte mit Handball spielen nichts zu tun!“, schimpfte Anton. „Es gibt einen Verletzten nach dem nächsten und nichts wird bestraft. Das ist doch katastrophal, wenn die Jungs Angst haben und sagen: ,Am Montag muss ich zur Arbeit.‘“

TV Neerstedt: Kuper, Depenbrock - Carsten-Frerichs (4), Kunz (5), Freese (2), Kruse (2), Kolpack (8), Malte Kasper (1), Wolken (7/2), Marcel Kasper (1), Busse (1), Dölemeyer.

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