Nakelski befeuert Konkurrenzkampf

VfL Wildeshausen holt Kapitän seines Landesliga-Rivalen SC BW Papenburg

Marco Nakelski (links) setzt im Testspiel gegen den Bundesligisten SV Werder Bremen zum Tackling an.
+
Guter Zweikämpfer: Marco Nakelski (l.) in einem Testspiel gegen den SV Werder Bremen.

Wildeshausen – Die Vereinsfarben Blau und Weiß haben das Fußballerleben von Marco Nakelski bislang geprägt. Abgesehen von einem Abstecher in der Jugend zum SV Meppen, der auch in blau-weißen Trikots unterwegs ist, verbrachte der Mittelfeldspieler sein gesamtes Kicker-Dasein beim SC BW 94 Papenburg. Nun muss sich der 28-Jährige umstellen: Ab sofort trägt er den rot-weißen Dress des Landesligisten VfL Wildeshausen.

Nakelski war in Papenburg seit 2012 fester Bestandteil der ersten Herrenmannschaft. Seit dem Landesliga-Aufstieg 2017 trug er bei den Emsländern die Kapitänsbinde. Deshalb war es ein harter Schlag für den Sportclub, als Nakelski seinen Abschied verkündete. „Meine Freundin kommt aus Hildesheim. Wir haben uns im letzten Jahr für Oldenburg als Lebensmittelpunkt entschieden“, erläutert der Finanzbeamte, der ab August auch in der Huntestadt arbeiten wird. „Ich bin bei Blau-Weiß aufgewachsen! Deshalb fiel es mir schwer, den Verein zu verlassen und mir einen neuen zu suchen“, berichtet der heimatverbundene Defensivmann.

Eigentlich hatte er vorgehabt, sich einem Bezirksligisten aus Oldenburg anzuschließen. Nakelski stand unter anderem mit dem VfL Oldenburg, BW Bümmerstede und GVO Oldenburg in Kontakt. „Bis dahin hatte ich noch keinen Gedanken an Wildeshausen“, erzählt er. Nakelski hatte sogar schon einen Favoriten – bis sich Wildeshausens Trainer Marcel Bragula vor rund zwei Wochen bei ihm meldete. „Wenn einer vier Jahre Kapitän einer Mannschaft war und nie woanders gespielt hat, ist eigentlich klar, was das für ein Typ ist – dieser Eindruck hat sich in unseren Gesprächen bestätigt“, erklärt der VfL-Coach. Während einer Zoom-Konferenz konnten er und Co-Trainer Patrick Meyer den Papenburger schnell für den VfL begeistern. „Ich war direkt Feuer und Flamme! Marcel und Patrick haben mir verdeutlicht, dass beim VfL ähnlich wie bei Blau-Weiß das Vereinsleben großgeschrieben wird – damit haben sie mich sofort für sich gewonnen“, bestätigt Nakelski. „Man hat gemerkt, dass die Chemie stimmt und er große Lust auf die neue Herausforderung hat“, ergänzt VfL-Teammanager Sebastian Pundsack.

So lange die Landesliga geteilt bleibt, geht es darum, nicht in die Abstiegsrunde zu kommen und zeitig den Klassenerhalt zu schaffen.

Mittelfeldspieler Marco Nakelski über seine Ziele mit dem VfL Wildeshausen.

Zunächst geht es für Nakelski jedoch darum, richtig fit zu werden. „Ich habe anderthalb Jahre keinen Sport machen können“, sagt er. Ende 2018 begannen die Probleme im Leistenbereich. „2020 habe ich es in der Vorbereitung wieder versucht – nach zwei Wochen ging dann gar nichts mehr.“ Die Operation war unausweichlich. Eine weitere folgte. „Inzwischen habe ich vom Arzt die Sportfreigabe bekommen. Ich war drei-, viermal joggen. Es fühlt sich ganz okay an. Jetzt muss ich an meiner Fitness arbeiten und hoffe, dass ich dann auch bald ins Training einsteigen kann“, sagt Nakelski.

Dass die nach Janne Ole Kay, Lucas Abel (beide BV Essen), Jan Stubbmann (TSV Ottersberg), Nico Prieto-Falk (SV Vorwärts Nordhorn) und Mattes Hehr (TV Dötlingen) sechste Neuverpflichtung mit körperlichen Defiziten im Krandel auftaucht, fürchtet Bragula nicht. „Marco ist sehr konditionsstark. Zudem ist er sehr robust“, meint der Übungsleiter. Nakelski sei „kein Ballkünstler“, sondern ein „klassischer Sechser“, der dank seiner guten Physis und Zweikampfhärte die entscheidenden Duelle im Mittelfeld gewinnt. „Ich war allerdings nie der Schnellste, sondern habe meine Stärken eher im taktischen Bereich, Räume zu deuten“, ergänzt der Neu-Wildeshauser.

„Das wird ein guter Konkurrenzkampf“, freut sich Bragula auf den Wettstreit zwischen den arrivierten Christoph Stolle und Alexander Kupka sowie den „Neuen“ Mattes Hehr und eben Nakelski, der notfalls auch in der Innenverteidigung spielen kann. „Aber da möchte ich Mika Ostendorf auf keinen Fall einen weiteren Spieler vor die Nase setzen“, betont der B-Lizenzinhaber.

Auch in seinem neuen Team will Nakelski vorangehen. „Das ist mein Anspruch an mich selbst. Ich möchte auch in Wildeshausen eine Führungsrolle übernehmen. Mit 28 bin ich in einem Alter, in dem ich einiges an Erfahrung gesammelt habe und die jungen Leute unterstützen kann“, sagt der Papenburger. Auch deshalb sieht Bragula in ihm einen „Glücksfall“.

Nach Nakelskis Zusagte ist die Wildeshauser Kaderplanung immer noch nicht komplett abgeschlossen. „Wir haben hoffnungsvolle und vielversprechende Neuzugänge geholt. Allerdings würde uns noch ein weiterer Außenverteidiger guttun“, erläutert Bragula. An den Enden der Abwehrkette stehen nach dem Abschied von Vizekapitän Lukas Schneider in Alexander Dreher und Kevin Radke nur noch zwei gelernte Kräfte im Aufgebot. Christopher Kant und Ole Lehmkuhl könnten im Bedarfsfall aushelfen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Grzywatz und Co. ziehen ins WM-Finale ein

Grzywatz und Co. ziehen ins WM-Finale ein

Grzywatz und Co. ziehen ins WM-Finale ein
Wildeshausen im Umbruch

Wildeshausen im Umbruch

Wildeshausen im Umbruch
EM steigt ohne Antonia Busch-Kuffner

EM steigt ohne Antonia Busch-Kuffner

EM steigt ohne Antonia Busch-Kuffner
Gilian Werths Angaben bilden die Basis für Bronze

Gilian Werths Angaben bilden die Basis für Bronze

Gilian Werths Angaben bilden die Basis für Bronze

Kommentare