Nächster Fehlschuss: Bragula erwägt Strafstoß-Sonderschicht

Wildeshausens Maximilian Seidel vergibt beim 0:0 gegen VfL Stenum Foulelfmeter

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Das tat weh! Stenums Angreifer Lennart Höpker (hinten) kann nicht rechtzeitig bremsen und rempelt Wildeshausens Torhüter Sebastian Pundsack über den Haufen.

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Eigentlich trainieren die Bezirksliga-Fußballer des VfL Wildeshausen dienstags, donnerstags und freitags. Doch in der 43. Kalenderwoche kommt möglicherweise eine vierte Einheit hinzu. „Ich überlege, ob ich morgen von 18 bis 20 nicht mal Elfmeter schießen lasse“, grummelte Trainer Marcel Bragula. Denn auch weil Maximilian Seidel einen Foulelfmeter vergab, kamen die Krandel-Kicker im Landkreisderby gegen den VfL Stenum nicht über ein 0:0 hinaus.

Es war bereits der dritte Strafstoß, den der Vizemeister im bisherigen Saisonverlauf nicht nutzen konnte. Zuvor war Thorben Schütte beim 0:0 bei BW Bümmerstede mit einem Foulelfmeter an BW-Keeper Lars Zimmermann gescheitert. Anschließend hatte Robin Ramke beim 6:1-Erfolg über den WSC Frisia Wilhelmshaven einen Foulelfmeter neben das Tor gesetzt. Und nun eben Seidel. 

Stenums Schlussmann Maik Panzram hatte einen Schuss von Ole Lehmkuhl nur nach vorne abwehren können. Seidel setzte nach und wurde von Marten Kämena von den Beinen geholt. Der Gefoulte trat selbst an. Doch Panzram parierte den schwach geschossenen Ball mühelos (54.).

„Dass Maxi Seidel bei uns plötzlich die Elfmeter schießt, war mir nicht bewusst“, konnte Bragula nicht nachvollziehen, warum sich der quirlige Angreifer die Kugel schnappen durfte – zumal Seidel bis dahin „überhaupt nicht im Spiel gewesen“ sei. „Trotzdem kein Vorwurf an Maxi – er ist ein wichtiger Spieler und spielt bis jetzt eine gute Saison.“

Gegen den Tabellendritten aus Stenum fehlte Wildeshausens bestem Torschützen (acht Saisontreffer) jedoch nicht nur vom Punkt das notwendige Fortune. Eine scharfe Hereingabe von Ramke verpasste er knapp (20.), und nach einem Laufduell mit Marten Kämena piekte der 23-Jährige den Ball knapp am Tor vorbei (35.). 

Kurz vor der Pause war Seidel dann allein auf dem Weg zum Tor, nachdem sein Bewacher Kristian Bruns umgeknickt war (45.). Doch Schiedsrichter David Gäbe (TV Jahn Delmenhorst) entschied auf Foulspiel – daran änderten auch die wütenden Wildeshauser Proteste nichts. „Was er da pfeift, ist mir unerklärlich“, ärgerte sich Bragula.

Eine Führung der Gastgeber wäre zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient gewesen. Wildeshausen hatte bis dahin wesentlich mehr Ballbesitz und durch Sascha Görke, der nach überwundenen Hüftproblemen wieder mitwirken konnte, Alexander Kupka und Thorben Schütte weitere Chancen (28./43./43.). Von Stenum war in der ersten Hälfte offensiv so gut wie gar nichts zu sehen.

Das sollte sich in der zweiten Halbzeit ändern. Nach einer Flanke von Ole Braun zwang Lennart Höpker Wildeshausens Torhüter Sebastian Pundsack per Kopf zu einer Glanzparade (50.). Höpker boten sich noch zwei weitere gute Gelegenheiten – die erste entschärfte Pundsack (79.), bei der zweiten verfehlte der Angreifer nur knapp das Toreck (86.). 

„Wenn wir in der zweiten Halbzeit unsere Konter besser fahren, gehen wir in Führung“, meinte Stenums Coach Thomas Baake. Seine Crew verteidigte nach dem Seitenwechsel ein ganzes Stück höher und konnte die Partie nun offen gestalten.

Abgesehen von dem Strafstoß kamen die Wildeshauser im zweiten Abschnitt nur noch zu einer nennenswerten Gelegenheit. Ramke setzte sich auf der rechten Seite durch, doch der eingewechselte Sebastian Bröcker konnte das Zuspiel nicht kontrollieren, so dass er den Ball nicht richtig traf (70.).

Beim Schlusspfiff sanken die Wildeshauser Marius Krumland und Kevin Kari enttäuscht zu Boden, während sich die Stenumer über das Unentschieden freuten. Allerdings profitierten beide Verfolger von der 0:6-Pleite des TuS Obenstrohe beim WSC Frisia Wilhelsmhaven und verkürzten den Rückstand zum Spitzenreiter auf vier Punkte. 

„Meine Mannschaft hat ein super Auswärtsspiel gemacht. Ich bin absolut zufrieden“, bilanzierte Baake. „Großen Respekt: Stenum hat eine starke Mannschaft, die sich den Punkt redlich verdient hat“, sagte Bragula. Allerdings schränkte er ein: „Ohne die Mithilfe des Schiedsrichters wäre es nicht dazu gekommen.“

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