Nach 0:4 Sorgen um Kupkas Knie

VfL Wildeshausen lässt Regionalligist SV Atlas Delmenhorst nicht in den Spielfluss kommen

Alexander Kupka (links) vom Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen im Zweikampf mit  Marek Janssen vom Regionalligisten SV Atlas Delmenhorst.
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Sorgenkind: Wildeshausens Alexander Kupka (links, gegen Atlas-Angreifer Marek Janssen) verletzte sich in der Schlussminute am Knie.

Wildeshausen – Krasses Kontrastprogramm für den VfL Wildeshausen: Noch am Sonnabend hatte der Fußball-Landesligist seine Favoritenrolle zu einem 9:0-Erfolg über den Kreisligisten TSV Ganderkesee genutzt. Am Mittwoch standen sich im Krandel erneut zwei Teams mit einem Zwei-Klassen-Unterschied gegenüber. Diesmal waren die Wildeshauser jedoch der Außenseiter. Beim 0:4 (0:3) gegen den Regionalligisten SV Atlas Delmenhorst verkauften sie sich insgesamt recht ordentlich.

Allerdings bangt die Wittekind-Crew nun um Alexander Kupka. Der Defensivmann verletzte sich in der Schlussminute am Knie und humpelte nach dem Abpfiff auf Betreuer Sebastian Bröcker und Torhüter Nico Prieto-Falk gestützt Richtung Kabine. „Die Zuschauer auf der Tribüne haben es knacken gehört“, berichtete Marcel Bragula sorgenvoll. „Das wirft jetzt einen Schatten auf ein Spiel, in dem wir viel Licht hatten“, meinte der VfL-Coach.

Denn die Defensive könnte sich nun zur Problemzone entwickeln. Christoph Stolle hatte schon vor der Partie abgewunken. Rechtsverteidiger Alexander Dreher zwangen kurz vor der Pause muskuläre Probleme zum Aufgeben (43.). Abwehrchef Marius Krumland kam wegen Schmerzen im Knie nicht mehr zur zweiten Halbzeit zurück. Und nach einer Stunde streikte bei Innenverteidiger Mika Ostendorf, der ein starkes Spiel machte, die Wade. So bildeten dann notgedrungen Ole Lehmkuhl, Mattes Hehr und Alexander Kupka die Viererkette mit Linksverteidiger Kevin Radke, der als einziger auf seiner angestammten Position spielte. Und das alles unter den Augen des zuschauenden Thorben Schütte, der sich vor wenigen Tagen beim VfL Wildeshausen verabschiedet hatte. Der Verlust des zuverlässigen Innenverteidigers schmerzt schon jetzt.

Trotz der vielen Ausfälle und Umstellungen in der Hintermannschaft verteidigten die Wildeshauser engagiert und geschickt. „Es ist schwierig, in den Spielfluss zu kommen, wenn der Gegner gar nicht erst probiert mitzuspielen“, monierte Atlas-Coach Key Riebau und fing sich prompt eine Replik von Bragula ein. „Dass wir uns als Landesligist ein bisschen tiefer stellen, ist ja wohl ein völlig normales Verhalten. Wenn wir höher verteidigen, laufen die schnellen Leute von Atlas eine Umschaltaktion nach der anderen“, meinte der 46-Jährige. Dafür hätte er sich gewünscht, dass seine Mannen im Angriff etwas mutiger agieren. Auch deshalb hätte er die flinken Robin Ramke (Urlaub) und Maximilian Seidel (Arbeit) gern dabei gehabt. So kamen in Hälfte eins lediglich der auffällige Michael Eberle (19.) und Timo Goldner (33.) in aussichtsreiche Schusspositionen, schlossen aber zu schwach ab. Im zweiten Durchgang gaben die Platzherren keinen weiteren Schuss auf das Atlas-Gehäuse ab.

Atlas zündete ebenfalls kein spielerisches Feuerwerk, erzielte aber herrliche Treffer. Nachdem Tobias Steffen unbedrängt einen Kopfball verfehlt (8.) und das Außennetz getroffen hatte (10.), zirkelte Cerruti Siya die Kugel aus gut 20 Metern von halblinks passgenau zum 1:0 in den rechten Giebel (15.). „Das ist schon Qualität“, musste auch Bragula anerkennen. Per Fallrückzieher erzielte der erst zwei Tage zuvor verpflichtete Atlas-Neuzugang Efkan Erdogan das 2:0 – allein diese Aktion war das Eintrittgeld der rund 250 Zuschauer wert (36.). Mattia Trianni, der zuvor schon die Querlatte getroffen hatte (32.), erhöhte auf 3:0 (43.). „Da rennen wir vorne rum – das darf nicht passieren“, ärgerte sich Bragula. Nico Prieto-Falk, der in den ersten 45 Minuten das VfL-Tor hütete, war bei allen drei Treffern ohne Abwehrchance.

Sein Kollege Janne Ole Kay, der nach dem Seitenwechsel zwischen die Pfosten durfte, hielt seinen Kasten lange sauber und lenkte unter anderem einen Steffen-Freistoß an die Latte (62.). Nur nach dem Strafstoß von Marco Stefandl zum 4:0 musste der VfL-Keeper den Ball aus dem Netz holen (75.). Kupka und Marek Janssen waren im Sechzehner kollidiert, und Schiedsrichter Nico Menke (TV Munderloh) hatte dabei ein Foul des Wildeshausers gesehen. „Für mich war das keiner“, erklärte Bragula. Diese Ansicht hatte er nicht exklusiv.

„Am Ende war es dann wie ein ausgelutschtes Kaugummi ohne Geschmack“, fand Riebau. Die vielen Wechsel hätten den Spielfluss seiner Elf zusätzlich gebremst. „Außerdem hatten wir mit dem schwer zu bespielenden Platz zu kämpfen.“ Für den 31-jährigen A-Lizenzhaber war „am wichtigsten, dass sich keiner verletzt hat“. Was Bragula von seiner Mannschaft nicht behaupten konnte . . .

Stenogramm

VfL Wildeshausen – SV Atlas Delmenhorst 0:4 (0:3)

VfL Wildeshausen: Prieto-Falk (45. Kay) - Krumland (46. Kupka), Nakelski (75. Rothe), Hehr, Abel (75. Theuser), Müller-Rautenberg (58. Wollenberg), Goldner, Radke, Eberle (60. Stubbmann), Ostendorf (60. Kant), Dreher (43. Lehmkuhl)

SV Atlas Delmenhorst: Sygo (46. Urbainski) - Taag (46. Baloki), Sari, Steffen (64. Schmidt), Trianni (46. Janssen), Erdogan (64. Mjeshtri), Eggersglüß (46. Köster), Schindler, Siya, Stöhr, Stefandl

Tore: 0:1 (15.) Cerruti Siya, 0:2 (36.) Efkan Erdogan, 0:3 (43.) Mattia Trianni, 0:4 (75./Foulelfmeter) Marco Stefandl

Schiedsrichter: Nico Menke (TV Munderloh)

Zuschauer: 250

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